In Sachen Energieeinsparung ist der Landkreis Erlangen-Höchstadt führend. Dies stellt Wolfgang Böhm fest, Geschäftsführer der Energieagentur Oberfranken. Seit 2006 berät die Agentur den Landkreis und seitdem hat dieser bereits 680 500 Euro an Energiekosten eingespart.

Böhm rechnete diese Zahlen im Erlanger Landratsamt den Teilnehmern der Konferenz vor, in der die Ergebnisse der beiden vorangegangenen Klimaschutzkonferenzen auf Landkreisebene diskutiert wurden.
Mit "Macht der Projekte" hatte das Landratsamt den Abend überschrieben, zu dem engagierte Bürger, Kommunalpolitiker und Vertreter von Fachstellen gekommen waren. 50 bis 70 Leute hatten sich in den Projektgruppen engagiert, berichtete Matthias Nicolai, Regionalmanager des Landratsamts.

Bestand optimieren

In den Schulen und anderen Einrichtungen des Landkreises habe man als erstes den Bestand
erforscht und die Heizzeiten optimiert. Im ersten Schritt beschränke man sich auf den vorhandenen Bestand an Anlagen. Gegenüber dem Referenzwert, errechnet aus den durchschnittlichen Verbräuchen der vorangegangenen Jahre, habe der Kreis 24 Prozent eingespart und den Haushalt um 220 000 Euro entlastet, berichtete Wolfgang Böhm. Er und seine Agentur setzen auf erneuerbare Energien - "nur sie machen auf Dauer den Strompreis beherrschbar " - und Einsparung.

Als eine auf dem Gebiet der Energiewende vorbildliche Gemeinde im Kreis gilt Mühlhausen. Dessen Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) stellte das Mühlhausener Nahwärmekonzept vor, an dem 114 Abnehmer beteiligt sind. Eine private Biogasanlage und ein Hackschnitzelheizwerk liefern die Energie. Sinnvoll sei ein solches Konzept aber nur mit Biogas, da sonst der Hackschnitzelkessel zu groß dimensioniert werden müsste. Faatz empfahl allen Nachahmern, die Bürger zu frühzeitigen Entscheidungen zu drängen, ob sie mitmachen wollen. Ein nachträglicher Anschluss sei dreimal so teuer.

Mit 2500 Euro "Eintrittsgeld" für Hausanschluss und Übergabestelle sei man in Mühlhausen dabei gewesen. Die Kosten im laufenden Betrieb lägen mit rund acht Cent pro Kilowattstunde Wärme deutlich unter den Kosten einer konventionellen Ölheizung.

Bogen nicht überspannen

Noch in diesem Jahr sollen sich in Mühlhausen auch die ersten vier Windkraftanlagen im Landkreis drehen. Zwei Windräder stehen bereits, an den anderen beiden wird gebaut. Bereits 2006 habe man laut Bürgermeister Faatz den Standort oberhalb der Gemeinde in den Regionalplan aufgenommen, wodurch das jetzt von einer Bürgergesellschaft realisierte Projekt problemlos möglich wurde.

Faatz steht zwar zu den Windrädern, warnt aber davor, im neuen Regionalplan die Abstände zu den nächsten Häusern zu verringern und die Flächen für mögliche Standorte noch auszuweiten: "Man sollte den Bogen nicht überspannen." Vier Windräder mit einer Nabenhöhe von 140 Metern würden das Gesamtbild einer Ortschaft schon verändern, meint der Bürgermeister.