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Pandemie

Kreis Erlangen-Höchstadt: Corona-Ausbruch in Seniorenheim - Kommt der erneute Lockdown?

Mit dem Corona-Ausbruch in der Senioreneinrichtung "BRK Wohnen und Leben" in Etzelskirchen ist die Zahl der Infizierten im Landkreis Erlangen-Höchstadt wieder gestiegen. Müssen die gelockerten Corona-Maßnahmen nun wieder verschärft werden?
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Die Senioreneinrichtung "BRK Wohnen und Leben" im Höchstadter Ortsteil Etzelskirchen  ist zum neuen Corona-Hotspot geworden. Foto: Franziska Rieger
Die Senioreneinrichtung "BRK Wohnen und Leben" im Höchstadter Ortsteil Etzelskirchen ist zum neuen Corona-Hotspot geworden. Foto: Franziska Rieger

Die Senioreneinrichtung "BRK Wohnen und Leben" im Höchstadter Ortsteil Etzelskirchen ist zum neuen Corona-Hotspot geworden. Wie das BRK am Sonntag mitteilte, wurden insgesamt 29 Bewohner und 11 Mitarbeiter positiv getestet. Fünf Bewohner wurden in ein Krankenhaus verlegt, weil sie leichte Krankheitssymptome zeigten.

Ob im Landkreis wegen der gestiegenen Zahlen nun die gelockerten Corona-Maßnahmen wieder verschärft werden , hängt von den Neuinfektionen pro Woche ab. Stephanie Mack, Pressesprecherin des Landratsamtes, teilt dazu mit: "Der Sieben-Tage-Inzidenz-Wert des Landkreises liegt derzeit mit 32 Neuinfektionen bei 23,5 in Bezug auf die rund 136 000 Einwohner des Landkreises, der Höchstwert läge bei 68." Das heißt: Ausgehend von den aktuellen Einwohnerzahlen müssten in der Region etwa 68 neue Covid-19-Infektionen binnen einer Woche festgestellt werden.

Nach Corona-Ausbruch: Gesundheitsamt reagiert mit Schließung und Besuchsverbot

"Ob sich eine mögliche Überschreitung dieses Wertes auf Maßnahmen für den gesamten Landkreis auswirken kann, lässt sich nicht auf eine einzelne Einrichtung unter Quarantäne zurückführen, sondern ist vom konkreten Infektionsgeschehen abhängig", so Mack. Das Gesundheitsamt habe die Einrichtung geschlossen und Schutzmaßnahmen angeordnet, darunter ein Besuchsverbot.

Auf FT-Nachfrage berichtet Rettungsdienstleiter Thomas Heideloff, dass inzwischen alle 160 Mitarbeiter und 153 Bewohner des BRK-Heimes (einschließlich der bereits bestätigten Fälle) getestet wurden. Die Ergebnisse werden noch erwartet.

Um Erkrankte zu isolieren, wurden in dem Heim Versorgungsbereiche für Covid-19 positive Bewohner eingerichtet, für Bewohner, die als sogenannte Kontaktpersonen 1 gelten und für alle anderen, die nicht Corona positiv sind. Eine Evakuierung des Heimes sei "relativ ausgeschlossen", sagt Heideloff.

Besuchsverbot bereits seit zwei Monaten

Besuche von Angehörigen habe es in den vergangenen acht Wochen nicht gegeben, wie in allen Seniorenheimen habe ein komplettes Besuchsverbot bestanden, sagt Heideloff. Das bis Anfang Mai geltende Besuchsverbot habe man nicht gelockert. "Wir sind auf der sicheren Seite geblieben."

In Bayern sind seit dem 9. Mai unter strikten Hygiene- und Schutzmaßnahmen wieder Besuche von Angehörigen möglich. Ein Bewohner darf pro Tag von einer Kontaktperson besucht werden. Auf die Mitarbeiter von Seniorenheimen kommt damit noch mehr bürokratischer Aufwand zu, jeder Besuch eines Angehörigen muss genau dokumentiert werden.

Dabei haben die Mitarbeiter wegen der Corona-Krise ohnehin schon alle Hände voll zu tun. Die Pflege der Bewohner, auf deren Stationen das Virus aufgebrochen ist, sei nun sehr aufwendig, sagt Heideloff. Bei jedem Kontakt müsse das Pflegepersonal im Vollschutz arbeiten: mit Kittel, FFP2-Maske und Augenschutz. In allen anderen Bereichen müssen die Mitarbeiter eine FFP2-Maske tragen.

Seniorenheime im Umkreis Etzelskirchen erwägen Besuchsverbot 

Seit die Nachricht von dem Corona-Ausbruch in dem Etzelskirchener Seniorenheim in Umlauf ist, machen sich auch die Verantwortlichen in anderen Einrichtungen Gedanken. So wie Johanna Auerbeck, die das Vitanas Senioren Centrum St. Anna in Höchstadt leitet. Ob das Besuchsverbot nach den Lockerungen wieder verschärft wird, hänge nun von der Aussage des Gesundheitsamtes ab.

Seit vergangenem Mittwoch waren im St. Anna Senioren Centrum "unter strengen Regeln" wieder Besuche möglich, sagt Auerbeck. Zu Besuchszeiten am Morgen und am Nachmittag durften je vier Angehörige in das Seniorenheim kommen. Das heißt, insgesamt können an einem Tag acht Heimbewohner Besuch von je einem Angehörigen bekommen. Angehörige und Bewohner treffen sich dann mit Sicherheitsabstand und mit Mund-Nasen-Schutz in einem Besucherraum. So wolle man das Risiko einer Infektion möglichst gering halten. "Die Angehörigen sind alle sehr vernünftig", sagt die Leiterin.