Fest

Kultur in Höchstadt auf dem Höhenflug

Am Samstag füllte sich Höchstadt vom Kellerberg bis zur Kulturfabrik mit den vielfältigen Angeboten des Kulturfeuerwerks.
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Das Höchstadter Kulturfeuerwerk lockte die Besucher am Wochenende mit außergewöhnlichen Attraktionen. Die Höchstadter Musketiere (im Bild) demonstrierten ihr Können im Engelgarten. Fotos: Tina Meier
Das Höchstadter Kulturfeuerwerk lockte die Besucher am Wochenende mit außergewöhnlichen Attraktionen. Die Höchstadter Musketiere (im Bild) demonstrierten ihr Können im Engelgarten. Fotos: Tina Meier
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Lilli, Hugo und Droll - so heißen die drei Artisten der Lüfte, die im Engelgarten für Faszination und Aufregung gesorgt haben. Anmutig lässt sich der erste Star, ein Lannerfalke, vor den vielen neugierigen Blicken und klickenden Fotoapparaten umhertragen.

"Das Sitzen auf der Faust lernen die Vögel als erstes. Sie erfahren, dass sie dort sicher sind und sogar leichte Beute machen können", erklärt Falkner Achim Schmidt, der mit seinem Team von der Erlebnisfalknerei aus Tambach bei Coburg das Lager der Musketiere besuchte.


Falkenshow im Engelgarten

Als nächstes erhebt sich Sakerfalke Droll in die Lüfte, um bei einer Jagdsimulation die Beute an einem Fadespiel zu fangen. Höher und höher zieht er seine Kreise, um die optimale Einflugbahn zu ermitteln, doch dann verschwindet er immer weiter hinter den hohen Bäumen bis er nicht mehr zu sehen ist.

"Das passiert hin und wieder, wenn die Vögel abgelenkt werden. Jetzt ist es wichtig, dass wir wieder Sichtkontakt zu ihm aufbauen", berichtet Falknerin Christiane Biernath. Sie erklärt, dass der Greißvogel per Telemetrie geortet werden kann und macht sich auf den Weg, um Droll zu finden.


Exotische Vögel im Museum

Die Höchstadter Kulturmeile hatte noch weitere gefiederte Raritäten - inklusive der Kostüme der Sambatänzer - zu bieten. Im Ritter-von-Spix Museum waren exotische Vögel zu bewundern: Vier Originalpräparate, die der Naturforscher vor 300 Jahren von seiner Exkursion nach Brasilien zurückgebracht hat. Sonst sind diese im Bamberger Naturkundemuseum ausgestellt.

Ohrenbetäubende Schüsse locken wieder zurück in den Engelgarten. Während die Trommelschläge abwechselnd lauter und leiser werden, überrollen Rauchschwaden die Wiese, auf der sich die Truppen gegenüber stehen. "Vor dem Untergang der Stadt 1634 konnte Höchstadt einige Angriffe der Schweden erfolgreich zurückschlagen", erklärt Hans Schubert, der erste Vorstand der Höchstadter Musketiere.

An die Geschichte zu erinnern und sie greifbar zu machen, das ist das Ziel der Höchstadter Musketiere, die mit Gleichgesinnten aus Bayern und Sachsen im Engelgarten ihre Zelte aufgeschlagen und für ein Wochenende das Leben in einem Lager des 16. Jahrhunderts nachempfunden haben.


Kinderspaß am Marktplatz

Auf der anderen Seite der Stadtmauer zentrierte sich am Marktplatz das Kinderprogramm. Die kleinen Besucher tanzten, lauschten Geschichten, zogen riesengroße Seifenblasen in die Luft und eroberten die Tische voller kunterbunter Bastelutensilien, aus denen sie zum Beispiel Fächer herstellten.

Verschiedene Tanzaufführungen füllten währenddessen das große Festzelt, das am Abend junge Musiker aus den Partnerstädten Krasnogorsk und Castlebar empfing und ihnen eine Bühne bot.


Parcours auf den Aischwiesen

Einige Meter weiter auf den Aischwiesen verteilte der Kreisjugendring kostenlose und alkoholfreie Cocktails, die man sich durch ein Quiz rund um das Thema Alkohol und einen Parcours verdienen musste. Nebenan konnten Kinder und Jugendliche kreativ werden. Pia Winkler leitete zum Beispiel eine Druckwerkstatt. "Es gibt kaum etwas, womit man nicht drucken kann", meint sie und deutet auf einen Kohl und Apfelhälften, denen die Acrylfarbe bereits anhaftet.

Am nächsten Stand stellte sich der BDKJ im Hinblick auf die Landtagswahlen die Frage: Wie wird die Jugend gehört und was bedeutet fair? Und wer die finnische Kultur näher kennenlernen wollte, konnte sich am nächsten Zelt informieren und auch das finnische Geschicklichkeitsspiel Mölkky ausprobieren.


Fotoausstellung in der Fortuna

Unterdessen führte der neu asphaltierte Weg die Interessierten zur Fotoausstellung ins Heizhaus der Fortuna Kulturfabrik, die einige Höchstadter zeigt, die sich mit besonderer Leidenschaft für ihr Hobby oder ihren Beruf einsetzen.

Erst gegen Abend füllte sich der Festplatz auf den Aischwiesen mehr und mehr. Besonders die Jugendlichen freuten sich auf den Auftritt der Nürnbergerin Nicole Cross. Durch eine Castingshow und Videos von gecoverten Liedern ist die 24-jährige Sängerin bekannt geworden.

Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, die nur von einer Gitarre untermalt wurde, hätte sie bestimmt noch deutlich mehr Zuhörer erfreuen können, doch viele weitere Angebote lockten die Besucher gleichzeitig zu sich, wie Livemusik am Marktplatz, Töpfla und Kellerberg sowie die Feuershow im Lager der Musketiere.


Feuershow bei den Musketieren

Dort wirbelten die Flammen in atemberaubendem Tempo um die Künstlerinnen herum und zogen leuchtende Bahnen in die Dunkelheit, bis auch nach mehreren Zugaben der Applaus nicht enden wollte.

Und was ist mit dem kleinen Ausreißer Droll? Der Sakerfalke fand nach einigen Extrarunden über den Dächern Höchstadts in der Nähe der Feuerwehr wieder zurück zu seiner Falknerfamilie und erhaschte in der Zwischenzeit bestimmt einen ganz besonderen Ausblick auf das bunte Treiben in der Stadt.


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