Nürnberg
Staatsanwaltschaft

Mordfall Aisch: Verlobter ist schuldfähig

Erst gab's eine Leiche, danach ein Geständnis. Was folgte, war ein Widerruf des Tatverdächtigen. Jetzt teilte die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth auf Nachfrage mit, ein inzwischen in Auftrag gegebenes Gutachten würde dem Beschuldigten volle Schuldfähigkeit attestieren.
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Foto: Ronald Rinklef
Foto: Ronald Rinklef
Eine recht wirre Geschichte, bei der es der 39-jährige Ex-Verlobte einer 32-jährigen Frau, deren Leiche im Juni in der Aisch bei Gerhardshofen (Landkreis Neustadt/Aisch Bad Windsheim) entdeckt wurde, den ermittelnden Behörden nicht eben leicht macht.

Nachdem der mutmaßliche Täter in Emskirchen festgenommen worden war, hatte er dem Ermittlungsrichter gegenüber zugegeben, seine Verlobte in der gemeinsamen Wohnung erwürgt zu haben. Darüber hinaus habe man DNA-Spuren des Geständigen im Auto eines Zeugen gefunden, der den Mann in der Tatnacht als Anhalter mitgenommen haben will. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hatte der Mann sein Opfer offensichtlich in der Nacht zur Aisch geschafft.
Erinnern könne er sich daran allerdings nicht mehr.

Es folgte ein Widerruf: In einer schriftlichen Erklärung ließ der Beschuldigte über seinen Verteidiger wissen, dass drei bis vier maskierte Personen seine Lebensgefährtin getötet und ihn gezwungen hätten, den leblosen Körper in die Aisch zu werfen.

Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Antje Gabriels-Gorsolke, erklärte, ist der Mann nach derzeitigem Ermittlungsstand weiter dringend tatverdächtig. Für die zweite Version des Tathergangs mit den ominösen Fremden hätten sich keine hinreichenden Anhaltspunkte ergeben. Aus diesem Grund bleibe der Mann auch in Untersuchungshaft.

In Kürze sei mit dem Abschlussbericht der Polizei in der Angelegenheit zu rechnen, so Gabriels-Gorsolke. Danach entscheide die Staatsanwaltschaft, ob gegen den 39-Jährigen Anklage erhoben wird.

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