Neuhaus
Interview

Mehr Groove für die Harmonie Neuhaus

Beim Chor in Neuhaus tritt mit Helga Commichau tritt eine erfahrene und ambitionierte Chorleiterin die Nachfolge von Christiane Brenner an.
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Helga Commichau gibt künftig den Ton im Chor Harmonie Neuhaus an. Foto: Johanna Blum
Helga Commichau gibt künftig den Ton im Chor Harmonie Neuhaus an. Foto: Johanna Blum
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Mit dem wunderbaren Abschiedskonzert, der Schlossserenade in Neuhaus, unter Leitung der scheidenden Chorleiterin Christiane Brenner, geht eine 18-jährige Chor-Ära zu Ende. Die Pädagogin und Chorleiterin verlässt aber kein sinkendes Schiff, denn sie hat selbst für eine hervorragende Nachfolgerin gesorgt. Ab Herbst übernimmt die Vollblutmusikerin Hella Commichau den Chor Harmonie Neuhaus.

"Es geht mir gut, weil ich den Chor in guten Händen weiß, weil es nahtlos weitergeht", so Christiane Brenner zum FT am Ende ihres letzten Konzerts mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

"Hella kennt den Chor schon länger, da sie gelegentlich die Vertretung von Christiane übernommen hatte und uns schon oft am Piano begleitet hat", so Vorsitzende Bärbel Corazza zufrieden. "Als wir Hella fragten, ob sie sich die Nachfolge von Christiane vorstellen könne, hat sie sofort und ziemlich begeistert zugesagt."
Die neue Chorleiterin war gerne zu einem Gespräch mit unserer Zeitung bereit.

Erzählen Sie ein bisschen aus Ihrem Leben?
Helga Commichau: Geboren und aufgewachsen bin ich in Niedersachsen in der Nähe von Bremen und nach einigen Jahren in Berlin bin ich der Liebe wegen ins Frankenland gekommen. Ich bin hier immer noch glücklich verheiratet und habe zwei Töchter im Alter von 12 und 14 Jahren.

Wie war Ihr musikalischer Lebensweg?
Ab dem sechsten Lebensjahr erhielt ich Klavier-, etwas später dann auch Orgelunterricht. Beides bis zu meinem Abitur 1996. Bereits als Teenager begleitete ich erste Gottesdienste an der Orgel und machte die kirchenmusikalische D-Prüfung. Für die C-Prüfung musste ich eine gut zweijährige Ausbildung durchlaufen, die unter anderem wöchentliche Gesangsstunden und Chorleitungsunterricht beinhaltete. Mein Studium der Musikwissenschaft (Nebenfächer Psychologie und Anglistik) begann ich in Berlin und schloss es 2009 in Erlangen mit dem Magister ab. Seit dem Jahr 2002 bin ich als Organistin bei der evangelischen Kirche Adelsdorf/Neuhaus angestellt.

Warum übernehmen Sie die Harmonie?
Als 18-Jährige übernahm ich für zwei Jahre die Leitung eines Männerchores. Das war zwar eine echte Herausforderung, hat mir aber gezeigt, dass mir Chorleitung Spaß macht. Der Bereich Singen hat in den letzten Jahren auch in der Kirche für mich immer mehr Raum eingenommen und dies bereitet mir viel Freude. Außerdem traue ich mir zu, meine eigene Begeisterung für Musik auf einen Chor übertragen zu können und etwas aus dem Chor "herauskitzeln" zu können. Und nicht zuletzt bin ich gerade 40 Jahre alt geworden, das neue Jahrzehnt und eine neue Herausforderung wie eine berufliche Aufgabe passen bestens zusammen.

Warum gerade die Harmonie Neuhaus?
Sie ist mir in den letzten Jahren einfach ans Herz gewachsen. Ich habe ja Christiane schon etliche Male vertreten, außerdem habe ich den Chor immer wieder am Klavier oder an der Orgel begleitet. Ich mag diesen Chor und ziehe meinen Hut vor Christianes toller Arbeit.

Wie stellen Sie sich Ihre zukünftige Arbeit mit dem Chor vor?
Wenn ich es schaffe, möchte ich eine "Verjüngungskur" des Chores starten, was aber nicht heißen soll, dass ich die "alten" und verdienten Sänger nicht mehr brauche. Ich möchte einfach neue und auch jüngere Sänger anwerben. Außerdem wird unter meiner Leitung weniger volkstümliches Liedgut gesungen werden. Ein bisschen mehr Groove und Swing gepaart mit klassischen Werken wäre eine gute Mischung. Über allem soll natürlich die Freude am Singen und an der Musik stehen.

Das klingt nach Umkrempeln und Neuanfang?
Volkstümliches Liedgut, gerne auch fränkisch, lag meiner Vorgängerin Christiane ja nun sehr am Herzen. Ihre Arbeit und Liedauswahl sollen natürlich trotzdem wertgeschätzt sein und bleiben... Aber ein paar neue Wege würde ich schon gehen wollen.

Das Gespräch führte Johanna Blum.
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