Kairlindach
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Landwirt verteidigt geplante Rinderställe

Auch der Betreiber der geplanten Mastanlage, Jürgen Schenk, informiert nun die Öffentlichkeit. Er hat ein Schreiben und Flyer verschickt.
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Ständig hielten Radler und Autofahrer an und studierten die Informationen des Betreibers. Foto: Richard Sänger
Ständig hielten Radler und Autofahrer an und studierten die Informationen des Betreibers. Foto: Richard Sänger
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Der geplante Rinderstall nahe dem Weisendorfer Ortsteil Kairlindach schlägt seit Monaten hohe Wellen und mündet am 26. Mai in einem Bürgerbescheid. Nun ging auch Jürgen Schenk, Bauherr des Rindermaststallen an die Öffentlichkeit und erläutert mit einem Schreiben sowie einem Flyer die Zusammenhänge und das Vorhaben.

"Als Weisendorfer Landwirt möchte ich meinen landwirtschaftlichen Betrieb weiterentwickeln und Ställe mit einem Fahrsilo errichten. Das Projekt steht im Zusammenhang mit der Biogasanlage, ich bin jedoch alleiniger Antragsteller, Bauherr und Betreiber der Ställe", erklärt Schenk eingangs in dem Schreiben.

Auch weist er darauf hin, dass die Tierhaltung in der Region immer weiter zurückgehe, so gab es 1999 in Weisendorf noch 1128 Rinder, im Jahr 2016 standen hingen nur noch 393 Tiere in den Ställen des Weisendorfer Gemeindegebietes. Rinder fressen von Natur aus Gras, das es rings um Kairlindach ausreichend gebe. "Aus Mist kann in der Biogasanlage Strom erzeugt werden und die Rinder liefern ein hochwertiges Lebensmittel: Fleisch, das in Deutschland gefragt ist", schreibt Schenk.

Zwei Hallen für 480 Tiere

So sind neben der bestehenden Biogasanlage bei Kairlindach zwei Hallen und ein Fahrsilo geplant. In den Hallen soll es Bereiche für die Tiere sowie zum Lagern von Futter und Stroh geben. Und in jeder Halle sollen nach der Fertigstellung 240 Rinder befinden. Geplant sind zwei Gebäude, um männliche und weibliche Rinder trennen zu können und damit unter den Tieren Ruhe herrscht. Die Tiere leben laut Schenk in Gruppengrößen von maximal 30 Stück und können sich in den Abteilen frei bewegen.

Für ein helles und luftiges Raumklima haben die Ställe offene Seitenwände. "Das hohe Tierwohl erreichen wir zusätzlich durch die tägliche frische Stroheinstreu, was dem natürlichen Verhalten der Tiere entspricht", ist sich der Bauherr in dem Schreiben sicher. Die tragenden Teile der Hallen seien in nachhaltiger Holzbauweise geplant. Noch ein paar Zahlen zum Plan: Die Hallen haben eine nutzbare Grundfläche von rund 1600 Quadratmeter, der Dachüberstand dient als Wetterschutz und die Dachfläche soll 2300 Quadratmeter betragen.

Der Rückgang der Tierhaltung bringt es laut Schreiben auch mit sich, dass immer mehr Wiesen für die Landwirtschaft unrentabel werden, da die Landwirte das Gras nicht mehr brauchen. In der Biogasanlage könne aber nur ein geringer Anteil verwertet werden, da es sich um faserreiches Material handelt, das Probleme beim Rühren und Pumpen erzeugt.

Mit den Rindern würden die Wiesen gut verwertet und es werde auf den Äckern Klee angebaut, was für die Insekten und die Artenvielfallt gut sei, da dieser mehrfach im Jahr blüht. Die reichhaltige Kulturlandschaft könnte damit erhalten werden, auch würde nur regionales gentechnikfreies Futter verfüttert.

Da die Rinder auf täglich frisch eingestreutem Stroh gehalten werden, entstehe nur Festmist und keine Gülle. Dieser Mist werde täglich vom Stall in die Biogasanlage gebracht und dort sofort frisch verarbeitet. Schenk: "Das Stroh saugt den Harn und Kot der Tiere auf, und bindet damit den Ammoniak, der erst in der Biogasanlage zu Ammonium umgewandelt wird und dann mit dem Gärrest als Dünger auf die Felder kommt." Der Mist werde nicht gelagert, so könne aes auch nicht zur Geruchsbildung kommen.

Schenk weist auch darauf hin, dass wegen der zurückgehenden Tierhaltung in der Region die Gülle und der Mist für die Biogasanlage unterdessen bis zu 15 Kilometer weit angefahren werden müsse. Denn in der Anlage müssen rund 30 Prozent Mist oder Gülle eingesetzt werden, um für die Mikroorganismen, die das Biogas erzeugen, ein gutes Milieu zu schaffen. Wenn jetzt auf den vor Ort erzeugten Mist zurückgegriffen wird, dann bringe das eine Reduzierung des -Ausstoßes um rund zehn Tonnen pro Jahr.

Der anfallende Mist habe zudem durch den geringeren Wassergehalt (75 Prozent) im Vergleich zu Gülle (93 Prozent) eine höhere Gasausbeute. Auch wären dann weniger Energiepflanzen für die Biogasanlage notwendig und es können somit bis zu 50 Hektar Mais oder Getreide eingespart werden.

Freilich erscheine die Zahl von 480 Rindern hoch. Dazu müsse man aber wissen, "dass drei Mastrinder so viel fressen wie eine Milchkuh, die am Tag 30 Liter Milch gibt", berichtet Schenk. Der Futterverbrauch der Mastrinder entspreche somit einer Milchviehherde mit 120 Milchkühen. Diese Anzahl sei in Franken derzeit etablierter Standard.

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