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Adelsdorf
Corona

Marie-Luise übt übers Internet

Not macht erfinderisch: Weil die Schulen geschlossen sind, findet der Unterricht jetzt in Form einer Videokonferenz statt - zum Beispiel in Adelsdorf.
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Marie-Luise übt fleißig Geige. Der Unterricht findet im Moment übers Internet statt. Johanna Blum
Marie-Luise übt fleißig Geige. Der Unterricht findet im Moment übers Internet statt. Johanna Blum

Hurra, die Schule hat geschlossen ... Doch für Kinder und Jugendliche bedeutet das nicht, dass sie Ferien haben. Sie und ihre Lehrer nutzen digitale Wege, um den Schul- aber auch den Musikunterricht aufrechtzuerhalten. Wie finden die Schüler dieses ungewöhnliche Lernen im Homeoffice? Marie-Luise ist sechs Jahre alt und geht in den Waldkindergarten in Adelsdorf. Zum Glück kann Mama im Homeoffice arbeiten. Die Kleine bastelt viel und malt sehr gerne. Auf ihre Violinstunden muss sie auch nicht verzichten, denn die Lehrerin bietet Video-Unterricht über Skype an. Warum sie nicht in den Kindergarten oder mit Freuden auf den Spielplatz gehen kann, haben ihr ihre Eltern erklärt: "Damit wir und auch andere Menschen nicht krank werden, müssen wir zu Hause bleiben." Auch einen Kinder-Videofilm über das Virus hat sich Marie-Luise mit Mama angeschaut. Dabei lernte sie ein neues Wort: Desinfektionsmittel.

Philipp ist acht Jahre alt und besucht die zweite Klasse der Grundschule Adelsdorf. Er findet überhaupt nichts Gutes daran, dass die Schule geschlossen ist. "Ich würde lieber hingehen und dort lernen und meine Freunde treffen, anstatt zuhause sooo viele Aufgaben erledigen zu müssen."

Dominik aus Wachenroth ist 15 Jahre alt und besucht die neunte Klasse des Gymnasiums in Höchstadt. Ihm gefällt besonders das Ausschlafen. Länger aufbleiben kann er auch. "Aber bestimmt wird es mit der Zeit langweilig, und wenn wir vielleicht nicht mehr rauskönnen, das wäre furchtbar", stöhnt er. "Jetzt müssen wir uns den Stoff selber beibringen, was ganz schön schwierig ist." Denn immer wieder treten technische Probleme auf. So war das Lernportal Mebis in den vergangenen Tagen oft überlastet. "Aber mit unserer Lateinlehrerin sind wir per Mail in Verbindung und die versorgt uns mit Arbeiten." Der Kontakt mit den Freunden fehlt ihm sehr. Nun geht alles nur noch über PC und Handy. Geoffray ist zehn Jahre alt und geht in die vierte Klasse der Grundschule Adelsdorf. Ihm gefällt es nicht, dass er so viel Unterricht verpasst. "Ich will doch aufs Gymnasium und da ist es erst recht wichtig", erklärt er ernst. Mit seinen Freunden kann er sich nicht mehr treffen. "Wir sind nur über WhatsApp in Kontakt."

Luca aus Wachenroth ist 14 Jahre alt und besucht die 8. Klasse am Gymnasium Höchstadt. Er befürchtet, dass man in diesen fünf Wochen viel vergisst und dass man auch viel Stoff versäumen könnte. Für Schüler, die gefährdet seien, sei die Situation bestimmt ganz schlecht. "Wir haben viele Aufgaben von unserer Lehrerin bekommen, vor allem in Latein. Ausschlafen ist toll, und überhaupt mehr Freizeit zu haben ist super. Aber ich vermisse den Kontakt mit meinen Freunden und vor allem das Fußballtraining!"

Vera ist zwölf Jahre alt, kommt aus Adelsdorf und besucht ein Gymnasium in Erlangen. Sie erzählt: "Schon die letzten Tage während des Schulbetriebs war mir nicht wohl dabei, im Bus so eng zusammengedrängt fast eine Stunde lang unterwegs zu sein. In Erlangen sah ich schon viele Leute mit Mundschutz. Das war mir unheimlich und machte mir Angst. Bedenken habe ich, schultechnisch nicht alle wichtigen Infos zu erhalten. Und ich denk' immer, dass mir was durch die Lappen geht. Ich vermisse es, meine beste Freundin treffen zu können."

Nora ist 13 und geht in Höchstadt in die 8. Klasse der Realschule: "Ein paar Tage ohne Schule ist schon erstmal so, als ob man zusätzlich Ferien geschenkt bekommt. Doch schon nach den wenigen Tagen vermisse ich die gewohnte Struktur, aber ganz besonders meine Freunde. An den Lernstoff heranzukommen ist kein Problem: Mails der Klassensprecher, [das Lernportal] Mebis, ESIS, Whatsapp mit Freunden ... Bin nur gespannt, wie lange dieser Zustand anhält."

Aimie ist elf Jahre alt und besucht die Montessorischule in Forchheim. "Ich finde es eigentlich ganz schön, dass wir schulfrei haben, weil ich dann mehr Freizeit habe. Aber natürlich muss ich auch lernen. Wenn ich was nicht verstehe, kann ich aber nicht einfach den Lehrer fragen. Das ist nicht so gut. Außerdem vermisse ich meine Freunde. Natürlich darf ich jetzt länger aufbleiben und morgens länger schlafen. Der Grund für diese Ferien ist natürlich nicht schön und das macht mir schon Angst."

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