Ferienprogramm

Leben wie die Erwachsenen

Die Kinder in Röttenbach können in "Röbalino", der Kinderstadt, schon mal für das Leben nach der Schule üben.
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Der Kreisjugendring erklärte den Kindern viel über Fair Trade und die Herkunft der Schokolade.  Fotos: Andreas Hofbauer
Der Kreisjugendring erklärte den Kindern viel über Fair Trade und die Herkunft der Schokolade. Fotos: Andreas Hofbauer
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Ein Stadtratsbeschluss: In der Stadt ist viel zu viel Verkehr, die Bürger brauchen einen ausgewiesenen und großzügig angelegten Bürgersteig. Was zunächst wie langweilige Alltagsarbeit von Bürgermeistern und Stadträten klingt, ist für die Kinder der Kinderstadt "Röbalino" auf dem Gelände der Mittelschule in Röttenbach ein echtes Erlebnis. In dieser Stadt können die 100 Kinder schon einmal üben, wie es im Arbeitsleben zugeht.
Dabei suchen sie sich jeden Tag im Arbeitsamt einen eigenen Beruf und üben diesen dann für den Rest des Tages nach bestem Wissen und Gewissen aus. Unter anderem können Kinder in Röbalino als Kameraleute für das Fernsehen, als Radioleute, als Taxifahrer mit Kettcars, in der Bank oder dem Finanzamt, als Bauunternehmer oder auch als Ärzte arbeiten. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt.
Dieses Angebot ist gespickt mit Sonderaktionen, wie zum Beispiel das Angebot des Kreisjugendrings. Dieser hat mit seinem Umweltforschermobil zusammen mit den Kindern ergründet, auf welchem Weg die Schokolade nach Deutschland kommt, und wie sie hergestellt wird. Das besondere Augenmerk lag hierbei auch auf "Fair Trade". "Es ist wichtig, dass die Kinder wissen, was das ist, und wie wichtig es für die Gesellschaft ist", erklärte Frank Schulte aus dem Fachbereich Familie, Bildung und Soziales der Gemeinde Röttenbach.
Die Kosten für Röbalino teilen sich dabei das Landratsamt und der Veranstalter. "Das Landratsamt bezuschusst uns mit 10 Euro pro Kind. Die Kosten belaufen sich auf ungefähr 17,50 Euro pro Nase. Daher kosten die Tickets auch 7,50 Euro", erklärt Schulte. Ebenfalls um das Geld geht es auch für die Kinder in der Kinderstadt.


Fünf Taler Stundenlohn

In der Stunde verdient ein Einwohner ungefähr fünf Taler. Sein Einkommen muss er dann aber entsprechend versteuern und beim Finanzamt angeben. Danach landet das Geld auf der Bank, wo man sich seine hart erarbeiteten Taler wieder auszahlen lassen kann.
Federführend mitgestaltet hat dieses Konzept Frank Schulte. Er zeigt sich auch sehr glücklich, dass die Kinderstadt so gut angenommen wird. Dafür spricht auch das stetige Wachstum, welches das Projekt seit seiner Einführung im Jahr 2005 verzeichnen konnte. "Anfangs hieß es noch ,Abenteuerdorf' und fand auf dem Boltzplatzgelände mit maximal 30 Kindern und thematischem Bezug zu Cowboys und Indianern statt. Heute haben wir 100 Kinder und verkaufen die Tickets online. Und sie sind jedes Mal innerhalb von Minuten ausverkauft", freut sich Frank Schulte.
Röbalino läuft bereits zum siebten Mal unter diesem Namen. Dennoch gibt es aktuell keinen Plan, Röbalino weiter auszudehnen. "Unser absolutes Limit sind 100 Kinder. Das ist schon ein immenser Sprung zu den 30, die wir früher hatten. Damals mussten wir unseren Kindern auch noch Spaghetti auf Gaskochern zubereiten. Heute haben wir einen Catering-Service der sich um das leibliche Wohl der Kinder kümmert", erklärt Schulte.


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