Hemhofen
Pädagogik

Musikschule Hemhofen vereint die Generationen

Das Projekt "Generation Plus" der Musikschule Hemhofen soll Kinder und Senioren zusammenbringen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Eis zwischen Kindern und Senioren war beim ersten Test schnell gebrochen.    Foto: privat
Das Eis zwischen Kindern und Senioren war beim ersten Test schnell gebrochen. Foto: privat
+1 Bild

"Dieses Projekt ist eine tolle Bereicherung für beide Seiten", gibt sich Heike Reiners-mann euphorisch. "Es war sehr schön zu sehen, wie die Lebensfreude bei den beteiligten Senioren wieder zurückkehrte." Die ausgebildete Sozial-Pädagogin Reinersmann ist seit 25 Jahren Lehrerin an der Musikschule Hemhofen und betreut dort die musikalische Früherziehung. Mit dem Pilotprojekt "Generation Plus" betritt die erfahrene Lehrkraft aber nun auch Neuland.

Dabei geht es darum, Menschen der Altersgruppe 60plus und Kindergartenkinder im Rahmen der elementaren Musikpädagogik zusammenzubringen. Kinder und Senioren sollen zusammen singen, sich unterhalten, (zu)hören, Instrumente spielen und sich bewegen. "Viele Kinder haben ja heute nicht mehr so viel Kontakt zu älteren Menschen", erklärt Reiners-mann. Da gehe es auch um ganz banale Dinge wie das lautere und deutlichere Sprechen im Umgang mit den Senioren.

Senioren werden motiviert

Auf der anderen Seite werden die älteren Teilnehmer durch die Kinder motiviert und aktiviert. Grundsätzlich funktioniere vieles mit Kindern genauso wie mit alten Menschen, aber einige Dinge müsse sie sich auch autodidaktisch aneignen und auf ihre Erfahrungen vertrauen, beschreibt Heike Reinersmann die Herausforderung des Projekts.

Offiziell startet das neue Angebot der Musikschule Hemhofen zum Schuljahr 2019/2020. Es haben aber bereits zwei Probestunden in Zusammenarbeit mit dem Seniorendomizil Haus Heinrich stattgefunden. Dabei musste zunächst auch eine Hemmschwelle überwunden werden, wie Musikschul-Leiterin Sarah Szarek berichtet.

"Als wir das Projekt angekündigt haben, gab es von allen Seiten viel Begeisterung. In der Praxis sah das aber dann zunächst anders aus", gibt Szarek zu. Zur ersten Probestunde seien nur wenige Teilnehmer dabei gewesen. Dennoch sei das Eis zwischen Kindern und Senioren schnell gebrochen und zum zweiten Termin hatte sich das tolle Angebot herumgesprochen. Fast 20 begeisterte Bewohner des Haus Heinrich hatten sich angemeldet. Selbst der Bayerische Rundfunk war zu Besuch und berichtet am kommenden Sonntag um 19.30 Uhr auf BR2 in der Sendung "Musik für Bayern" über das Projekt.

Warten auf Anmeldungen

"Wichtig ist nun, nach dem erfolgreichen Test auch tatsächlich genügend Interessenten für den Kurs zu finden", sagt Sarah Szarek. Fünf Kinder haben sich bereits angemeldet und man warte jetzt auf entsprechende Rückmeldungen des Hauses Heinrich. Szarek und Reinersmann gaben beide zu bedenken, dass die Teilnahme für die Senioren durchaus eine finanzielle Belastung darstellt, auch wenn die jährlichen Kosten mit 264 Euro moderat erscheinen.

Nicht zuletzt deshalb hat die Musikschule in Zusammenarbeit mit der Sparkasse ein Spendenportal ins Leben gerufen, um die Gebühren noch sozialverträglicher zu gestalten. Für die Durchführung des Projekts im Haus Heinrich müssen zudem ein Raum eingerichtet und Instrumente angeschafft werden. "Es wäre einfach schade, wenn es am Geld scheitern würde", so Reinersmann. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das über eine Spende unter https://sparkasse-erlangen.engagementportal.de/projects/71086.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren