Mühlhausen
Auszeichnung

Mühlhausener bekommen einen Stern für das beste "Fisch-Event"

Für ihr alljährliches Hoffest rund um den Karpfen hat die Familie Jakob aus Mühlhausen den "Seafood Star" bekommen.
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Die ganze Familie Jakob packt im Laden und beim Hoffest mit an: Walter, Lukas, Simon, Michael und Marianne (von links)    Foto: Evi Seeger
Die ganze Familie Jakob packt im Laden und beim Hoffest mit an: Walter, Lukas, Simon, Michael und Marianne (von links) Foto: Evi Seeger
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"Eigentlich hätte die ganze Region diesen Preis bekommen müssen", sagt Marianne Jakob. Der Preis ist ein Stern, der "Seafood Star". Alljährlich wird er vom "FischMagazin", der Fachzeitschrift der Fischwirtschaft in Deutschland, vergeben. Bereits vor zehn Jahren ging der Stern an den Familienbetrieb Jakob, damals für die beste Direktvermarktung. 2019 erhielten Walter und Marianne Jakob den "Seafood Star" in der Kategorie "Bestes Fisch-Event".

Dieses "beste Fischevent" - Gourmets werden es schon ahnen - ist das jährliche Hoffest, das in diesem Jahr zum 24. Mal stattfindet. Immer am ersten Wochenende im September, an dem in Mühlhausen Kirchweih gefeiert wird, findet es als Auftakt der Fischsaison in Hof und Scheune der Jakobs statt. "Ein Fest für den Aischgründer Karpfen" titelte die Fachzeitschrift ihren Artikel über das Hoffest. Walter Jakob findet: "Eigentlich eine Hommage an den ganzen Aischgrund."

2018 wurden den rund 3500 Gästen an drei Tagen gut 2000 Kilogramm Karpfen serviert. Den bieten die Jakobs "in vielen kreativen Zubereitungsformen" an. Vom klassischen "Karpfen gebacken" über Filet und Karpfenchips bis hin zu geräucherten Varianten standen insgesamt 17 Gerichte - neun davon Karpfengerichte - auf der Karte. "Der Renner ist das Karpfenfilet", berichtet Simon, einer der drei Jakob-Söhne. Beim Filet "mit Schwanz, denn der ist eine Delikatesse für Kenner", wie Marianne Jakob betont, erübrigt sich das Entgräten. Auch auf den Zeitgeist haben sich die Jakobs eingestellt: Im letzten Jahr wurde ein Fischburger angeboten mit dem Ergebnis, dass die Spezialität am Ende total ausverkauft war.

Womit verdient man sich so einen Stern eigentlich? Welche Kriterien werden von der Jury eines etwas seefischlastigen Magazins gewertet? "Dass wir ein Familienbetrieb und keine Gastwirte sind, das Fest nur einmal im Jahr stattfindet und alle an einem Strang ziehen", sagen Marianne und Walter Jakob wie aus einem Mund. Wirte seien Profis, das Hoffest aber finde nur an drei Tagen statt. Das bedeute aber auch, "von Null auf Hundert alles aufzubauen", was bei einer Gaststätte ohnehin vorhanden sei.

Ein starkes Team

Das alles wurde ebenso in die Wertung einbezogen wie das Team, ohne das ein solches Event überhaupt nicht zu stemmen wäre. Neben Familie und Mitarbeitern steht ein Stamm von Freunden und Nachbarn zur Verfügung, die zum Teil schon seit Jahren dabei sind. Auch von den Söhnen hat jeder seinen Part: Simon ist für Technik und Küche zuständig, Lukas für alle Getränke und Michael ist in der Küche zu finden.

Dass beim Hoffest eine Botschaft vermittelt wird und aktuelle Themen angesprochen werden, konnte ebenfalls in die Waagschale geworfen werden. Alljährlich ist ein großes Aquarium zu bestaunen und ein Fischwirtschaftsmeister macht ein Kinderprogramm. Ein weiterer Pluspunkt war auch, dass es an allen drei Tagen Live-Musik gibt.

"Wir haben aber auch ein tolles Produkt", sagt Chefin Marianne über den Aischgründer Karpfen. Er erfülle alle Kriterien, die der Verbraucher schätze: Er sei schmackhaft, eiweißreich, regional und nachhaltig. Insbesondere auf Nachhaltigkeit und Regionalität werde vom Verbraucher Wert gelegt. Nachhaltige, regionale Produkte müssten an jeder Fischtheke angeboten werden, sei die klare Aussage des Spitzenmanagements aller großen Lebensmittelkonzerne.

Die Auszeichnung, die im Rahmen des fünften Fischwirtschaftsgipfels in Hamburg vergeben wurde, sei zugleich Bestätigung und Ansporn, aber natürlich auch eine gute Werbung. "Wenn ein Gast sich wohlfühlt und es ihm schmeckt, kommt er auch ins Geschäft zum Einkaufen", weiß Marianne Jakob. Mitunter werde kritisiert, dass beim Hoffest so viele Plätze reserviert sind. Wenn Firmen-Mannschaften oder Berufskollegen beieinander sitzen wollen, gehe es halt nicht anders. "Dass nicht alles ganz perfekt ist, macht den Charme des Festes aus", meint Walter Jakob augenzwinkernd. Die Gäste würden merken, dass da viel Herzblut drin stecke, eben alles "handgemacht" sei.

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