Herzogenaurach
Obstverwertung

Mobile Saftpresse muss in Herzogenaurach heuer Schwerstarbeit leisten

Aufgrund der hervorragenden Obsternte gab es beim Besuch von Angis mobiler Mosterei aus Weißenburg in den Weihersbachanlagen einen entsprechenden Andrang.
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Petra Fischer hatte alle Hände voll zu tun, um ihre Ernte auf das Förderband zu bringen.     Foto: Richard Sänger
Petra Fischer hatte alle Hände voll zu tun, um ihre Ernte auf das Förderband zu bringen. Foto: Richard Sänger
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Wie in den vergangenen Jahren waren schon frühmorgens Kinder unterwegs und ernteten mit Unterstützung von Bauhofmitarbeitern sowie in Niederndorf mit Hilfe des Obst- und Gartenbauvereins die vielen Äpfel auf städtischen Grundstücken und Streuobstwiesen. Im Stadtgebiet waren vier Klassen der Grundschule und des Liebfrauenhauses unterwegs und auch das Kinderhaus Sankt Josef aus Niederndorf beteiligte sich an der Aktion.

Mit großen Augen verfolgten dann die Kinder, wie ihre Äpfel über das Förderband rollten und mit lautem Getöse in der Presse verschwanden. Am anderen Ende des Lastwagens floss der naturtrübe Apfelsaft heraus und wurde in eine sogenannte Bag-in-Box abgefüllt, also in einen Saftbeutel aus Plastik, der wiederum in einen stabilen Pappkarton gestellt werden kann.

Als Erste durften Petra und Hans-Joachim Fischer Birnen und Äpfel aufs Förderband schütten, denn die Besitzer des gleichnamigen Biohofes lieferten Bio-Obst an, und da muss die Presse frisch gereinigt sein.

Saft nur vom eigenen Obst

Die beiden bedauerten nur ein bisschen, dass sie eine große Streuobstwiese nach der schlechten Ernte im vergangenen Jahr abgegeben haben. "Wir hätten die Birnen und Äpfel in diesem Jahr überhaupt nicht ernten können und die Mosterei hätte nahezu einen Tag nur für uns arbeiten müssen", erklärte Hans-Joachim Fischer, als er Birnen und Äpfel kistenweise auf das Förderband kippte. "Wir machen auch Birnen-Apfelsaft", sagte Petra Fischer und mischte das Obst. Den gepressten Saft verkauft das Ehepaar im Hofladen und im Oktober beim Markttag in Weisendorf.

Wie Monika Preinl vom Sachgebiet für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz erläuterte, schätzen die Kunden insbesondere, dass jeder Anlieferer nur den Saft von seinem eigenen Obst zurückbekommt. Für die Fischers ist es auch wichtig, dass man beim Pressen direkt dabei ist und die Mitarbeiter der mobilen Mosterei großen Wert auf Sauberkeit legen. Der Produktionsablauf der mobilen Bandpresse gibt jedem Obstlieferanten die Garantie, sein Obst als Saft wieder zurückzuerhalten. Abgefüllt wird der 100-Prozent-Direktsaft wahlweise in Drei-Liter-, Fünf-Liter- oder Zehn-Liter-Behälter zu drei, vier bzw. sieben Euro. Wie die Chefin erklärte, bleibt der Saft ungeöffnet mindesten zwei Jahre lagerfähig und nach der Öffnung des Kartons bleibt der Saft ungekühlt bis zu drei Monate haltbar.

Und auch der Rest, der Trester, landet nicht auf der Deponie oder dem Kompost, sondern wird zur Fütterung sämtlicher Schalenwildarten verwendet. Durch die Verwendung des Tresters versprechen sich die Jäger eine deutliche Absenkung des Wildverbisses.

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