Untermembach
Sanierung

Membacher Kriegerdenkmal behält seine Inschrift

Ein simpler Antrag der Freiwilligen Feuerwehr Ober-, Mittel- und Untermembach hätte sich fast zu einem Politikum im Heßdorfer Gemeinderat entwickelt. Da das Kriegerdenkmal in Untermembach unweit des Feuerwehrgerätehauses unter der Obhut der Feuerwehr steht, beantragte die Feuerwehrführung eine Sanierung der Gedenkstätte.
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An der Inschrift "Unseren Helden und tapferen Kämpfern" stört sich SPD-Gemeinderat Roland Sekatzek. Foto: Richard Sänger
An der Inschrift "Unseren Helden und tapferen Kämpfern" stört sich SPD-Gemeinderat Roland Sekatzek. Foto: Richard Sänger
Die Feuerwehr betreut das Denkmal deshalb, weil der frühere Krieger- und Soldatenverein mangels Mitgliedern in den Feuerwehrverein eingegliedert wurde, erklärte dazu Gemeinderat und Kommandant Burkhardt Niepelt.
Dass gegen eine Sanierung, die rund 1400 Euro kosten wird, nichts einzuwenden sei, darin waren sich alle einig. Allerdings wies Roland Sekatzek (SPD) darauf hin, dass sich die Zeiten geändert haben und ein gesellschaftlicher Umbruch stattgefunden habe. "Mich stört, dass auf den Gedenksteinen steht, unsere Helden oder unsere Kämpfer, das waren keine Helden", machte der SPD-Rat seinen Unmut Luft. Gleichwohl solle das Andenken an die Gefallenen und Vermissten schon aufrecht erhalten werden.
Den gesellschaftlichen Umbruch machte Sekatzek auch damit deutlich, dass sich jetzt auch CDU und CSU einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft nicht mehr verschließen würde.
"Die Homosexuellen haben viel leiden müssen, auch in der damaligen Zeit, ein Held ist für mich derjenige, der einen jüdischen Mitbürger vor den Nazis versteckt hat", erklärte Sekatzek. Dem SPD-Gemeinderat wäre es am liebsten, die Inschrift "Unseren Helden und den tapferen Kämpfern" entfernen zu lassen.
Die Aussagen seines SPD-Kollegen wollte zweiter Bürgermeister Manfred Bäreis (CSU) allerdings so nicht im Raum stehen lassen. Bäreis forderte etwas mehr Respekt ein und wies darauf hin, dass es aus der betroffenen Generation immer noch Menschen gibt, die in der Gemeinde leben. "Ein bisschen traditionsbewusst müssen wir schon bleiben und diesen Leuten mit dem entsprechenden Respekt gegenübertreten", forderte Bäreis. In der Diskussion verwahrte sich Sekatzek schließlich noch dagegen, dass er die Kriegsteilnehmer in die Ecke der Nazis stellen wollte.
Schließlich brach Bürgermeister Horst Rehder (BB) die Diskussion ab. "Diese Ehrenmäler in den Dörfern sind auch ein Stück Kulturgut, irgendwann sprechen wir über Kreuze, wo sie stehen oder hängen dürfen und wie sie beschriftet sind", wurde Rehder etwas ungehalten. Die Firma Georg Bayer aus Heßdorf-Hesselberg wird sich um die Sanierung und Auffrischung der Inschriften kümmern, dem stimmten alle Gemeinderäte zu.
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