Steppach
Artenschutz

Landwirt erschafft blühende Oase bei Steppach

Ein Wildacker bei Steppach ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern bietet vielen Tieren einen Rückzugsraum.
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Für Landwirt Elmar Kropf (links) und Jagdpächter Herbert Hopf (rechts) ist der Blühacker ein guter Schritt in Sachen Artenvielfalt.    Foto: Evi Seeger
Für Landwirt Elmar Kropf (links) und Jagdpächter Herbert Hopf (rechts) ist der Blühacker ein guter Schritt in Sachen Artenvielfalt. Foto: Evi Seeger
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Zur Zeit dominiert das satte Lila der Wilden Malve. Die vorherrschende Farbe darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auf dem Acker mehr als 20 verschiedene Pflanzen und Wildkräuter wachsen. Umgeben von Land, das nach einem extrem trockenen Sommer nur noch mit "saharabeige" treffend zu bezeichnen ist, sticht die blühende Fläche sofort ins Auge.

Der Steppacher Vollerwerbslandwirt Elmar Kropf hat das Feld am Waldrand als Wildacker, auch Bienenweide genannt, im Mai angesät. Jetzt, im späten Sommer, steht alles in voller Blüte. Ohne bewässert zu werden hat der Boden im Schatten des Waldes die Feuchtigkeit sehr viel besser gehalten als in der freien Flur. Es summt und brummt über dem blühenden Feld. Vor allem Bienen, aber auch Schmetterlinge und viele andere Nützlinge finden hier Nahrung und Lebensraum.

Im Hinblick auf Artenvielfalt haben Landwirte heutzutage ja keinen guten Ruf. Elmar Kropf, Landwirtschaftsmeister und Ortsobmann des Bayerischen Bauernverbands, will klarstellen, "dass wir Landwirte auch etwas für die Umwelt tun". Nach dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) seien die Landwirte angehalten, solche Blühäcker - mit staatlicher Förderung - anzulegen.

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Kropf hat einen kleinen Zuschuss des Bayerischen Jagdverbands auf die Kosten des Saatguts in Anspruch genommen. Das war's auch schon, denn zweimal werde nicht gefördert. Dafür kann er den "anerkannten Wildacker" als ökologische Vorrangfläche hernehmen. Solche "Greening-Flächen" werden ab einer gewissen Betriebsgröße von den Landwirten gefordert.

Für den Jagdpächter Herbert Hopf aus Stolzenroth ergibt sich aus dem blühenden Feld eine Win-Win-Situation. "Selbst wenn Wildschweine das Feld umbrechen, es würde kein Schaden entstehen", sagt er. Ganz anders bei Mais oder Getreide. "Ringsum ist alles kahl. Wo sollen hier noch Hasen, Fasane oder Rehwild Deckung finden", sagt Hopf mit Blick auf die abgeernteten Felder.

Alljährlich würden Rehkitze beim Mähen der Felder verletzt. Wenn im nächsten Mai die Kitze geboren werden, werde dieser Wildacker bei Steppach bereits wieder stehen und den Tieren Schutz und Rückzugsmöglichkeit bieten.

Die Fläche am Waldrand bleibt fünf Jahre lang ein Wildacker. Im Oktober, wenn alles abgeblüht ist und sich Samen gebildet haben, wird abgemäht. Durch das Mähen fallen die Samen aus und werden im nächsten Frühjahr wieder aufgehen. Eine Nachsaat erübrigt sich damit.

Der Bayerische Bauernverband und das Landwirtschaftsministerium würden seit Jahren schon das Anlegen von Blühflächen oder Blühstreifen als Rahmen um Ackerflächen unterstützen, teilt dazu Werner Nützel, BBV-Geschäftsführer des Kreisverbands Bamberg mit. Schon auf kleinem Raum seien sie für die Tier- und Pflanzenwelt von großem Nutzen.



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