Frimmersdorf
Sport

Nach Wildschwein-Attacke: Bundesliga-Rasen für den 1. FC Frimmersdorf

Happy-End beim 1. FC Frimmersdorf: Nach der Wildschwein-Attacke wurde der neue Rasen am Freitag verlegt, das Spiel am Sonntag scheint gesichert.
Artikel drucken Artikel einbetten
In Frimmersdorf helfen alle zusammen, um den neuen Rasen auszurollen. Fotos: Franziska Rieger
In Frimmersdorf helfen alle zusammen, um den neuen Rasen auszurollen. Fotos: Franziska Rieger
+10 Bilder

Die Euphorie kommt in Frimmersdorf in großen Rollen. Rund 68 davon mit saftigem Grün wurden Freitagfrüh am Sportplatz des 1. FC Frimmersdorf angeliefert. Über 30 Freiwillige haben den kaputten Rasen am Donnerstag abgeschält, was länger dauerte als gedacht. Am Freitag war es dann soweit. Viele Helfer sind gekommen, um den Rasen zu verlegen.

Die Atmosphäre beim Verein: hoffnungsvoll, euphorisch. "Wie bei einem gut besuchten Heimspiel", sagt ein Spieler und lacht. Das Lachen ist in Frimmersdorf zurückgekehrt - nach dem Schock am Montag: Eine Horde Wildschweine hatte rund 1000 Quadratmeter Rasen verwüstet. Und das ausgerechnet vor dem Heimspiel an diesem Sonntag gegen den SV Walsdorf. Das Match rückte in weite Ferne. Das Entsetzen war groß.

Rasen ist sofort bespielbar

Und dann kam die Rettung: Der Radiosender Antenne Bayern vermittelte öffentlichkeitswirksam die Firma Schwab Rollrasen aus Oberbayern. Deren Grün wird auch im Profisport genutzt und ist mit rund drei Zentimetern dicker als herkömmlicher Rasen. Der Vorteil: Er muss nur verlegt werden, man kann sofort darauf spielen.

Die Kosten für den Rasen, 14 000 Euro, die nötigen Maschinen zum Ausrollen und die Fracht seien komplett von der Firma Schwab übernommen worden, berichtet Walter Schwab, der im Familienunternehmen für die Produktion zuständig ist. Die Radioaktion ist für die Firma natürlich eine tolle Werbung.

Das Unternehmen beliefert neben großen Vereinen, wie dem FC Ingolstadt, auch kleinere Vereine. "Die kleinen Verein sind uns die liebsten Kunden. Da läuft alles, jeder packt mit an", sagt Schwab. Am Freitagmorgen war er selbst nach Frimmersdorf gereist, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Das nötige Fachwissen zum Rasenverlegen lieferte Bernhard Hack, Sportplatz- und Landschaftspfleger aus Weilersbach (Lkr. Forchheim) mit seinen Mitarbeitern. Eine Rolle nach der anderen wird aus dem braunen Boden ein grüner Sportplatz.

Der soll sogar mit der Kraft des Mondes wachsen und gedeihen: Bei Schwab gibt es sogar eine Handy-App dafür: "Wir haben in langen Versuchen festgestellt, dass wir bei der Rasenpflege im Rhythmus des Mondes noch bessere Ergebnisse erzielen", steht auf der Internetseite der Firma. Stehen die Sterne gut, kann beim 1. FC Frimmersdorf am Sonntag nichts mehr schief gehen. Derweil sollen Jäger den Rasen bewachen bis ein Elektrozaun installiert ist.

Bernhard Hack, Sportplatz- und Landschaftspfleger:

"Antenne Bayern hat bei mir am Mittwoch angefragt, ob ich helfen kann. Seit sieben Uhr sind wir da und arbeiten. Es kommt besonders auf den Untergrund an, der eben sein muss. Der Rasen wird wie Laminatboden verlegt und muss zusammen wachsen."

Fabian Hubert, Spieler 1. FC Frimmersdorf:

"Unser Verein hatte ziemlich viel Unglück: Erst hat sich ein Spieler das Wadenbein gebrochen und dann war der Rasen kaputt. Auf dem hätten wir am Sonntag nicht spielen können. Jetzt sind wir wieder top motiviert. Klar, jetzt müssen wir gewinnen."



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren