Höchstadt a. d. Aisch
Infrastruktur

Minister Sibler hält Gründerzentrum in Höchstadt für machbar

Die CSU geht der Frage nach, ob der Aischgrund ein Existenzgründerzentrum braucht.
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Minister Bernd Sibler riet den Höchstadtern, Kontakt zur Uni zu halten.   Foto: Britta Schnake
Minister Bernd Sibler riet den Höchstadtern, Kontakt zur Uni zu halten. Foto: Britta Schnake
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Bereits im Februar 2018 hatte die Höchstadter CSU mit ihrem Vorsitzenden Alexander Schulz die Idee, in der Stadt ein Gründerzentrum zu schaffen. Am Montagabend nun wurde im Schlossgewölbe ein Versuch unternommen, sich dieser Idee weiter anzunähern.

"Es hat sich ein Ungleichgewicht in der Gewerbeansiedlung entwickelt durch den Schwerpunkt von Logistikfirmen", so Schulz. "Es fehlen Arbeitsplätze, sichere Arbeitsplätze. Wenn ich was tun möchte, muss ich auch andere Wege gehen statt nur Logistikzentren anzusiedeln." Sein Ziel ist es, wie er sagt, "den Wirtschaftsstandort und die Wirtschaftskraft zu stärken". Erlangen und Forchheim beherbergen bereits sogenannte Existenzgründerzentren in Form des "Medical Valley". Schulz könnte sich eine Kooperation mit diesen durchaus vorstellen.

Primär geht es bei einem solchen Zentrum um eine Plattform für Gründer, bei welcher diese Unterstützung und Betreuung erhalten, aber auch Räumlichkeiten und Einrichtungen gemeinsam genutzt werden können. Für Höchstadt als Standort sprechen laut Schulz unter anderem die attraktiven Grundstückspreise.

Möglichkeiten aufzeigen

Bei der Veranstaltung am Montag ging es nun aber erst einmal um ein vorsichtiges Rantasten an das doch relativ große Projekt. Um das Aufzeigen von Möglichkeiten. "Was ist möglich, was ist für Höchstadt machbar?", brachte Schulz es auf den Punkt. "Ein wichtiger Aspekt sind auch entsprechende Fördermittel." Ihm schwebt zudem eine enge Zusammenarbeit mit der FAU (Friedrich-Alexander-Universität) Erlangen-Nürnberg vor, um Studenten mit einer tollen Idee direkt von der Uni kommend eine Chance zu bieten. Ein Kontakt wurde bereits hergestellt.

Zur Unterstützung hatte er sich den Staatsminister für Wissenschaft, Kunst und Kultur, Bernd Sibler, eingeladen. Sibler erklärte gleich zu Beginn, dass man dabei wäre, durch den Abbau von Bürokratie das Hochschulrecht zu ändern, um Start- ups zu vereinfachen. "Wir wollen Start-ups fördern", so Sibler, "wir wollen Platz schaffen für Kreativität." Wichtig ist ihm auch eine gute Kommunalpolitik. "Gründung ist eine Sache", erklärte er, "Stabilität und Sicherheit eine andere." Den Kontakt zur FAU solle man halten, so der Minister.

Im Anschluss an den Vortrag wurden Fragen und Anregungen der Anwesenden an den Wissenschaftsminister herangetragen, aber auch leise Kritik gegen Höchstadt als Standort für ein mögliches Gründerzentrum. Franz Brauers zum Beispiel sieht ein Gründerzentrum für Höchstadt als fragwürdig, sollte für ihn ein solches doch an einem Hochschulstandort angesiedelt sein.

Ein Macher ist erforderlich

Auf Nachfrage von Thomas Maier, ob es Beispiele gäbe für ein Gründerzentrum in einer Stadt von der Größe Höchstadts, erwidert Sibler: "Es sind immer die Menschen, die den Unterschied machen. Sie brauchen eine Persönlichkeit, jemanden, der anpackt. Wenn Sie so was einrichten, muss es in die Struktur passen. Das steht und fällt mit den Menschen." Walter Nussel (MdL) unterstützt dies mit einem "Ihr braucht einen Motor, der vorausmarschiert. Das muss mit Leben erfüllt werden, das muss vor Ort laufen."

Die Veranstaltung stellte den ersten Schritt von dreien dar, um sich dem Thema "Existenzgründerzentrum" anzunähern. Für den zweiten Schritt will Schulz eine Beraterfirma einladen, für den dritten Schritt wäre dann der Vortrag eines Existenzgründers vorgesehen. "Vielleicht ist es vorstellbar, sinnvoll und machbar, ein Existenzgründerzentrum zu entwickeln."

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