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Mittelfranken: A3-Ausbau als Mammutprojekt - So steht es um die sechsspurige Autobahn

Schon bald soll die Autobahn 3 in Mittelfranken sechs Spuren besitzen. Die Autobahndirektion Nordbayern gab nun bekannt, wie es um das Projekt steht.
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Schon bald soll die Autobahn 3 in Mittelfranken sechs Spuren besitzen. Die Autobahndirektion Nordbayern gab nun bekannt, wie es um das Projekt steht. Foto: Franziska Rieger
Schon bald soll die Autobahn 3 in Mittelfranken sechs Spuren besitzen. Die Autobahndirektion Nordbayern gab nun bekannt, wie es um das Projekt steht. Foto: Franziska Rieger
A3-Ausbau in Mittelfranken: Auf den Landkreis Erlangen-Höchstadt kommt mit dem sechsspurigen A 3-Ausbau ein Mammutprojekt zu. Stephan Ried von der Autobahndirektion Nordbayern gab jetzt den Kreisräten einen Überblick über den Stand des sechsspurigen Ausbaus.

Um Unfälle und Verkehrsstaus zu vermeiden, wird an der A 3-Anschlussstelle Höchstadt-Ost nachgebessert. Eine Ampel an der neuen Rampe sowie deren Aufteilung in einen Rechts- und Linksabbiegerstreifen sind bereits fertig. "Die Resonanzen auf die Ampel sind durchgehend positiv", sagt Ried. Die restlichen Verbesserungen werden noch gebaut.
Momentan befinde man sich beim Vergabeverfahren in der Phase der Erstangebote, erklärt Ried. Die Autobahndirektion habe die zwei besten Bieter ausgesucht und stehe in Verhandlungen mit diesen. Anfang nächsten Jahres werde der Zuschlag bekannt gegeben. Am 1. Mai 2019 soll die Vertragslaufzeit beginnen.

"Ab wann hat der Bürger mit Beeinträchtigungen zu rechnen?", will FW-Kreisrat Martin Oberle wissen. Das könne man noch nicht sagen, erklärt Ried. "Ein privater Bauträger ist flexibel. Er darf selbst entscheiden, wo er anfängt."


Was passiert bei einer Pleite?

Vor allem die Entlohnung des privaten Betreibers beschäftigt die Kreisräte. Wolfgang Hirschmann (Grüne) erinnert an ein Beispiel in Norddeutschland, bei dem ein Konsortium pleite ging. Dem entgegnet Ried: "Eine Pleite gibt es bei uns nicht, weil wir mit einer anderen Entlohnung, einem Monatsentgelt, arbeiten." Sollte einer Projektgesellschaft das Geld ausgehen, kann nach einem Ersatz gesucht werden. Für mittelständische Unternehmen sei das Projekt ohnehin uninteressant, merkt sein Parteikollege Manfred Bachmayer an. Eine solche Größenordnung komme eher für Banken in Frage.

Landrat Alexander Tritthart (CSU) konnte die Einwände seiner Kreisräte nicht nachvollziehen: "Eigentlich ist das doch ein Tag der Freude. Seit Jahrzehnten hoffen wir auf den sechsspurigen Ausbau." Für die A 3 und die B 470 stehe außerdem noch ein Gesamtverkehrsgutachten aus, erinnert Gerald Brehm (FW) mit Blick auf die Eröffnung des Aischparkcenters. Das Gutachten sollte ursprünglich im Herbst auf dem Tisch liegen. Lisa Bauersachs, beim Staatlichen Bauamt Nürnberg für den Kreis Erlangen-Höchstadt zuständig, berichtet, dass an der B 470 zwar gerade an verschiedenen Stellen untersucht werde. Von einem Gesamtkonzept wisse sie aber nichts. Auf ein solches pocht auch Tritthart: "Das Gutachten wurde uns zugesagt."

Auch auf einen Kreisverkehr an der Kreuzung B 470/Einfahrt Adelsdorf und Neuhaus (ERH 16) hofft man weiterhin. Es sei ein einstimmiger Beschluss im Kreistag gewesen, einen Kreisverkehr zu planen, erinnert Karsten Fischkal (FW). "Wir brauchen diesen Kreisverkehr an dieser Stelle", betont er. Allein während der kommenden Vollsperrung der B 470 bei Adelsdorf müssten 500 bis 600 Lastkraftwagen über eine Behelfszufahrt zu Aldi umgeleitet werden. "Wir warten immer noch darauf, dass die Planungen für einen Kreisverkehr aufgenommen werden", fordert auch Baiersdorfs Bürgermeister Andreas Galster (CSU). Besonders an Stellen, an denen die B 470 auf die A 3 trifft, wäre ein Kreisverkehr von Vorteil, meint Armin Goß (CSU).
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