Mühlhausen
Haushalt

Mühlhausen investiert in Energiesparmaßnahmen

Mit ihrem diesjährigen Haushalt wird die Marktgemeinde Mühlhausen einmal mehr dem Anspruch einer in Umweltfragen fortschrittlichen Gemeinde gerecht.
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Foto: Jens Wolf, dpa
Foto: Jens Wolf, dpa
Viele Finanzmittel werden 2018 und in den Folgejahren in umweltrelevante Maßnahmen fließen. Die Sanierung der Kläranlage ist dazu ebenso zu zählen wie stromsparende Leuchtmittel, Regenrückhaltebecken oder eine Photovoltaikanlage auf dem gemeindlichen Bauhof.

Der von VG-Kämmerer Tobias Weiß in der Sitzung am Dienstag vorgelegte Gemeindehaushalt hat ein Gesamtvolumen von 4,8 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt 3,6 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 1,2 Millionen Euro) und ist damit gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert.

Nach gründlicher Vorberatung im Mai wurde der Etat am Dienstag ohne große Diskussion gebilligt. Trotz hoher Investitionsmaßnahmen musste keine Neuaufnahme von Krediten veranschlagt werden. Allerdings müssen 323 700 Euro aus den Rücklagen entnommen werden. Eine Zuführung in Höhe von 306 600 Euro soll im Verwaltungshaushalt erwirtschaftet und dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Nach Abzug der Tilgungsleistung von 194 900 Euro steht noch eine freie Finanzspanne von 111 700 Euro zur Verfügung.

Die wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Gewerbesteuer mit 360 000 Euro, der Anteil an der Einkommensteuer mit gut einer Million Euro und die Schlüsselzuweisung in Höhe von 443 100 Euro. Dem gegenüber stehen als Ausgaben die Kreisumlage mit 761 600 Euro und die VG-Umlage mit 322 900 Euro.

Die Verschuldung der Gemeinde soll in den nächsten Jahren kontinuierlich abgebaut werden. Ende 2017 bei 1,9 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1128 Euro entspricht, soll sie bis zum Jahr 2021 nur noch bei 686 Euro pro Einwohner liegen.

Haushaltsmittel sind angesetzt für die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Leuchtmittel in der gesamten Gemeinde und im Kindergarten. Für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bauhofs sind 80 000 Euro ausgewiesen. Der erzeugte Strom soll für den Eigenbedarf der Kläranlage genutzt werden.


Brücken und Breitband

Mit der Kläranlage an sich werden sich die Gemeindeväter noch mehrfach beschäftigen müssen: In diesem Haushalt werden eine Machbarkeitsstudie und erste Planungen finanziert. Danach wird zu entscheiden sein, ob eine Sanierung, ein teilweiser Neubau oder eine Überleitung nach Höchstadt wirtschaftlich sind. Der Bau von Regenrückhaltebecken in Schirnsdorf, im Mühlweiher und im Obstgarten ist hingegen von den Behörden gefordert. Die Rückhaltebauwerke schlagen im Haushalt mit 205 000 Euro zu Buche.

Zur Bestandsaufnahme der Brückenbauwerke und Erstellung einer Prioritätenliste wurde ein so genanntes "Brückenbuch" - Kosten rund 10 000 Euro - in Auftrag gegeben. Für den Breitbandausbau stehen 2018 noch Kosten von 228 300 Euro an. Nach Abschluss der Maßnahme könne jedoch die Förderung in Höhe von 238 400 Euro abgerufen werden, erklärte der Kämmerer.

Die ganz dicken Brocken scheinen in den nächsten beiden Haushaltsjahren auf die Marktgemeinde zuzukommen. Kanalsanierungen in Schirnsdorf, Simmersdorf und Decheldorf werden mit insgesamt 904 000 Euro veranschlagt. Vom Wasserwirtschaftsamt wurden dafür Zuschüsse in Höhe von 450 000 Euro in Aussicht gestellt. 2019 und 2020 stehen außerdem Dorferneuerungen in Decheldorf und Schirnsdorf sowie die Flurneuordnung an.


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