Höchstadt a. d. Aisch
Diskussionsabend

Körners Wünsche für das künftige Europa

Konrad Körner, Europawahl-Kandidat der CSU, referierte bei der Höchstadter Kolpingsfamilie.
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Franz Rabl (l.) begrüßte Konrad Körner.    Foto: privat
Franz Rabl (l.) begrüßte Konrad Körner. Foto: privat

Knapp 30 Mitglieder der Kolpingsfamilie hatten sich eingefunden, als Vorsitzender Wilfried Stocklassa den Herzogenauracher Stadtrat und Bezirksvorsitzenden der Jungen Union, Konrad Körner, als Gastredner im "Aischblick" begrüßte. Stocklassa hob insbesondere hervor, dass die europäische Einigung der Kolpingsfamilie wichtig sei: Sie spiegele das Motto Kolpings "Verantwortlich leben, solidarisch handeln" wider.

Konrad Körner nahm dies in seinem Impulsreferat auf und formulierte drei Wünsche an das künftige Europa: Zum einen wolle er ein Europa, das schützt. Sei es mit dem sicheren Schutz der Außengrenzen oder einem Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels. Denn dies seien alles Themen, "bei denen wir weder in Höchstadt, Herzogenaurach, Bayern oder Deutschland alleine Lösungen zustande bekommen". Europa sei ein Friedensprojekt, das wir nicht hoch genug schätzen könnten: "Es ist eine epochale Leistung, dass sich meine Generation nicht mehr in Schützengräben, sondern bei Schüleraustauschen kennenlernt."

Als zweites wolle er, gerade als junger Mensch, ein Europa, das sich ambitionierte Ziele setzt. Man könne gegen China nur bestehen, wenn man Kompetenzen bündelt und die Arbeitskräfte der Zukunft in Europa auch wirklich schaffen wollen. Da dürfte man dann auch nicht einfach eine Fusion zweier Zugunternehmen wie Siemens und Alstom blockieren, wenn mit einem chinesischen Staatsunternehmen bereits der Wettbewerber vor der Haustüre steht.

Der dritte Wunsch sei, "dass Europa uns in vielen Dingen leben lässt". Damit meine er insbesondere, dass Europa nicht alles regeln müsse. Stattdessen müsse man sich auf die großen Dinge konzentrieren und sich sonst auf das europäische Motto zurückziehen "In Vielfalt vereint". Diese Vielfalt gelte es zu erhalten, Europa müsse nicht alles gleich machen, sondern müsse die Vielfalt der Kulturen und Regionen respektieren.

Für einheitliches Asylsystem

Bei der Diskussionsrunde ging es auch um Probleme der Flüchtlingsrettung. Zur Frage des Umgangs Europas mit Flüchtlingen im Mittelmeer erklärte Körner, es sei Menschen- und Christenpflicht, jedem, der in Seenot gerät, zu helfen. Auf der anderen Seite müsse man nach der Seenotrettung schauen, dass man damit keine automatischen Wege nach Europa schafft. "Wir helfen niemandem, wenn die Schlepper und Schleuser entscheiden, wie man nach Europa kommt. Da braucht es neben Aufnahmelagern und Zentren vor Ort auch eine koordiniertere Entwicklungshilfe und ein einheitliches europäisches Asylsystem."

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