Mühlhausen
Agrarwirtschaft

Mittelfranken: Landwirte suchen neue Wege

Der Mühlhausener Herbert Pickel bewirtschaftet seine Felder nach dem Prinzip der Dammkultur. Jetzt stellte er die Vorteile dieser Methode vor.
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Zahlreiche Landwirte ließen sich die Dammkultur vor Ort erklären.    Foto: Yannick Hupfer
Zahlreiche Landwirte ließen sich die Dammkultur vor Ort erklären. Foto: Yannick Hupfer
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Herbert Pickel hat in seiner Laufbahn als Landwirt viel ausprobiert - sehr viel. Er hat jahrelang konventionell gewirtschaftet, ist dann auf Bio umgestiegen. Er hat versucht Disteln zu bekämpfen und den Ertrag zu steigern.

Als er 2009 auf Bioanbau umstieg, lautete sein Motto: "Die Natur kann alles besser: säen und ernten." Ganz anders als noch einige Jahre zuvor, als eine Beratungsfirma ihm empfahl, zwölf verschiedene Mittel in die Pflanze zu geben. Doch es brachte nicht den gewünschten Ertrag.

Im Jahr 2013 versuchte Pickel wieder etwas Neues: Dammkultur. Mit Erfolg. Bei Weizen habe er nun deutlich mehr Ertrag. "Ich habe mit der Dammkultur alles so im Griff, dass ich immer reagieren kann", sagt der Landwirt.

An einem Feldtag am Samstag in Mühlhausen erklärte er rund 50 Kollegen, warum er so überzeugt von der Dammkultur ist. Gemeinsam mit Julian Turiel, Pionier der Dammkultur, zeigte er Möglichkeiten auf, mehr Erträge zu generieren. So fragte Turiel in der Kulturscheune in die Runde, wie man mit den Wasserreserven aus dem Winter in trockenen Jahren umgehen solle. Die allgemeine Meinung: möglichst früh anbauen, damit die Reserven bestmöglich genutzt werden. "Es ist eigentlich umgekehrt", sagt hingegen Turiel.

So komme es vielmehr auf die einzelne Pflanze an, wann sie den perfekten Zeitpunkt zum Keimen hat. Mais solle idealerweise um den 14. Mai gesät werden. Er brauche Phosphor, um sich zu entwickeln, und der sei vorher noch nicht im Boden. "Der Mais wächst dann nicht und trotzdem geht die Feuchtigkeit weg", erklärt Turiel.

Bei der Dammkultur, also Reihen mit Erdanhäufungen, empfiehlt er eine Breite von 60 Zentimetern. "Die Kulturen verwurzeln da ganz anders als im Flachanbau", so der Pionier weiter. Eine gute Verwurzelung entstehe durch viel Leben im Boden. Der "Kamineffekt" sorgt für optimale Belüftung: Der Luftzug steigt nach oben bis an die Spitze des Damms, in der Nacht passiere es umgekehrt.

Aus eigener Erfahrung weiß Herbert Pickel auch, dass Gerätschaften weniger Verschleiß haben. Mit Drähten werden nur wenige Zentimeter dicke Schichten des Damms abgetragen, damit Unkraut entwurzelt wird. Außerdem sagt er: "Es fließt kein Liter Wasser aus dem Acker heraus." Julian Turiel ist sich sicher: "Es wird nie eine andere Methode geben, die dieses Potenzial so präsentieren kann."

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