Erlangen
Prozess

Landkreis Erlangen-Höchstadt: Mutter schlägt ihre Tochter und wird zu Bewährungsstrafe verurteilt

Eine 35-Jährige musste sich gestern wegenHandgreiflichkeiten gegenüber ihrer vierjährigen Tochter vor dem Amtsgericht Erlangen verantworten.
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Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Weil sie ihre vierjährige Tochter im vergangenen Jahr sowohl ins Gesicht als auch mit einem Wanderstock auf das Gesäß geschlagen haben soll, musste sich eine 35-Jährige gestern vor dem Amtsgericht Erlangen verantworten.

Im vergangenen Jahr hatten Erzieherinnen der Kita, die das Mädchen besuchte, Hämatome am Gesäß des Mädchens festgestellt und daraufhin das Jugendamt informiert.

Die Angeklagte hatte den Vorwurf der Staatsanwaltschaft zuerst zurückgewiesen und sich auf ihre bereits abgegebene Stellungnahme bezogen. In dieser schob die Mutter die Verletzungen der Tochter auf einen Treppensturz.

Angeklagte zeigt sich einsichtig

Bereits im Juni 2018 fand eine vorausgehende Verhandlung statt, in der es um die Herausgabe des Mädchens aus der Pflegefamilie ging. Die Vierjährige lebt zum jetzigen Zeitpunkt bei der Großmutter väterlicherseits.

In dieser Anhörung habe die Angeklagte die drei Schläge gegen ihre Tochter zugegeben. Der 35-Jährigen sei nach langen Differenzen mit dieser die Hand ausgerutscht, wie Familienrichterin und Zeugin Birgit Gründler zitierte, die die damalige Verhandlung leitete.

Anschließend zeigte die Angeklagte sich einsichtig, weshalb das Gericht sie zu einer Gesamtstrafe von elf Monaten auf Bewährung verurteilte, die Bewährungszeit beträgt dabei drei Jahre. Außerdem hat sie die Kosten des Gerichts zu tragen sowie 2000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen.

Bei der Urteilsverkündung schätzte die Staatsanwältin die Zeugen als glaubwürdig ein. Auch das vorliegende Gutachten der Rechtsmedizin spreche für die Verletzungen durch Fremdeinwirkung.

Als positiv sei anzumerken, dass die Angeklagte bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sei und die Tat eingeräumt habe. Belastend sei aber trotzdem, dass es sich um ein wehrloses Kind gehandelt habe, so die Staatsanwältin.

Richterin Birgit Griem fügte hinzu, dass der Straftatbestand im Licht der Umstände betrachtet werden müsse. Für eine solche Körperverletzung seien auch Strafumfänge in Höhe von sechs Monaten bis zehn Jahren möglich. Sie sei allerdings überzeugt, dass die Angeklagte begriffen habe, dass dies der falsche Weg sei und es bei der Einzeltat bleibe. "Ich erwarte, dass so etwas nicht mehr passiert", so Griem. "Ich gehe davon aus, dass sie nicht mehr in Erscheinung treten wird", schloss auch Verteidiger Manfred Müller.

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