Herzogenaurach
Hauptstraße

Metzgerei Seeberger zieht's zum Türmersturm

Die Filiale der Metzgerei Seeberger wechselt ihren Standort nur ein paar Meter weiter. Im einstigen "Wein & Fein" gibt's neue Möglichkeiten.
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Die Seeberger-Filiale zieht im kommenden Jahr von der ehemaligen Metzgerei Welker ein paar Meter weiter in das einstige "Wein & Fein" am Türmersturm (hinten).  Fotos: Bernhard Panzer
Die Seeberger-Filiale zieht im kommenden Jahr von der ehemaligen Metzgerei Welker ein paar Meter weiter in das einstige "Wein & Fein" am Türmersturm (hinten). Fotos: Bernhard Panzer
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Ein kleines beliebtes Ladenlokal in der Innenstadt wird wieder mit Leben erfüllt. Die Metzgerei Seeberger zieht im kommenden Jahr ein paar Häuser weiter. Bisher ist die Filiale in der ehemaligen Metzgerei Welker untergebracht, die die Hausnummer 39 in der Hauptstraße trägt. Fortan findet man den Familienbetrieb aus Büchenbach am Türmersturm, Hausnummer 45.

Eigentümer Jürgen Bauer kann das sicherlich mit einer gewissen Erleichterung sehen, denn mit der Filiale der Metzgerei Seeberger habe er einen Pächter gefunden, der solide arbeitet und in Herzogenaurach auch schon bewährt ist, wie er sagt. Und für den neuen Mieter ist es ein "super Standort", wie Seeberger-Inhaber Andreas Wein bestätigt. Vor allem muss die Filiale nur ein paar Meter umziehen.

Vorteil Außenbestuhlung

Ein weiteres Argument für den Büchenbacher, der den Familienbetrieb mit seiner Frau Andrea in der fünften Generation führt, ist die Tatsache, dass am neuen Standort früher ein Lokal war. "Wir haben eine Küche", sagt er. Und Platz für ein paar Tische im Innern, für sechs oder sieben Gäste, bleibt auch. Besonders interessant ist aber die Außenbestuhlung am Turm.

Metzgermeister Andreas Wein beabsichtigt daher, das Speisenangebot an Imbiss und Mittagsgerichten zu erweitern. Bisher wird die Herzogenauracher Filiale mit diesen Speisen täglich aus dem Stammhaus beliefert. Fortan aber habe man ja eine Küche, was andere Möglichkeiten eröffnet. "Ich bevorzuge es, vor Ort zu kochen", sagt er im FT-Gespräch.

Zwei Filialen

Seit 2013 ist der Traditionsbetrieb aus Büchenbach, der vor 116 Jahren von Johann Seeberger als Metzgerei, Gastwirtschaft und Büttnerei gegründet wurde, mit einer Filiale in der Herzogenauracher Innenstadt vertreten. Zwei Jahre später entstand eine weitere in Frauenaurach.

Die Herzogenauracher Hauptstraße "ist schon ein guter Standort", stellt er fest. Nur bei den Festivitäten in der Innenstadt, so kritisiert er, sei das nicht immer so prickelnd. Da habe man ihm die Buden vors Schaufenster gestellt. Das muss die Metzgerei Seeberger fortan eher nicht mehr fürchten. Denn der neue Platz am Türmersturm wurde bei diesen Anlässen ja auch meist gastronomisch genutzt und es wurde dort bestuhlt. Über eine Teilnahme an innerstädtischen Festen lasse sich auch durchaus nachdenken, sagt Wein.

Dry Age

Für das Metzgerei-Angebot selbst hat der 50-Jährige schon weitere Ideen. Vielleicht stellt er einen Reifeschrank direkt im Laden auf, für Dry-Age-Rindfleisch. In Herzogenaurach sieht er da durchaus einen Markt, "Nachfragen sind schon da". Der Mietvertrag mit Jürgen Bauer wurde zum kommenden Jahresbeginn abgeschlossen, dann beginnt der Umbau. Wein plant die Eröffnung im Frühjahr. Im Haus Welker kann die Filiale bis April bleiben. Alle fünf Mitarbeiterinnen sollen mit umziehen, sagt Wein.

Und dass der Metzgermeister, mit den Sitzgelegenheiten in und vor dem Lokal und die Nutzung der Küche, damit künftig ja gewissermaßen auch Gastronom ist, das dürfte ihm nicht schwer fallen. Passt es doch gut in die Geschichte des Familienbetriebes. So war das Haus in der Büchenbacher Dorfstraße viele Jahre lang als "Gasthaus zum goldenen Stern" bekannt. "Auch mein Großvater betrieb noch eine Wirtschaft", sagt Wein. Danach hat man sich auf die Metzgerei konzentriert.

Das kleine Ladenlokal am Türmersturm schrieb einst als "Wein & Fein" Herzogenauracher Lokalgeschichte. Nachdem die Familie Galster dort "Feierabend" machte, waren die Räume in den Folgejahren mit unterschiedlichen Pächtern besetzt, wie zum Beispiel mit dem "Turmkämmerla". Noch heute weist ein Schild darauf hin. Zuletzt versuchte eine Start-Up-Unternehmerin ihr Glück, seit gut einem Jahr steht es leer.

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