Herzogenaurach
Abschiebung

Nach der Abschiebung: Dayami ist jetzt in Kuba, Hilfe soll folgen

Familienzusammenführung ist jetzt das Ziel der Helfer aus Herzogenaurach.
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Dayami und ihr Partner Adrian  Foto: privat
Dayami und ihr Partner Adrian Foto: privat

Eine positive Nachricht hatte Flüchtlingsbetreuerin Uschi Schmidt am Dienstag dann doch zu vermelden. Dayami, die am Montag abgeschobene schwangere Frau aus Kuba, ist in Havanna angekommen. Sie sei gesund, sagte Schmidt.

Wie berichtet, wurde die abgelehnte Asylbewerberin in den Morgenstunden in der Flüchtlingsunterkunft in der Goethestraße abgeholt und nach Frankfurt gebracht. Von dort aus flog sie nach Kuba zurück.

Inzwischen hat die Mitarbeiterin der Herzogenauracher Flüchtlingsbetreuung ein Netzwerk aufgebaut. Man wolle der angehenden Mutter helfen. Zunächst einmal mit moralischer Unterstützung. Denn die Abschiebung habe die 34-Jährige schon sehr mitgenommen, sagt Schmidt. Vorrangig sei nun wichtig, dass sie ihr Kind gesund zur Welt bringen kann. Dann wolle man sich darum kümmern, ob Dayami nicht zu ihrem Verlobten nach Deutschland zurückkehren könne.

Der Asylantrag der Frau war schon vor einem Jahr abgelehnt worden. Von ihrer Schwangerschaft und einem Verlobten wusste das Ausländeramt des Landkreises indes nichts, sagte dessen Leiter Gerhard Zinser. Er hätte sich eine bessere Information seitens der Betroffenen respektive Betreuer gewünscht. Das wiederum nimmt auch Uschi Schmidt in Anspruch: Wären die Betreuer wenigstens einen Tag vorher über den Abschiebungstermin in Kenntnis gesetzt worden, hätte man vielleicht noch aktiv werden können. Auf jeden Fall wollen die Flüchtlingsbetreuer laut Schmidt jetzt darauf hinarbeiten, dass in künftigen gleich gelagerten Fällen noch eine Prüfung zeitnah vor der Abschiebung stattfinden soll.

Prinzip Hoffnung

"Unser oberstes Prinzip ist: Wir müssen ihnen Hoffnung machen." Das stellte Uschi Schmidt am Tag nach der Abschiebung fest. Soweit es geht, möchte man die Frau von Herzogenaurach aus unterstützen. Hoffnung machen möchte man aber auch ihrem Lebenspartner Adrian. Der habe sich ja bereits um eine Heirat bemüht, leider seien die Papiere vom Standesamt nicht komplett anerkannt worden. Der Rumäne, der in Baden Württemberg einer geregelten Arbeit nachgeht und laut Uschi Schmidt neben deutsch auch spanisch spricht, wolle sich nun um einen Vaterschaftsnachweis bemühen. Wenn das geregelt sei, dann bestünden wohl gute Chancen, dass Dayami nach Deutschland zurückkehren könne. Das habe ihr ein Asylanwalt in Nürnberg bestätigt. Schmidt: "Wir zielen jetzt darauf, dass die Familie wieder zusammengeführt werden kann."

Zurzeit prüfen die Helfer aus Herzogenaurach, ob die restlichen Sachen der Frau nach Kuba transportiert werden sollen oder ob man besser Geld schickt. Auch soll über eine Spendenaktion nachgedacht werden, sagt Schmidt.

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