Herzogenaurach
Martini

Martinikerwa ist eine besondere Kirchweih

Im November ist es eben kälter als in den Sommermonaten. Daher beschweren sich die Besucher der Martinikerwa in Herzogenaurach auch nicht über Regen oder einstellige Temperaturgrade. Das gehört zu dieser Kerwa einfach dazu.
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Die Schiffschaukel war der Renner bei den Kindern. Im Dunkeln machte das Schaukeln erst richtig Spaß. Fotos: Michael Busch/Roland Meister
Die Schiffschaukel war der Renner bei den Kindern. Im Dunkeln machte das Schaukeln erst richtig Spaß. Fotos: Michael Busch/Roland Meister
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Der Sepp ist genau da glücklich, wo er sitzt. Draußen regnet es in Strömen, doch in der Gaststube beim Hellers Hans ist alles in Ordnung. "Karussell fahr ich eh' nicht mehr", meint Sepp mit einem Blick aus dem Fenster. Dort steht genau vor der Eingangstür das Kinderkarussell und amüsiert auch die Gäste, die in der Brauerei die Martinikerwa feiern. "Schau mal, da verfolgt die Polizei eine Sau", ein Spaß, der sich von Jahr zu Jahr wiederholt.

Am Freitagabend und Samstag hatte es Petrus allerdings besser mit den Kerwagästen gemeint als am Sonntag. Da regnete es bis in den späten Nachmittag hinein. Erst am Abend lockerte die Wolkendecke auf, und die Massen strömten in die Innenstadt. In den letzten eineinhalb Stunden ging es für die Geschäfte, die an diesem Sonntag aufhatten, nochmals richtig rund.

"Gut, dass es hier schon Glühwein hat", bemerkt Peter Seitz aus Heßdorf.

"Ne' Maß krieg' ich bei der Kälte nicht runter!" Enttäuscht ist allerdings niemand, denn die "kalte Kerwa" lockt selten mit dem schönsten Wetter - es ist halt schon November. Abgesehen davon: Bei schönem Wetter kann ja jeder zur Kerwa gehen, bei Regen und Kälte ist das eine ganz andere Herausforderung. Außerdem bleibt noch der heutige Montag, der verspricht ja nochmals schön zu werden, egal ob es regnet oder nicht.

Die Kinder lieben "ihren" St. Martin

Seit drei Jahren bietet das Freizeitheim der Stadt Herzogenaurach im Rahmen der Martini-Kirchweih im Schlosshof ein Programm für Kinder an. In diesem Jahr drehte sich dabei alles um St. Martin.

Sei es beim Würfelspiel, Laternen Basteln oder Vorlesen im Ratskeller. Die von einem Politiker ins Gespräch gebrachte Abschaffung des Martinirittes und der Einführung eines "neutralen" Festes stieß dabei auf negative Resonanz bei den Eltern in Herzogenaurach. Stellvertretend für viele Eltern äußerten sich Marianne und Georg Krautheim, die mit ihren vier Enkeln auf der Kirchweih waren und dabei auch das Angebot des Freizeitheimes nutzten. "Die Tradition des Martiniumzuges muss auf jedem Fall beibehalten werden. Auch wir haben im Kindesalter gerne am Martinsumzug teilgenommen."

"Zum Martinsumzug in Herzogenaurach gehört auf jedem Fall ein Pferd mit Reiter dazu."

Auch Helga Walz ist dieser Meinung. "Warum sollen wir auf unsere Tradition verzichten? Andersgläubige verzichten auch nicht auf ihre!" Was den Zuspruch am Kinderprogramm angeht, war dieser am Samstag, bei trotz Sonnenschein kühlen Temperaturen, eher spärlich. Im Ratskeller betätigte sich Brüne Soltau als einer von vielen Lesepaten des Seniorenbeirates der Stadt vor gerade einmal drei Kindern. Umso herzhafter erzählte Soltau die Geschichte des heiligen St. Martin.

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