Herzogenaurach
Internet

Kunde für den Topf sitzt irgendwo

Der Ausbildungsberuf E-Commerce-Kauffrau ist noch recht neu. In Herzogenaurach lernt Martina Reichardt, wie man erfolgreich weltweit Küchengeräte verkauft.
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E-Commerce- Azubi Martina Reichardt und Nicole MaydtYannick Hupfer
E-Commerce- Azubi Martina Reichardt und Nicole MaydtYannick Hupfer

In fast 110 Jahren Firmengeschichte macht man als Unternehmen so Einiges mit, die wohl größte Neuerung in den vergangenen Jahrzehnten war jedoch das Internet. Und mit ihm kamen neue Global Player auf den Markt, die oftmals große Konkurrenz für den Einzelhandel vor Ort sind. Die Firma Maydt in Herzogenaurach hat ihr Ladengeschäft in der Herzogenauracher Hauptstraße, in dem sie Küchengeräte und Grills verkauft.

Zusätzlich betreut die Firma erfolgreich Onlineplattformen wie kitchenpoint.de, auf denen sie ihre Produkte weltweit verkauft. Nicole Maydt, E-Commerce Managerin, sieht dadurch Chancen: "Der Markt wird viel größer. Während man früher nur im direkten Umfeld vertrieben hat, kann man durch eine Onlinepräsenz Kunden auf der ganzen Welt erreichen."

Große Nachfrage

Seit September bildet Maydt Martina Reichardt zur E-Commerce-Kauffrau aus. Ein noch recht neuer Beruf, für den man sich in nur wenigen Betrieben ausbilden lassen kann. Dementsprechend hoch war die Nachfrage nach der Stelle.

Mehr als 50 Bewerbungen gingen und gehen auch jetzt noch ein, rund zehn Bewerbungsgespräche fanden statt.

"Mein Studium war sehr theoretisch", erzählt Auszubildende Martina Reichardt. Sie studierte Buchwissenschaften und Germanistik. Ihre Ausbildung dauert drei Jahre, in die Berufsschule geht sie nach Fürth. Morgens, so beschreibt Nicole Maydt den Tagesablauf, werden Onlinebestellungen abgearbeitet, bevor es nachmittags an die Optimierung der Websites geht. Denn je besser optimiert die Website, desto höher steht sie in den Suchergebnissen. Und das bedeutet im Umkehrschluss: mehr Umsatz.

"Es sind auch klassische kaufmännische Themen", erklärt Maydt die Ausbildung. Seit Jahren bildet das Unternehmen Kaufleute aus, Reichardt jedoch ist die erste im E-Commerce-Bereich.

"Online ist der Kampf ein wesentlich größerer", sagt Ausbilderin Maydt. Im stationären Bereich habe man nur Konkurrenten im direkten Umfeld, online die ganze Welt. Ob man online verkaufe oder in einem Laden - die Höhe der Kosten, so sagt Maydt, bleibe dabei dieselbe.

Dass der Einzelhandel aber aufgrund des Onlinegeschäfts aussterben werde, das glaubt sie nicht: "Am Ende des Tages geht es beim Kauf um das Erlebnis." Vielmehr, so denkt sie, verschmelzen der stationäre Handel und das Onlinegeschäft. Maydt meint: "In Zukunft kann man stationär nicht mehr verkaufen, wenn man online nicht präsent ist."

Gutes Arbeitsklima

Für Martina Reichardt hat die Firma Maydt mit ihrem stationären Laden "Grillfachwerk" einige Vorteile: "Es ist schön, in einem kleinen Betrieb zu sein." Immerhin ist es ein Familienunternehmen, bei dem jeder einmal mit anpackt. So kriege man viel mehr mit und alles sei persönlicher. Auch auf Social-Media-Plattformen ist die Firma vertreten. Laut Nicole Maydt sei es ein Zusatz, damit der Kunde den Händler finde.

Ausbaufähig

"Das ist sicherlich etwas, was wir ausbauen können", gesteht sie - doch dafür hat die Firma nun ja eine Auszubildende.

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