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Steppach
Pacht

Neue Existenz in altem Bahnhof

Junges Paar übernimmt das historische Gebäude in Steppach.
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Heinrich und Melanie Löhr (links) übergeben ihr Lokal an Timotheus Reinschlüssel und Vanessa Maier (rechts).  Foto: Andreas Dorsch
Heinrich und Melanie Löhr (links) übergeben ihr Lokal an Timotheus Reinschlüssel und Vanessa Maier (rechts). Foto: Andreas Dorsch
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Es gibt sie noch, junge Menschen, die in die Gastronomie einsteigen. Vanessa Maier und Timotheus Reinschlüssel sind ein solches Paar, das sich in einer Branche selbstständig macht, die kaum mehr Personal findet und die über eine überbordende Bürokratie stöhnt. Während immer mehr Gaststätten ihre Öffnungszeiten einschränken oder gleich ganz dicht machen, wollen sich Maier und Reinschlüssel mit einem eigenen Lokal eine Existenz aufbauen.

Die 22-jährige Kauffrau für Bürokommunikation und der 33-jährige gelernte Koch haben den Steppacher Bahnhof gepachtet. Was Gastronomie bedeutet, wissen die beiden, die aus Fürth nach Steppach ins Obergeschoss des Bahnhofs gezogen sind. Er aus seinem bisherigen Berufsleben und sie über ihre Mutter, die in Fürth ein Café betrieben hat.

Mit Wohnung sollte es sein

Schon einige Jahre spielte das junge Paar mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen. "Wir haben nach einem Objekt gesucht, das man zu zweit stemmen kann", sagt Vanessa Maier. Eine Gaststätte mit Wohnung sollte es sein. In einer Fachzeitschrift stießen sie auf den Alten Bahnhof in Steppach, für den die Inhaber Melanie und Heinrich Löhr einen Pächter suchten.

Die Löhrs haben den Bahnhof vor zehn Jahren gekauft. Melanie Löhr hatte die Gaststätte betrieben und "99 Prozent der Arbeiten selbst gemacht". Gesundheitliche Probleme, ein neues, mit viel Aufwand verbundenes Kassensystem und die zusätzliche Arbeit in der heimischen Schreinerei in Pommersfelden haben sie bewogen, den Bahnhof zu verpachten. Da kamen die neuen Pächter aus Fürth gerade recht.

Die haben sich vorgenommen, das Restaurant wieder an sechs Tagen in der Woche zu öffnen (Montag ist Ruhetag). Seit Anfang Februar läuft es bereits, damit sich die Steppacher und die Bewohner der umliegenden Orte daran gewöhnen, sagt der Küchenchef. Er will mit seiner Partnerin den Gästen "ein gemütliches fränkisches Restaurant bieten, in dem sich jeder wohl fühlt".

Reinschlüssel verspricht qualitativ hochwertige fränkische Küche, "alles frisch und saisonal". Ihr Restaurant bekommt auch einen neuen Namen: "Bahnhof Schlossblick", weil man von der Gaststätte einen schönen Blick aufs Schloss Pommersfelden hat.

Heute fährt auf der Nebenstrecke von Strullendorf noch zweimal täglich ein Güterzug am Bahnhof Steppach vorbei zu einer metallverarbeitenden Firma nach Schlüsselfeld. Der Personenverkehr wurde schon 1977 eingestellt.

Der Bahnhof in Steppach steht noch - mittlerweile seit 120 Jahren. In den 1980er Jahren ging er in Privatbesitz über und wurde zu einer Gaststätte umgebaut. Am kommenden Wochenende feiern die neuen Pächter mit der Bevölkerung sein 120-jähriges Bestehen. Am Samstag, 29. Februar, gibt es ab 19 Uhr Livemusik mit Tanz, am Sonntag, 1. März, ab 10 Uhr Weißwurstfrühstück, dann Mittagstisch mit Livemusik.