Wechsel

Mehr Möglichkeiten für Behinderte

Die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt übernimmt die WAB Kosbach. Für die WAB-Wohngruppen in Höchstadt und Adelsdorf soll sich vorerst nichts ändern.
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Das geplante Café in diesem sanierten Anwesen am Höchstadter Schlossberg  soll "weiter entwickelt" werden.   Foto: Andreas Dorsch
Das geplante Café in diesem sanierten Anwesen am Höchstadter Schlossberg soll "weiter entwickelt" werden. Foto: Andreas Dorsch
Menschen mit geistiger Behinderung oder seelischer Beeinträchtigung bietet die gemeinnützige GmbH WAB Kosbach Hilfe und auch ein Zuhause. Allein in Höchstadt betreibt die Gesellschaft fünf Wohngruppen, zwei weitere in Adelsdorf und vier in Erlangen. Das Fachpersonal der WAB Kosbach kümmert sich auch um Jugendliche, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und bietet Beschäftigungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen. Aktuell betreuen 140 WAB-Mitarbeiter rund 160 hilfsbedürftige Menschen.

Daran soll sich vorerst auch unter dem neuen Mehrheitsgesellschafter nichts ändern. Wie der FT in Erfahrung brachte, hat die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt jetzt 70 Prozent der Anteile übernommen.
Die bisherige Eigentümerfamilie Hirl wollte aus Altersgründen ihre Anteile an eine gemeinnützige Organisation abgeben und hat sich für die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt entschieden. 30 Prozent behält der Sohn der Familie Hirl. Die Lebenshilfe ist schon seit 2015 Mitgesellschafter an der WAB Kosbach.


Eigener Charakter soll bleiben

Die alleinige Geschäftsführung bei der WAB Kosbach hat Lebenshilfe-Geschäftsführer Josef Hennemann mit übernommen. "Die WAB soll künftig mit eigenem Charakter im Verbund betrieben werden", sagte Hennemann am Dienstag auf Anfrage des Fränkischen Tags. Auf die WAB-Mitarbeiter und die Bewohner in Höchstadt kämen keine Veränderungen zu.

Hennemann möchte mit dem Zusammenschluss vielmehr Synergieeffekte nutzen:  "Die Lebenshilfe bekommt Arbeitsfelder, die sie bisher nicht hatte." Schon bestehende Kooperationen der beiden Gesellschaften sollen ausgebaut werden.

Lebenshilfe-Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Wustmann sieht in der Übernahme der Mehrheit Vorteile für beide Gesellschaften. Die Lebenshilfe könne ihr Angebot wesentlich ausweiten. Die WAB soll dabei eine eigenständige GmbH bleiben. Wustmann kann bereits "auf eine gute Zusammenarbeit seit Jahren" zurückblicken. Ob Holz, Metall oder Lebensmittel, man habe jetzt Werkstätten für alles, stellt der Aufsichtsratsvorsitzende fest. Arbeit und Beschäftigung für die von der WAB und der Lebenshilfe betreuten Menschen wird als "wichtiger Pfeiler im soziotherapeutischen Angebot" gesehen.

Das von der WAB geplante Café im ehemaligen Benkert-Anwesen am Höchstadter Schlossberg soll auch unter der neuen Geschäftsführung "weiter entwickelt" werden. Ob es aber in dem Tempo weiter geht wie unter Hennemanns Vorgänger Jürgen Ganzmann, ist noch nicht sicher.

Ganzmann ist durch den Einstieg der Lebenshilfe seinen Geschäftsführerposten los geworden und sieht sich als Opfer. Er appelliert an die neuen Verantwortlichen, die bei der WAB vorhandenen Ideen umzusetzen und die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber dem Staat wahrzunehmen, "denn man bekomme ja auch eine Menge Fördergelder".
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