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Kostenloser Lesestoff in Höchstadt: Rotary Club spendet Büchersäule in der Innenstadt

In Höchstadt gibt es nun kostenlose Lektüre zum Mitnehmen. Der Rotary Club spendete der Stadt eine Büchersäule, die am Donnerstag offiziell übergeben wurde.
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"Vom Design her fügt es sich schon einmal gut ein", beteuert Bürgermeister Gerald Brehm (3. von links). Der Rotary Club Höchstadt unter der Präsidentschaft von Thomas Pickel (2. von links) spendete der Stadt eine neue Büchersäule. Mirjam Stumpf
"Vom Design her fügt es sich schon einmal gut ein", beteuert Bürgermeister Gerald Brehm (3. von links). Der Rotary Club Höchstadt unter der Präsidentschaft von Thomas Pickel (2. von links) spendete der Stadt eine neue Büchersäule. Mirjam Stumpf
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Auf den ersten Blick mag es ungewöhnlich erscheinen. Ein Bücherschrank mitten in der Stadt? Gehört so etwas nicht eher in ein Wohnzimmer oder in eine Bibliothek?

Eine mit reichlich Büchern befüllte Säule steht nun "Am Graben" in der Innenstadt. Gespendet hat sie der Rotary Club Höchstadt unter der Präsidentschaft von Thomas Pickel, um Anreize zum Lesen zu schaffen. Dort lädt die Säule nun jeden dazu ein, sich bei Interesse Bücher zu nehmen, aber auch, selbst welche hineinzustellen. Gestern wurde die Säule offiziell der Stadt übergeben.

Das Prinzip der Tauschstation ist schnell erklärt. Passanten können in den Büchern vieler Sparten nach Belieben stöbern, sie durchblättern und wenn sie eines anspricht einfach mitnehmen.

Andererseits ist jeder angehalten, selbst Bücher dazuzustellen, die sonst im eigenen Zuhause nur verstauben würden. "Die Büchersäule soll dazu einladen, sich mit Büchern auseinanderzusetzen", begründet Pickel die Initiative.

Leseförderung als Ziel

Die Themen Leseförderung und Bildung habe sich der Clubpräsident zum Schwerpunkt seiner einjährigen Amtszeit gemacht. "Ich bin überzeugt, dass Lesen eine Schlüsselqualifikation ist", so Pickel.

Bereits im vergangenen Jahr hatte er deswegen eine Aktion in Grundschulen initiiert. Damals hat der Rotary-Club 300 Bücher an die Erstklässler der Grundschulen in der Region gespendet, um deren Lese- und Schreibfähigkeit zu fördern, so der Clubpräsident.

Klassiker und Reiseführer

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) erhofft sich, dass die Säule in Höchstadt gut angenommen wird. "Vom Design her fügt es sich schon einmal gut ein", sagt der Bürgermeister und deutet dabei auf die angrenzenden Sitzgruppen um einen Springbrunnen, die bekanntermaßen in einem ähnlichen rostroten Ton gehalten sind. Die Stadt werde gerade in den ersten Wochen nun auch ein Auge auf den Schrank haben, versicherte Brehm, auch um zu gewährleisten, dass nach einiger Zeit weder zu viele noch zu wenige Bücher im Schrank sind.

Die ersten Bücher kommen von Clubmitglied Frank Neumann persönlich. Im Moment findet man dort Klassiker, aber auch Rezept-Bücher oder Reiselektüre. "Ich habe bewusst alles reingestellt", so Neumann, auch um zu zeigen, dass für jeden etwas dabei sei und fast keine Grenzen gesetzt seien. Nur politisch und religiös sollen die Bücher nicht sein.

Ein hochwertiges Produkt

Zwar sei der Schrank nicht gerade günstig gewesen, wie Pickel zugibt, aber dafür habe man sich für ein hochwertiges Produkt entschieden. Etwa 30 Prozent der Kosten habe dabei der Rotary District, zu dem Höchstadt gehört, übernommen, der restliche Betrag habe der Rotary Club Höchstadt aufgewendet, erklärt Neumann. Der Vorteil des Schrankes sei, wie Pickel betont, dass er von beiden Seiten einsehbar ist und zudem viele Einlegebretter hat, die Platz für mehr Bücher bieten. Clubmitglied Neumann fügt hinzu: "Umkippen kann der nicht, da müsste schon ein Lkw dagegen fahren."

Die Leiterin der Bücherei Marlitt Grigull hält den Bücherschrank für eine gute Sache: "Die Leute freuen sich, wenn die Bücher nicht im Müll landen." So beginnen bereits die ersten Begeisterten kurz nach der offiziellen Übergabe damit, den Schrank auf gewünschte Weise zu nutzen. Der neunjährige Aeneas und seine Mutter Anita Havranko sind mit einem Stapel Bücher bepackt, den sie zu zweit in den Schrank schlichten.

"Ich freue mich sehr, dass es nun diese Büchersäule hier gibt", sagt Havranko, die vorher auch oft eine ähnliche Büchersäule in Erlangen nutze. Nun habe sie eine solche fast direkt vor der Haustür. "Ich finde es schade, wenn Bücher nur zu Hause rumliegen, die keiner mehr liest." Und auch Sohn Aeneas geht interessiert die Bücher durch.

Wie die Büchersäule weiter angenommen wird, wird sich zeigen. Pickel hofft vor allem, dass der Schrank auch regelmäßig mit neuem Lesestoff befüllt werde. Und gerade jetzt, wo der Sommer naht, lässt es sich doch mit einem Eis und einem guten Buch auf einer der Bänke ein wenig beim Schmökern verweilen.

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