Erlangen
Demonstration

Landwirte demonstrieren vor dem Erlanger Rathaus

Landwirte und Betroffene haben am Mittwoch mit ihren Traktoren vor dem Erlanger Rathaus gegen das Baugebiet Erlangen West III demonstriert.
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Mit Plakaten an ihren Traktoren haben Landwirte und Betroffene am Mittwoch vor dem Erlanger Rathaus demonstriert. Fotos: Ronald Rinklef
Mit Plakaten an ihren Traktoren haben Landwirte und Betroffene am Mittwoch vor dem Erlanger Rathaus demonstriert. Fotos: Ronald Rinklef
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Dutzende Traktoren haben sich am Mittwochnachmittag ihren Weg durch die Erlanger Innenstadt bis zum Rathaus gebahnt. Reifen an Reifen reihten sich die mächtigen Fahrzeuge vor dem Rathaus auf. Landwirte aus Erlangen, Neunkirchen, Büchenbach und den Nachbarlandkreisen demonstrierten damit gegen das Baugebiet Erlangen West III. Rund 200 Teilnehmer mit 100 Traktoren hatten sich für die Demo angekündigt.

Der Zeitpunkt für die Demonstration war bewusst gewählt: Im Stadtrat stand gestern Abend die Einleitung von vorbereitenden Untersuchungen für eine künftige städtebauliche Maßnahme auf der Tagesordnung.

Die Stadt Erlangen plant eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) für das Baugebiet Erlangen-West III mit 1 960 000 Quadratmetern. Dieses Baugebiet könnte im Westen zwischen Büchenbach und Steudach entstehen.


200 Hektar Flächen betroffen

200 Hektar Acker- und Wiesenflächen von heimischen Landwirten wären davon betroffen. Die Angst der Landwirte, ihre Existenzgrundlage zu verlieren, ist groß. Viele fürchten sogar eine Enteignung.
Einer davon ist der Steudacher Biobauer Alfred Schaller. "Es wird über unsere Köpfe entschieden", betont Schaller. Die Vorgehensweise der Stadt sei falsch: Es müsse erst ein Dialog mit den Bürgern stattfinden, bevor in einer Stadtratssitzung ein Beschluss über eine vorbereitende Untersuchung gefasst wird. "Die Stadt will uns enteignen", ist sich Schaller sicher.

Konkret geht es den Landwirten um ein Mitspracherecht: Vor weiteren Entscheidungen und Planungsschritten müssen die Landwirte mit einbezogen werden. Außerdem fordern die Landwirte, dass ihnen weniger land- und forstwirtschaftliche Nutzflächen für Infrastrukturprojekte entzogen werden.

Ersatzflächen müssten auch in der Landwirtschaft bereitgestellt werden, wie dies bereits für Waldflächen der Fall ist. "Die Grenzen des Wachstums sind erreicht. Wachstum muss qualitativ stattfinden", fordert Robert Ort, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV).
Geschehen könne dies über ein Leerstandsmanagement, die Innenentwicklung von Städten und Kommunen müsse Vorrang vor der Außenentwicklung haben.

Zur Demonstration war auch Erlangens OB Florian Janik (SPD) erschienen. "Ich kann gut nachvollziehen, dass jemand, der seine Existenz damit verdient, ein Problem damit hat", so Janik. Dennoch werde der Stadtrat die vorbereitende Untersuchungen beschließen. "Bislang ist es uns gelungen, das mit den Landwirten zu beschließen", so Janik. Von den Demonstranten erntete Janik wütende Buh-Rufe.


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