Herzogenaurach
Geschichte

Mit Konrad Schobert fing der ASB in Herzogenaurach an

Die Tätigkeit der Arbeiter-Samariter in Herzogenaurach geht bis ins Jahr 1912 zurück. In einer Broschüre ist die Geschichte zusammengetragen.
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Die ASB-Kolonne Herzogenaurach im ersten Wiedergründungsjahr 1928  Fotos: Archiv Heuer
Die ASB-Kolonne Herzogenaurach im ersten Wiedergründungsjahr 1928 Fotos: Archiv Heuer
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Es ist ein steiniger Weg, den der Arbeiter-Samariter- Bund (ASB) in Herzogenaurach seit seiner Gründung im Jahr 1912 zurücklegen musste. Vor allem das Dritte Reich, in der Ausstellungseröffnung im Rathaus als "Zeit des Untergangs" bezeichnet (der FT berichtete), setzte dem Verband doch arg zu: Er wurde verboten.

Die 19-jährige Carolina Heuer und ihr Vater Reinhard haben die Geschichte des ASB zusammengetragen und in einer Broschüre veröffentlicht. Einen wesentlichen Teil der 36 Seiten starken Ausarbeitung nimmt die Geschichte vor Ort in Herzogenaurach ein.

15 Aktive ganz am Anfang

"Über das Mitgliedsbuch Nr. 5 aus dem Jahr 1912 mit der Angabe 'Kolonne Herzogenaurach' wissen wir, dass auch in Herzogenaurach bereits in der Kaiserzeit eine ASB-Kolonne existierte. Das ASB-Archiv in Köln gibt für Herzogenaurach bereits 15 aktive und neun passive Mitglieder für das Jahr 1912 an". So beginnt der Bericht über die Geschichte der Hilfsorganisation an er Aurach. In der Verbandszeitschrift sind Adressinformationen des Kolonnenleiters Konrad Schobert bis 1914 zu finden. Danach gibt es keine weiteren Informationen mehr, so dass vermutet werden muss, dass die Kolonne im Dunkel des Ersten Weltkriegs nicht mehr weitergeführt werden konnte.

Nach überlieferten Zeitzeugenangaben sollen, wie Vater und Tochter Heuer weiter herausgefunden haben, im Jahr 1927 erste Arbeiter-Samariter-Aktivitäten in Herzogenaurach stattgefunden haben. 1928 wurde dann die Kolonne neu gegründet. Die Erstausrüstung erhielt diese von der Erlanger Kolonne . Eine offizielle Mitteilung in der Presse gab es dazu jedoch erst im März 1929. Hier wurde auch darauf verwiesen, dass ein Krankenfahrzeug zur Verfügung stehe und bestellt werden könne (es handelte sich um das Fahrzeug der Erlanger Kolonne). Ausbilder war Sanitätsrat Dr. Hans Walther, der übrigens 1932 zum Herzogenauracher Ehrenbürger ernannt wurde und nach dem heute in Herzogenaurach eine Straße benannt ist.

Das Verbot

Dann kam das Dritte Reich, die Herzogenauracher Kolonne wurde 1933 aufgelöst. Schriftstücke über die Vorgänge konnten jedoch nicht gefunden werden. "Offensichtlich ist es den handelnden Personen bei Kriegsende gelungen, belastendes Material zu vernichten oder verschwinden zu lassen", beichten die Verfasser.

Anfang 1958 wurde die Herzogenauracher Kolonne wieder ins Leben gerufen, der Organisator der Gründungsversammlung war Heinrich Müller (der 1967 auch Mitgründer der Herzogenauracher Lebenshilfe war). Im Frühjahr 1959 wurde in Erlangen mit Kursen zur Ersten Hilfe begonnen, um wieder eine aktive Mannschaft zu schulen. Ende 1959 wurde auch dort die Kolonne wiederbegründet.

Auch BRK-ler mit dabei

Bei der Neugründung der Kolonne Anfang 1958 traten zwölf Mitglieder sofort ein. Hierbei waren auch einige, die vorher in der Rot-Kreuz-Kolonne mitgearbeitet hatten. Fritz Herbig wurde Vorsitzender, Heinrich Müller wurde Technischer Leiter, der Kolonnenvorsitzende von 1928, Hans Bitter, fungierte als Schriftführer. 1963 wurde ein erstes Fahrzeug angeschafft, ein gebrauchter Opel-Kombi. Im Lauf der nachfolgenden Jahre kamen dann weitere Fahrzeuge hinzu.



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