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Herzogenaurach
Sicherheit

Mit einer Warnweste ist man für den Fall der Fälle gerüstet

Wenn das Auto auf einmal streikt und der Fahrer gezwungen ist, am Fahrbahnrand zu halten, dann sollte eine Warnweste immer greifbar sein. Seit Juli sind die Westen Pflicht. "Und das aus gutem Grund", meint auch der Herzogenauracher Polizei-Chef Norbert Hacker.
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Wenn man im Straßenverkehr anhalten muss, sollte man eine Warnweste überziehen. Foto: Thomas Heuchling
Wenn man im Straßenverkehr anhalten muss, sollte man eine Warnweste überziehen. Foto: Thomas Heuchling
Was bekommt man für zwei oder drei Euro? Ein Bier in der Eckkneipe, eine Bratwurst am Marktstand und fast einen Eintritt ins Herzogenauracher Freibad.

Gut investiert wären die Münzen allerdings auch in eine Warnweste fürs Auto. Die sind nämlich seit 1. Juli Plicht in Deutschland. Bei allgemeinen Verkehrskontrollen wird seither auch nach der Warnweste gefragt, sagt der Direktionsleiter der Herzogenauracher Polizei Norbert Hacker. "Wir kontrollieren auch immer, ob eine Weste mitgeführt wird", sagt er, "mir ist aber kein Verstoß bekannt".

Feste Vorgaben

In jedem Fahrzeug muss, unabhängig von der Zahl der mitfahrenden Personen, eine Warnweste vorhanden sein. Die Weste in rot, gelb oder orange muss der DIN EN 471 beziehungsweise der EN ISO 20471:2013 entsprechen. Dies gilt für alle in Deutschland zugelassenen Autos, Lastkraftwagen und Busse.
Motorradfahrer werden - vorerst - außen vor sein. Wobei gewerblich genutzte Fahrzeuge für jede Person im Fahrzeug eine Weste dabei haben müssen. Zu Wohnmobilen gibt es keine konkrete Aussage, der ADAC empfiehlt daher auch Wohnmobilfahrern, eine Warnweste mitzuführen.

Momentan ist nur vorgeschrieben, dass eine Warnweste vorhanden sein muss. Eine Tragepflicht gibt es für private Fahrten jedoch nicht. "Aber es ist auffällig, dass man immer häufiger Menschen am Fahrbahnrand mit der Weste sieht", sagt Hacker. "Das kann ich auch nur dringend empfehlen."

Weniger Unfälle

Studien aus Nachbarländern, in denen die Warnweste schon länger verpflichtend ist, zeigen auch, dass das ein wichtiger Schritt in Richtung Sicherheit im Straßenverkehr ist, weiß Hacker. "Die Reduzierung der Unfälle mit Menschen am Fahrbahnrand ist enorm. Die Unfallrate hat sich in Österreich oder Italien fast halbiert", sagt er.
Die Frage nach dem "Warum" erübrigt sich hier fast schon. "Sowohl bei Tag, aber vor allem auch bei Nacht, sind die Menschen einfach besser sichtbar", erklärt Hacker.

Deshalb sieht man auch immer häufiger Motorradfahrer oder Schulkinder mit Westen, die mit reflektierenden Streifen ausgestattet sind. Der ADAC verteilt schon seit mehreren Jahren kostenlose Sicherheitswesten an Schulanfänger. Ende September auch der Grundschule am Burgstaller Weg in Herzogenaurach.

Die werbefreien, leuchtend gelben Sicherheitswesten mit Kapuze wurden eigens für diese Aktion konzipiert. Sie sind nach vorne, hinten und auch zur Seite hin mit sehr viel Reflexmaterial ausgestattet. Zudem ist die Weste lang genug, so dass sie noch unterhalb des Schulranzens herausschaut. Hintergrund ist, dass dunkel gekleidete Menschen frühstens aus 25 Metern Entfernung gesehen werden, schreibt der ADAC auf seiner Homepage. Mit Sicherheitsweste werden Kinder sogar auf eine Entfernung von bis zu 140 Metern deutlich gesehen.

Deshalb plädiert auch Polizei-Chef Hacker dafür, die Westen nicht nur mitzuführen, sondern im Fall eines Stopps am Fahrbahnrand auch zu tragen: "Das rettet Leben!"


Überblick

Pflicht Seit dem 1. Juli muss jedes private Fahrzeug mit einer Warnweste ausgerüstet sein. Für gewerbliche Fahrzeuge gilt: eine Weste pro Person.

Kosten Die günstigsten Westen gibt es für unter zwei Euro. Wer bei einer Polizeikontrolle keine Weste hat, zahlt 15 Euro.

Sicherheit Studien aus Nachbarländern zeigen, dass es halb so viele Unfälle am Straßenrandgibt, seit Warnwesten Pflicht sind.


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