Höchstadt

Krankenhaus Höchstadt: Mit 18 Millionen zu mehr Leistungsfähigkeit

Das Höchstadter Kreiskrankenhaus St. Anna rüstet sich für die Zukunft. Das Leistungsspektrum der Chirurgie soll erweitert und die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Wirken mit an den Strukturverbesserungen im Kreiskrankenhaus Höchstadt, die medizinische Fachangestellte Monique Iftner und der neue Chirurgie-Oberarzt Jens Schlegel.  Foto: Barbara Herbst
Wirken mit an den Strukturverbesserungen im Kreiskrankenhaus Höchstadt, die medizinische Fachangestellte Monique Iftner und der neue Chirurgie-Oberarzt Jens Schlegel. Foto: Barbara Herbst
"Wir reden nicht von einem Sprint, sondern von einem Marathon", erklärte Albert Prickarz, der neue Verwaltungschef des Höchstadter Krankenhauses, in der jüngsten Sitzung des Krankenhausausschusses. Er informierte die Kreisräte darüber, wie das relativ kleine Krankenhaus in der Zukunft bestehen will.

Rund 18 Millionen Euro sollen in den nächsten Jahren in Strukturverbesserungen und Umbauten gesteckt werden, um Attraktivität und Leistungsfähigkeit des Hauses zu steigern. Auf diese Summe erwartet die Verwaltung hohe Zuschüsse, so dass nur ein Eigenanteil von rund drei Millionen Euro auf den Landkreis als Träger des Krankenhauses zukommt.


Als künftige Strategie empfiehlt Albert Prickarz dem Krankenhaus einen "kooperativen Kurs auf Augenhöhe mit anderen Gesundheitsversorgern". Er möchte die niedergelassenen Ärzte als Partner und nicht als Konkurrenten sehen und kündigte an, für das Krankenhaus die Werbetrommel zu rühren: "Wir werden die niedergelassenen Ärzte nicht in Ruhe lassen."

Kreisrat Konrad Gubo (SPD) hofft auf eine Zusammenarbeit mit der Uni-Klinik Erlangen. Die könnte kleinere Fälle nach Höchstadt schicken und dafür größere bekommen.

Nachholbedarf in der Öffentlichkeitsarbeit erkannt


Die Anmerkung von Ute Salzner (CSU), dass das Höchstadter Krankenhaus Nachholbedarf in der Öffentlichkeitsarbeit hat, konnte der neue Verwaltungsleiter nur unterstreichen. So sei die sehr beachtliche Bandbreite der Leistungen des kleinen Krankenhauses kaum bekannt.

Durch das neue Ärzteteam in der Chirurgie seien auch hier die Weichen für eine Steigerung der Erlöse gestellt. Im Bereich Innere hat Prickarz jetzt schon das Ausscheiden von Chefarzt Hans-Joachim Laugwitz im Jahr 2015 auf dem Plan. Ein "kardiologisch ausgerichteter Arzt" sollte als Nachfolger gesucht werden. Dazu Spezialisten für die internistische Begleitung der Bauchchirurgie und die Geriatrie.

Durch die Ausbildung einer Medizincontrollerin soll ein modernes Controlling aufgebaut werden. Prickarz will Kosten und Erlöse regelmäßig und kritisch mit den Chefärzten diskutieren und die Umsetzung beschlossener Maßnahmen nachverfolgen.

Das alles soll dazu beitragen, den Zuschussbedarf des Landkreises für sein Krankenhaus zu drücken. Der lag 2012 bei 756 000 Euro und im vergangenen Jahr nur noch bei 619 000.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Ute Salzner. Auch Konrad Gubo begrüßte die Umstrukturierung und zeigte sich mit den abgesegneten Defiziten zufrieden. Für Kreisrat Hans Mitschke (FW) seien sie "alte Fasson", ab 2014 sollte es aufwärts gehen.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren