Hemhofen
Konzept

Musikschule Hemhofen will Generationen verbinden

In der Musikschule Hemhofen gibt es unter anderem ein neues Projekt, das Kindergartenkinder und Senioren zusammenbringt.
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In die Musikschule Hemhofen soll wieder mehr Leben einziehen.    Foto: Thomas Schöbel
In die Musikschule Hemhofen soll wieder mehr Leben einziehen. Foto: Thomas Schöbel
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Sarah Szarek hat sich viel vorgenommen für das Jahr 2019. "Wir wollen für alle Bevölkerungsgruppen attraktiver werden und neue Schüler gewinnen", erklärt die neue Leiterin der Musikschule Hemhofen. Im vergangenen Oktober hat Szarek, die bereits seit zehn Jahren in Hemhofen unterrichtet, das Amt vom langjährigen Chef Erich Koch übernommen. Und damit auch das Problem sinkender Schülerzahlen.

Leider habe insbesondere die Zahl der auswärtigen Schüler stark nachgelassen, da die Gemeinde Hemhofen deren Besuch nicht mehr subventioniert, bedauert die neue Leiterin. Zudem konzentriert sich das Alter der Schüler auf Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Erwachsene oder Senioren finden nur selten den Weg in die Kursangebote. Diesem doppelten Problem der Finanzierung und der Altersstruktur will Szarek mit einem neuen Konzept begegnen.

Die Öffentlichkeit erreichen

Die Musikschule setzt dabei auf öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen für Neugierige und attraktive Angebote für die bisherigen Schüler. Für Interessenten ist die neue kostenlose Workshop-Reihe "Musik für alle" gedacht, die regelmäßig zum gemeinsamen Musizieren einladen möchte. Zum Auftakt am 6. April gibt es einen Trommelkurs mit Schlagzeuglehrer Claus Zwanziger. Bereits am 24. März wird es zudem ein hochkarätig besetztes Konzert der Musikschule in Kooperation mit der Hochschule für Musik (HfM) Nürnberg geben. Das Percussionensemble der HfM gastiert dazu um 16 Uhr in der Heilandskirche Hemhofen. Dank Unterstützung des Fördervereins der Musikschule und der Sparkasse kann dieses Konzert kostenlos angeboten werden, erläutert die Schulleiterin. Im Mai findet außerdem ein Tag der offenen Tür mit Konzert und Kinderprogramm statt. Als besonderes Erlebnis für die bereits aktiven Musiker ist der Besuch einer Kinderoper im Staatstheater Nürnberg geplant, inklusive privater Führung durch das Haus.

Neben diesen ganzen Veranstaltungen setzt Sarah Szarek viele Hoffnungen auf den Erfolg des Pilotprojektes "Generation plus". Hier sollen Kindergartenkinder und Senioren zusammengebracht werden, um gemeinsam an einem elementaren Musikunterricht teilzunehmen. "Solch ein Projekt ist etwas ganz Neues und ein Aushängeschild für Hemhofen sowie die ganze Region", sagt Szarek. Für die Planung wurde mit der HfM Nürnberg und der Musikschule Fürth, deren Arbeit mit Senioren und Behinderten als Vorbild dient, zusammengearbeitet. Vier Lehrkräfte besitzen bereits Erfahrungen aus dem Bereich der Musikpädagogik. Neben der musikalischen Ausbildung seien eine gute Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl gefragt. Erste Gespräche mit dem Kindergarten und dem Seniorenheim "Haus Heinrich" hätten bereits stattgefunden.

Um der sozialen Komponente des Projekts gerecht zu werden, möchte die Musikschule die Kosten möglichst gering halten und hofft auch hier auf eine Unterstützung durch die Sparkasse. Allgemein seien Gruppenformate günstiger zu finanzieren als Einzelunterricht. Zu diesen neuen Gruppenformaten soll auch eine "Best Age Band" für Senioren mit musikalischer Erfahrung zählen. "Das Ziel ist eine einheitliche Gebührenordnung für Großgruppen", so Szarek. Sie hofft, dass der Finanzausschuss der Gemeinde bis Mai eine Entscheidung getroffen hat. Starten sollen die Projekte dann mit Beginn des neuen Schuljahres im September.



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