Mühlhausen
Kirchweih

Mühlhausener Kerwasburschen: Nackt im Wald

Drei Bäume stemmten die Kerwasburschen in Mühlhausen in die Höhe. Drei der Burschen hatten sich in der Nacht zuvor einen Scherz erlaubt und den Fichten im Wald einen Besuch abgestattet - im Adamskostüm. Das rief die Polizei auf den Plan.
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Die drei Kirchweihbäume in die Höhe zu hieven war für die Kerwasburschen kein Problem. Fotos: Sonja Werner
Die drei Kirchweihbäume in die Höhe zu hieven war für die Kerwasburschen kein Problem. Fotos: Sonja Werner
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Arbeit macht so eine Kerwasfichtn schon, bis sie schließlich da steht, wo sie hingehört. Drei Stück hatten die Mühlhausener Kerwasburschen zu schlagen, bis sie alle beieinander hatten, die sie brauchten: Eine für die Stammwirtschaft Bär, eine kleinere für den Platz beim Fisch-Jakob und ganz spontan im Wald entschlossen sie sich noch für eine dritte, kleine - für die Kinder nämlich.

Einen Kinderbaum hat es nämlich in Mühlhausen zumindest schon seit vielen Jahren nicht mehr gegeben - man erinnert sich gar nicht mehr so richtig daran, ob und wann. "Aber wir wollen die alten Bräuche wieder in Erinnerung rufen", erklärte Mario Hirschmann, einer der Burschen, die kurzfristige Idee. Elias, Melissa, Noha und die anderen - zwischen fünf und sieben Jahren alt - fanden den Gedanken jedenfalls klasse. "Wann sind wir endlich dran?", fragten sie nicht nur einmal, während die Großen sich mit dem 21-Meter-Exemplar am Marktplatz abplagten.

32 tatkräftige Männer

Immerhin, einfahren auf dieser "Hauptfichte" hatten sie schon dürfen. Sich gut festhaltend waren sie beim Einzug der Burschen gleich vorne mit dabei. Dann hieß es natürlich absteigen. Baum hochheben, Kranz befestigen, Schwalben organisieren und Aufrichten, da mussten bei der großen Fichte die Männer ran. 26 Kerwasburschen und sechs von den Ehemaligen, da gab es keine großen Probleme.

Nackt im Wald

Vergessen war da auch schnell die Unanehmlichkeiten, die sich drei der Burschen in der Nacht von Freitag auf Samstag eingehandelt hatten: In bester Kerwaslaune nach dem ersten Bieranstich von Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) im Stammgasthaus und längerem ausgiebigem Feiern danach beschlossen die drei, den bereits gefällten und im Wald liegenden Bäumen noch einen nächtlichen oder besser frühmorgendlichen Besuch abzustatten - im Adamskostüm allerdings. Dieser Einfall rief die Polizei auf den Plan - bei drei nackten Männern im Wald kann man ja nie wissen.

Ein Versteckversuch hinter stehenden Bäumen misslang - auch bei manchen Kerwasburschen ist der Bauch die vorderste Stelle des Körpers. Wie der diese Geschichte erzählende Mario zu wissen glaubt, hat der Scherz aber keine strafrechtlichen Konsequenzen - es soll bei einer Verwarnung für die drei geblieben sein. Er selbst war ja nicht dabei und kann deshalb Genaueres hierzu nicht sagen.

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