Höchstadt
Wechsel

Markus Koppmann gibt in Höchstadt den Ton an

Der 31-Jährige Markus Koppmann ist der neue Dirigent der Höchstadter Stadtkapelle. Er löst Gerhard Geuder ab, der 26 Jahre den Taktstock in den Händen hielt. Besonders um die Jugendarbeit will sich der junge Mann kümmern.
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Der neue Dirigent der Höchstadter Stadtkapelle, Markus Koppmann Fotos: Evi Seeger
Der neue Dirigent der Höchstadter Stadtkapelle, Markus Koppmann Fotos: Evi Seeger
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"Die Zeit war reif", sagt Gerhard Geuder. Reif für einen Wechsel in der Leitung der Stadtkapelle Höchstadt. "In 26 Jahren schleift sich so manches ein", findet der langjährige musikalische Leiter des Orchesters. Deshalb schwingt seit Februar bei der Stadtkapelle ein neuer Dirigent den Taktstock.

Der "Neue" heißt Markus Koppmann und stammt - ursprünglich - aus Nabburg in der Oberpfalz. Inzwischen lebt er jedoch in einem Steigerwaldort im Landkreis Bamberg. Jahrgang 1981 und somit 31 Jahre jung, ist die Stadtkapelle das erste Orchester, das der Musiker leitet. An der Hochschule für Musik in Würzburg hat Markus Koppmann Posaune studiert. Neben der Leitung der Höchstadter Stadtkapelle unterrichtet er Musikschüler im Raum Bamberg und an der Musikschule in Neustadt/Aisch im "tiefen Blech".

Als Musiker hat Markus Koppmann Erfahrung in den verschiedensten Orchestern gesammelt: Beim Landestheater Coburg ebenso wie bei den
Hofer Symphonikern, in Duisburg bei der Deutschen Oper am Rhein und den Philharmonikern am Stadttheater Würzburg. 2011 wurde Koppmann - neben der weltbekannten Sopranistin und Wagnerinterpretin Waltraud Meier - mit dem Eon-Kulturpreis ausgezeichnet.

Nach den Vorstellungen und "Visionen" für seine Arbeit in Höchstadt befragt, gibt sich Koppmann eher bescheiden: Musikalisch sei er zu allem bereit. Das schließe den bislang sehr gepflegten böhmisch-mährischen Stil ebenso ein wie konzertante Blasmusik. Damit macht er sich das Motto der Stadtkapelle zu eigen: eine Kapelle für alle Fälle!

In die Zukunft denkt Koppmann nach zwei Monaten der Leitung aber auch: Gerne würde er mit der Kapelle an einem Wertungsspiel des Nordbayerischen Musikbunds teilnehmen. Zum letzten Mal hat sich die Stadtkapelle vor fünf Jahren beim Musikfest 2008 der Wertung gestellt. Außerdem schwebt ihm ein "großes Jahreskonzert" vor.

Um seine Ziele zu erreichen, sieht der junge Dirigent jede Menge Arbeit auf sich zukommen. Das Orchester müsse von Grund auf wieder aufgebaut werden. Die Jugendarbeit sei in den letzten Jahren zu kurz gekommen.
"Was die Stadtkapelle am dringendsten braucht, sind Trompeter", betont Stadtkapellen-Vorsitzender Günter Weinkauf. Aber man freue sich auch über jede andere Verstärkung der derzeit 30-köpfigen Kapelle, ergänzt er.

Vielleicht ist es das, was Gerhard Geuder meint, wenn er sagt, es müssten neue Impulse kommen. Ganz zufällig schaute Geuder bei der Musikprobe am Dienstag herein, setzte sich in die Runde und spielte mit. Was als deutlicher Beweis dafür gelten kann, dass man sich nicht im Zorn getrennt hat. "Geuder hat im vergangenen Jahr gekündigt", erklärt der Vorsitzende auf die entsprechende Frage. Die Stadtkapelle habe darauf hin den vakanten Posten ausgeschrieben. Markus Koppmann habe unter fünf Bewerbern das Rennen gemacht.

"Mit der Ausbildung müssen wir uns etwas überlegen", sagt Weinkauf weiter. "Derzeit bilden wir Holz aus", also Klarinette und Saxophon, Instrumente, die Georg Römer und Gaby Baureis unterrichten. Fürs Blech müsse man langfristig eine Lösung finden. Möglicherweise werde der neue Dirigent in die Ausbildung eingebunden.

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