Erlangen
Demonstration

Klimaschutz mobilisiert auch in Erlangen die Massen

Alleine auf dem Erlanger Schlossplatz haben sich am Freitag rund 6500 Menschen unter dem Motto #AlleFürsKlima versammelt.
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Die Sorge ums Klima vereint die Generationen.    Foto: Isabel Gaschler
Die Sorge ums Klima vereint die Generationen. Foto: Isabel Gaschler
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Parallel in über 500 deutschen Städten fanden am Freitag erneut Demonstrationen für den Klimaschutz statt, darunter auch in Erlangen. Noch nie haben in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland so viele Demonstrationen parallel an einem Tag stattgefunden.

Unter dem Motto #AlleFürsKlima versammelten sich am Vormittag laut Veranstalter über 6500 Menschen am Erlanger Schlossplatz, um sich für mehr Klimaschutz und im Zuge dessen auch für eine Veränderung der Klimapolitik sowie die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens einzusetzen. Den 20. September als Datum für die Demonstrationen festzulegen, war kein Zufall. Am gleichen Tag traf sich das Klimakabinett in Berlin zu einer Tagung, zudem findet in der darauffolgenden Woche der Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York statt. Die Veranstaltung ist gleichzeitig Auftakt für die #WeekforClimate. In der darauffolgenden Woche wird es noch bis einschließlich 27. September einige Demonstrationen zu unterschiedlichen Themen geben.

Florian Fischer, Veranstaltungsleiter und Organisator der "FridaysforFuture"-Bewegungen in Erlangen, macht im Interview die derzeitige Lage deutlich: "Wir haben nur noch acht Jahre Zeit, bis unser -Budget aufgebraucht ist, um das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Wenn wir da nicht bald anfangen zu handeln, schaffen wir das nicht mehr." Gerade deshalb sei ihm die Organisation der Klimastreiks so wichtig.

Schüler und Eltern

Ziel dieser Demonstrationen sei es, "dass die Politik endlich mal darauf hört, was wir fordern", erklärt Fischer. "Das ist eigentlich ganz einfach: Es fängt damit an, dass das 1,5-Grad-Ziel eingehalten werden soll." Damit dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann, schlägt er konkrete Maßnahmen vor, die von den Politikern angenommen werden sollen: "Ein früherer Kohleausstieg und eine sozialverträgliche Bepreisung von " nennt er als zwei Schritte, mit denen man das Klima nachhaltig schützen könnte.

Die Demonstration beginnt mit einigen Reden am Schlossplatz, nach etwa einer Stunde setzt sich die Gruppe in Richtung Hugenottenplatz in Bewegung. Von dort aus geht es in die Universitätsstraße und schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Schüler und Eltern, Arbeitgeber und sogar Schulklassen beteiligen sich an der Demonstration. Viele Plakate und Schilder wurden gebastelt, auf denen zum "Handeln statt Reden" aufgefordert wird. "Klimawandel ist ein Verbrechen gegen zukünftige Generationen" heißt es auf einem Plakat, auf einem anderen ist die Aufschrift "Wer das Klima nicht ehrt, ist die Erde nicht wert" zu lesen.

Kohleausstieg bis 2030

Auch die Organisatoren der Veranstaltung rund um Florian Fischer machen ihren Standpunkt deutlich: "Wir fordern die Abschaltung von einem Viertel der Kohlekraftwerke bis Ende dieses Jahres", heißt es unter anderem. Bis zum Jahr 2030 wollen die Aktivisten einen kompletten Kohleausstieg, Nettonull bis zum Jahr 2035. Außerdem wird klargestellt, dass den Vorwürfen, die Schüler "wollen doch nur schwänzen", schon mehrmals entgegengehalten wurde, indem auch drei Streiks außerhalb der Schulzeit "mit großem Erfolg" stattfanden.

"Wir streiken, bis gehandelt wird", erklärt das Organisationsteam der Erlanger "FridaysforFuture"-Bewegung. "Die Politik hat eine Vorbildfunktion und nach der muss sie auch handeln."

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