Schlüsselfeld
Provisorium

Nach Explosion am Geldautomaten: Sparkasse Schlüsselfeld zieht vorerst in Container

Bankräuber haben im Juli den Geldautomaten der Sparkassenfiliale in Schlüsselfeld gesprengt. Die Übergangslösung ist grau, eckig und steht gleich nebenan.
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Im Juli sprengten Unbekannte den Geldautomaten in der Schlüsselfelder Filiale der Sparkasse Bamberg. Die Geschäftsstelle ist seitdem wegen der Sanierung geschlossen. Seit Anfang September  und noch etwa ein halbes Jahr  befindet sich die Sparkassenfiliale  in einem Container-Provisorium.  Foto: Christian Bauriedel
Im Juli sprengten Unbekannte den Geldautomaten in der Schlüsselfelder Filiale der Sparkasse Bamberg. Die Geschäftsstelle ist seitdem wegen der Sanierung geschlossen. Seit Anfang September und noch etwa ein halbes Jahr befindet sich die Sparkassenfiliale in einem Container-Provisorium. Foto: Christian Bauriedel
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Es war eine Meldung, die in der Region für großes Aufsehen sorgte. Für Mitarbeiter und Kunden der Sparkasse Bamberg in Schlüsselfeld hat sie ein Container-Provisorium zur Folge. Denn die Geschäftsstelle hat nach einer Explosion geschlossen und wird übergangsweise in Containern betrieben.

In der Nacht von Donnerstag, 4. Juli, auf Freitag, 5. Juli, kurz vor 3 Uhr, bringen zwei Männer Sprengstoff am Geldautomaten der Filiale in Schlüsselfeld an. Ein lauter Rumms reißt die Anwohner aus dem Schlaf.

Täter scheitern am Tresor

Die Männer scheitern am Tresor, rauschen - ohne Beute - mit einem Auto Richtung Autobahn davon, noch bevor Feuerwehr und Polizei am Tatort eintreffen.

In der Filiale hat die Explosion deutliche Spuren hinterlassen. "Die Geschäftsstelle muss momentan saniert werden", sagt Mathias Polz, Sprecher der Sparkasse Bamberg. Qualm und Ruß haben - auch geruchliche - Spuren hinterlassen. "Alles an Inventar musste zur Reinigung abtransportiert werden. Am Gebäude gibt es Schäden wegen des Löschwassers", sagt Polz.

Nachdem das Schlüsselfelder Sparkassenteam übergangsweise Asyl bei den Kollegen in Burgebrach bekommen hatte, steht seit Anfang dieses Monats das Provisorium. "Wir sind wieder präsent vor Ort. Das war uns wichtig. Deshalb gibt es jetzt diese Containerlösung", sagt Geschäftsstellenleiter Christian Böhm. Er und seine Kollegin Sabine Tinter arbeiten nun in einem Konglomerat aus drei Containern auf dem Platz neben der geschlossenen Filiale.

Hinweise auf zwei Autos

Von den Tätern fehlt noch jede Spur. Die beiden Männer sind etwa 1,85 bis 1,90 Zentimeter groß. Einer wird als schlank beschrieben, der andere als kräftig.

Laut Polizeierkenntnissen flüchteten sie in einem schwarzen Audi A3 mit Nürnberger Kennzeichen. Zudem ergaben sich Hinweise auf einen weißen Opel mit Dortmunder Kennzeichen, der womöglich zum Ausspionieren benutzt wurde. Zeugen wenden sich unter 0951-9129491 an die Kripo Bamberg.

"Die Ermittlungen des Fachkommissariats dauern an", teilt Anne Höfer, Pressesprecherin der oberfränkischen Polizei, auf Anfrage des Fränkischen Tags mit. Weitere Informationen könne sie aus Ermittlungsgründen nicht geben.

Bundesweite Ermittlungen

Aufnahmen der Überwachungskamera führten bisher nicht zum Erfolg. Ob man mit Bildern an die Öffentlichkeit geht, sei offen, sagt Höfer. Man stehe in Austausch mit Polizeibehörden auch in anderen Bundesländern.

In Schlüsselfeld hat man sich im Container eingerichtet. Etwas beengt ist es. Doch man biete alle Serviceleistungen zu den gewohnten Öffnungszeiten, sagt Filialleiter Böhm. Die Container stellte die Firma KB aus Elsendorf auf. Bis sie abgebaut werden, sagt Sparkassensprecher Polz, könne es vier bis sechs Monate dauern. Erst dann seien alle Spuren der Explosion beseitigt.

Sprengungen von Geldautomaten: Die Fälle nehmen zu

Ganz aktuell hat es in Regensburg einen ähnlichen Fall gegeben. Mit einer Gasflasche haben dort Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag versucht, einen Geldautomaten zu sprengen und dabei einen Brand verursacht.

2017 nahm die Polizei in Strullendorf einen dringend Tatverdächtigen fest. An einem Bankautomaten hatte ein Kunde seltsame Kabel und Rohre entdeckt. Im selben Jahr attackierten Täter in Coburg einen Automaten.

Deutschlandweit steigen die Fallzahlen. Dies ergibt sich aus dem "Bundeslagebild Angriffe auf Geldautomaten" des Bundeskriminalamts (BKA). In 2018 gab es bisher 187 Fälle. 107 davon verliefen für die Täter erfolglos. 2017 gab es 268 Sprengungen. Brennpunkt: Nordrhein-Westfalen. Es gab 35 Festnahmen von überwiegend Tatverdächtigen aus den Niederlanden. Beim "Skimming" (technisches Manipulieren zum Auslesen von Daten) gab es 499 Fälle. Brennpunkt: Berlin. Hier sind überwiegend Bulgaren und Rumänen tatverdächtig.



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