Herzogenaurach
Reaktion

Klimaschutz: Auch die Eltern sind angesprochen

Herzogenauracher Schulleiter nehmen zum offenen Brief der "Parents for Future" Stellung. . Generell findet sich das Thema im Unterricht bereits wieder.
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"Fridays for Future" , wie hier auf dem Herzogenauracher Marktplatz im Frühjahr, werden vielfach begrüßt. Die Schulen halten es für möglich, an einer solchen Aktion teilzunehmen - wenn sie rechtzeitig bekanntgegeben wird und idealerweise nach Unterrichtsschluss stattfindet.  Kinder des Liebfrauenhauses haben sich bereits beteiligt. Foto: Bernhard Panzer
"Fridays for Future" , wie hier auf dem Herzogenauracher Marktplatz im Frühjahr, werden vielfach begrüßt. Die Schulen halten es für möglich, an einer solchen Aktion teilzunehmen - wenn sie rechtzeitig bekanntgegeben wird und idealerweise nach Unterrichtsschluss stattfindet. Kinder des Liebfrauenhauses haben sich bereits beteiligt. Foto: Bernhard Panzer

Vor allem drei Erkenntnisse kristallisieren sich aus den Reaktionen der Schulleiter auf einen offenen Brief der Herzogenauracher "Parents for Future" heraus. Die Bereiche Klima und Umweltschutz sind seit langem schon ein Thema im Unterricht, die Aktionen der Friday-Kids werden positiv bewertet und die Schulen sind auch bereit, bei entsprechender Vorbereitungszeit, an einer solchen Aktion mitzuwirken.

Der Appell, doch genau jetzt am Tag des Klimastreiks, also am heutigen Freitag, und drumherum Aktionen zu startet, wurde gemeinhin als zu spontan und nicht zielführend betrachtet. Auch rechnet kaum ein Schulleiter damit, dass seine Schüler heute Vormittag spontan die Schule schwänzen, um an den Großkundgebungen teilzunehmen. Die Parents hatten an die Schulen geschrieben und um Mitwirkung am Klimastreik und darüber hinaus gebeten (siehe FT vom Samstag, "Klimaschutz: Das geht uns alle an"). Verschickt hatte den Brief die Herzogenauracherin Astrid Holzammer.

Wachgerüttelt

Norbert Schell, der Schulleiter des Gymnasiums, zeigte sich stolz auf seine Schüler. Viele Gymnasiasten waren ja an den "Fridays for Future" beteiligt. An der Schule selbst würden schon viele Dinge gemacht, die in dem offenen Brief angesprochen worden waren. Außerdem habe man seit Jahren schon Energiewächter.

Wichtig ist für Schell, dass nach der Phase des Wachrüttelns durch die Demos und Kundgebungen nun ins operative Geschäft eingestiegen werden müsse. Vor allem müssten die Menschen da auch an sich selber arbeiten. Ein einfaches Beispiel, ohne große Opfer zum Klimaschutz beizutragen, wäre der Verzicht auf das Elterntaxi, meint Schell. Die Schüler sollten Druck auf ihre Eltern ausüben und verdeutlichen, dass es peinlich statt cool sei, mit 'nem (schweren) Auto zur Schule gefahren zu werden.

Nachhaltigkeitsfan

Auf die Nachhaltigkeit legt auch Ulrich Langer, der Rektor der Realschule, Wert. "Ich bin ein Nachhaltigkeitsfan", sagt er und verweist ebenfalls auf die Aktivitäten seiner Schule im angesprochenen Bereich. So habe man sehr zahlreich am Stadtradeln teilgenommen, es wurden Bäume gepflanzt und die Realschule ist in diesem Schuljahr zur "Umweltschule" ernannt worden - ein Titel, den man jedes Jahr neu erkämpfen muss.

"Wir machen auf diesem Gebiet viel", sagt Langer. Der Freitag sei freilich ein normaler Schultag, der Unterricht falle wegen des Streiks natürlich nicht aus. Auch Langer appelliert an die Eltern, selbst einen Beitrag zu leisten. "Lieber mal Fahrrad fahren", lautet die Devise.

Wenn mal wieder eine gemeinsame Aktion auf dem Marktplatz geplant sei, wäre seine Schule gern dabei. "Wenn es nachmittags ist", sagt er, "also ungern, wenn Schule ist."

Im Lehrplan verankert

Auch die Mittelschule hat das Thema Umweltschutz im Lehrplan verankert. Die in dem offenen Brief gemachten Projektvorschläge habe er an die Lehrer weitergeleitet, sagt Rektor Helmut Nicklas. Verschiedenes könne man gern angehen. Andere Dinge habe man schon angepackt, wie beispielsweise einen Blühstreifen hinter der Schule, wo als nächstes eine Streuobstwiese entstehen soll. Bei einem SMV-Wettbewerb habe die Herzogenauracher Mittelschule den dritten Platz belegt. Ihr Thema lautete Respekt. Und der gelte auch der Umwelt gegenüber.

Dem Brief steht er positiv gegenüber: "Schön, dass es solche Initiativen gibt." Er habe auch zurückgemeldet, dass seine Schule für Vorschläge immer dankbar sei.

Schnelle Antwort

Der Schreiberin Astrid Holzammer geantwortet hat schon gleich am ersten Tag Michael Richter vom Liebfrauenhaus. Auch für ihn ist eine langfristige und nachhaltige Behandlung der Inhalte im Unterricht wichtig (der FT berichtete bereits).

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