Herzogenaurach
Orgelbau

Mit Erfindergeist und Liebe

Der Orgelbauverein Herzogenaurach hat sich das Ziel gesteckt, eine neue Orgel in der Evangelischen Kirche in Herzogenaurach finanziell mitzutragen.
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Das Zusammenspiel war gar nicht so einfach. Doch Bürgermeister German Hacker (2.v.l.) und Martina Stamm-Fibich schafften es ein Lied zu intonieren. Die Zuhörer waren begeistert.  Foto: Richard Sänger
Das Zusammenspiel war gar nicht so einfach. Doch Bürgermeister German Hacker (2.v.l.) und Martina Stamm-Fibich schafften es ein Lied zu intonieren. Die Zuhörer waren begeistert. Foto: Richard Sänger
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Beim 43. Altstadtfest in Herzogenaurach gab es in diesem Jahr auf dem Stand er evangelisch-lutherischen Kirche vor dem Drebinger Hof mit einer "menschlichen Orgel" eine bisher einmalige und neue Attraktion. Bekanntlich hat sich im Dezember der Orgelbauverein mit dem Ziel gegründet, eine neue Orgel in der Evangelischen Kirche in Herzogenaurach finanziell mitzutragen und neben der der rein finanziellen Unterstützung das das Gesamtprojekt auch begleiten. Nach dem Vorbild des Kirchenbauvereins wurde der Orgelbauverein gegründet, der die notwendigen Mittel für die Anschaffung und den Aufbau beschaffen soll.
"Während die meisten Musikinstrumente, wie zum Beispiel Violine oder Saxofon, mit der Zeit ihre endgültige Form gefunden haben, muss eine Orgel optisch und akustisch jeweils an die örtlichen Gegebenheiten des Kirchenbaus angepasst werden", erklärt Kantor Gerald Fink. Außerdem verfüge Herzogenaurach über ein begeistertes Publikum für Orgelmusik, wie sich auch immer wieder bei den Orgeltagen zeige. "Deshalb ist es an der Zeit eine Orgel zu beschaffen, die optimal auf ihre Raumverhältnisse abgestimmt ist", erklärt Fink weiter.


Ausgediente Orgelpfeifen

Um weitere Spenden zu sammeln, kam die Idee für eine menschliche Orgel zustande: Mit viel Erfindergeist und Liebe zum Detail hat Vorstandsmitglied Sven Pastowski eine "menschliche Orgel aus alten ausgedienten Orgelpfeifen gebaut". Das Unikat kam nun erstmals beim Altstadtfest zum Einsatz. Pfarrer Oliver Schürrle und Kantor Gerald Fink freuten sich am ersten Abend über den Zuspruch für die menschliche Orgel.
Sven Pastowski montierte 15 Orgelpfeifen auf ein Holzgestell und jede einzelne Orgelpfeife wurde mittels eines Schlauches mit einem Blasebalg verbunden. Also eine Orgel ohne Register und Tastatur, Und trotzdem wird diese mit Noten zum Klingen gebracht. So musste nur zum richtigen Zeitpunkt, im Zweifelsfalle wenn der Profi Gerald Fink ein Zeichen gab, der Blasebalg gedrückt werden. Beim zweiten Anlauf klappte auch ein Lied. Gespielt wurde die Welturaufführung von Bürgermeister German Hacker und der SPD-Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich.


Ein spannender Verein

Am Samstag und Sonntag konnten die Besucher jeweils von 17 bis 19 Uhr gewünschte Lieder zum Klingen bringen oder eine ganze Orgelreihe dirigieren. Die Spenden kamen ausschließlich dem Neubau der Orgel zugute. Pfarrer Oliver Schürrle und Kantor Gerald Fink freuten sich am ersten Abend über den Zuspruch für die menschliche Orgel.
In den vergangenen Monaten gab es auch sehr interessante Orgelfahrten, um die unterschiedlichen Orgeln und deren Orgelbauer kennenzulernen. Begleitet wurden diese Fahrten auch vom Orgelsachverständigen Martin Schiffel, vielen Interessierten und einigen Organisten der Kirchengemeinde. So konnten die jeweils über 30 Teilnehmer sehr wissenswerte Einblicke und akustische Eindrücke bei den verschiedenen Orgeln gewinnen.
Auch für 2018 hat der Orgelverein schon eine Reihe vor Veranstaltungen geplant und die Kirchengemeinde den Orgelbauverein in Herzogenaurach etablieren und bekannter machen. Der Orgelbauverein freut sich auch über neue Mitglieder, über Spenden und regem Besuch bei den OrgelZeiten aber auch über aktive Unterstützung bei der Vereinsarbeit. Zur gleichen Zeit bot der Orgelbauverein beim Altstadtfest seine "Blind Books" an. Für eine Spende konnte ein Überraschungspaket erworben werden, in dem sich aktuelle Bücher oder auch Klassiker befanden. Damit der Kauf jedoch nicht zu überraschend wurde, stand auf den verpackten Büchern zumindest die Kategorie.
Ansprechpartner beim "Orgelnachklang" sind Sandra Wüstner (sandra.wuestner@herzomedia.net) oder Dieter Weidlich, (Dieter.weidlich@web.de). Informationsflyer und Mitgliedsanträge liegen in der Kirche und im Martin-Luther-Haus aus.
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