Adelsdorf
Vorwürfe

Überflutung wegen Starkregen: Adelsdorfer Gemeinderäte kontern Kritik

In Adelsdorf fühlen sich einige Bürger mit ihren Sorgen wegen möglicher Überschwemmungen nicht ernst genommen.
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Wie hier am 31. Mai standen 2018 zweimal nach Starkregen in Adelsdorf ganze Straßenzüge unter Wasser.    Foto: News5/Oßwald (Archiv)
Wie hier am 31. Mai standen 2018 zweimal nach Starkregen in Adelsdorf ganze Straßenzüge unter Wasser. Foto: News5/Oßwald (Archiv)

Nachdem es in Adelsdorf im vergangenen Sommer mehrfach zu Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern nach Starkregen gekommen war, hat sich eine Initiative "Überflutungsereignisse Sommer 2018" gebildet. Als deren Vertreter haben Hans-Josef Schmidt, Jörg Galster und Rainer Herzig im Januar dieses Jahres auch im Namen von 230 Adelsdorfer Mitbürger Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) einen offenen Brief übergeben, in dem sie ihre Sorgen und Ängste bezüglich der Starkregenereignisse 2018 sowie ihre Befürchtungen für die Zukunft bei solchen Ereignissen beschrieben haben.

Konkrete Vorschläge fehlen

Die Unterzeichner des Briefes forderten von den Verantwortlichen, die Bürger von Adelsdorf vor unkontrolliertem Zufluss von Oberflächenwasser aus dem Neubau- bzw. Wohngebiet Reuthsee in bestehende Kanalsysteme bei Stark- oder Dauerregen zu schützen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Bis spätestens 31. März wurden die Verantwortlichen der Gemeinde um eine konkrete Rückmeldung zu den Forderungen gebeten. Diese Frist sei aber verstrichen, ohne dass es Vorschläge für konkrete Konzepte zum Schutz der Bürger gegeben habe, schreiben die Sprecher der Initiative jetzt in einer Stellungnahme.

Der Bürgermeister nehme die Sorgen der Bürger nicht ernst, kritisieren Schmidt, Galster und Herzig, man könne sogar den Eindruck gewinnen, dass er an einer Lösung nicht interessiert sei. In der Gemeinderatssitzung am 27. März sei die Verantwortung zum wiederholten Mal alleine auf die betroffenen Bürger abgewälzt worden. Bis auf zwei Ausnahmen hätten auch die Gemeinderäte wenig Interesse an dem Thema gezeigt.

Dabei sollte es doch für einen Bürgermeister und die Vertreter der Bürger selbstverständlich sein, sich die Bedenken und Ängste von 230 Mitbürgern zumindest anzuhören, den Dialog zu suchen und gemeinsam mit den Bürgern und Fachleuten Lösungen zu finden, so die Sprecher der Initiative.

Politiker weisen Vorwürfe zurück

Eine gemeinsame Stellungnahme gaben gestern dazu die Fraktionssprecher des Adelsdorfer Gemeinderats Sabina König (Grüne), Uwe Pöschl (CSU/Bürgerblock Junge Bürger), Günter Münch sowie Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) ab. Darin weisen sie den Vorwurf, die Gemeinde würde die Sorgen der Bürger ignorieren zurück. "Wir, die Gemeinderäte und der Bürgermeister, hatten und haben vollstes Verständnis dafür, dass ein massives Starkregenereignis und die daraus resultierenden Schäden für berechtigte Sorgen, Bedenken, Ärger und auch für Ängste bei den Bürgerinnen und Bürgern sorgen", heißt es.

Nach dem Starkregen an Fronleichnam habe man "umgehend mit der Aufklärung begonnen". Nach Auswertung der Ergebnisse seien direkt Maßnahmen eingeleitet worden, die "entweder unverzüglich oder in den vergangenen Monaten umgesetzt wurden".

Dazu seien auch noch weitere Maßnahmen geplant. "Alle mit dem Ziel sicherzustellen, dass sich die Ereignisse des außergewöhnlichen Starkregens von Fronleichnam in dieser Form nicht wiederholen", heißt es in der Stellungnahme.

Eine vollständige Liste aller umgesetzten und geplanten Maßnahmen gebe es auf der Website der Gemeinde. "Sehr gerne möchten wir an dieser Stelle eine Einladung für eine Gesprächsrunde an die Initiative aussprechen, um mit Fachbüros, zuständigen Behörden und Vertretern der Gemeinde Fragestellungen und eventuelle Missverständnisse zu klären."

Insgesamt hätten die Auswertungen durch Fachleute ergeben, dass die Erschließung des Baugebiets Seeside nicht zu einer Überlastung der Kanäle innerorts geführt habe. Für das Neubaugebiet sei eigens ein "überdimensioniertes Regenrückhaltebecken" geschaffen worden.

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