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Herzogenaurach
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Kirchweih in Burgstall: Bruch mit der Bier-Tradition?

Die Burgstaller Feuerwehr veranstaltet ihre Kirchweih erstmals ohne die Herzogenauracher Brauerei Heller. Der frühere Vorsitzende Klaus Förtner kritisiert das.
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Bei der Burgstaller Kerwa 2003 sägten Kommandant Walter Nussel (l.) und Vorsitzender Jürgen Hoffmann den Baum zurecht. Im Hintergrund Sonnenschirme der Brauerei Heller aus Herzogenaurach.  Foto: Archiv
Bei der Burgstaller Kerwa 2003 sägten Kommandant Walter Nussel (l.) und Vorsitzender Jürgen Hoffmann den Baum zurecht. Im Hintergrund Sonnenschirme der Brauerei Heller aus Herzogenaurach. Foto: Archiv
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Klaus Förtner versteht die Welt nicht mehr. Seit es die Kirchweih in Burgstall gibt, und auch schon früher, also eigentlich "schon immer", wurde bei traditionellen Feiern in dem kleinen Dorf Bier der Herzogenauracher Brauerei Heller ausgeschenkt. Nur dieses Jahr soll alles anders sein: Die Kerwa ohne Hellerbier, für Förtner ist das nicht denkbar. "Das ist eine Tradition, die bricht man nicht."

Tatsächlich ist es dieses Jahr anders als sonst: Die Kirchweih vom 30. August bis zum 2. September wird diesmal nicht mit der Herzogenauracher Traditionsbrauerei ausgetragen. Stattdessen kommt Hofmann aus Pahres zum Zug. Diese Brauerei habe halt "das In-Bier" bei solchen Festivitäten, wie Organisator Jürgen Hoffmann bemerkt.
Er ist der Vorsitzende der Burgstaller Feuerwehr, die die Kerwa ausrichtet.

Keine außerordentliche Versammlung

Seit 1989 ist das so, und seit Anfang an gab es auch offiziell das Heller-Bier, erklärt Klaus Förtner. Der wiederum ist Hoffmanns Vorgänger im Amt und führte die Feuerwehr von 1988 bis zum Jahr 2000. Und ist einer der Kritiker des jetzigen Beschlusses. Vor allem wurmt ihn, dass die Mitglieder nicht gefragt wurden. Die Vorstandschaft habe das einfach so entschieden, klagt er, und mutmaßt: "Da haben sich wohl ein paar Junge gegen die Alten durchgesetzt."

Förtner wäre halt gern gefragt worden. "Da gehört eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen", verlangt er. Seit die Feuerwehr 1988 ihre 110-Jahr-Feier abhielt, wurde auch jedes Jahr wieder Kirchweih gefeiert. Und das immer mit dem Partner aus Herzogenaurach. "Solange ich Vorstand war, war der Hans Heller immer für uns da", sagt der 59-jährige Förtner. Der Brauereichef sei ja auch Mitglied bei der Burgstaller Feuerwehr. Und: "Da gab's noch nie ein anderes Bier."

Dass das heuer anders ist, sieht der jetzige Vorsitzende Hoffmann weniger dramatisch. "Wir wollten auch mal wechseln", sagt er. So habe man sich entschlossen, in diesem Jahr neue Wege zu gehen. Stress mit der heimischen Brauerei aber wolle man keineswegs. Übrigens wechseln seiner Aussage nach auch andere Veranstalter aus der Umgebung zu der Brauerei aus Pahres. Und vertraglich gebunden sei man in Burgstall nicht. Genauso hatte es schon vor dem Altstadtfest in Herzogenaurach geklungen, als die dortigen Feuerwehrkollegen ebenfalls die Brauerei wechselten und das ebenso mit "neuen Wegen" begründeten.

Seinen Vorsitzenden bestätigt übrigens auch Kommandant Walter Nussel, der die erste Kerwa 1989 mit ins Leben gerufen hatte. Seit 1990 findet die Feier auf seinem Anwesen statt.

Ex-Candy's statt Schafkopf

Bei der diesjährigen Kirchweih wird es noch eine Änderung geben. Das Schafkopfturnier zum Auftakt fällt dieses Jahr aus. Vorsitzender Jürgen Hoffmann erklärt das unter anderem damit, dass sich das Turnier im Lauf der Jahre gewandelt habe, immer anspruchsvoller geworden sei und die Zahl der Nörgler wuchs. Aus Burgstall selbst hätten nur noch zwei oder drei Kartler mitgemacht, ergänzt er. Vielleicht werde man zur Weihnachtszeit stattdessen ein kleineres internes Turnier machen.

Mit der Absage wird natürlich ein lukrativer Abend frei. Und da trägt man laut Hoffmann auch dem Wunsch der jüngeren Feuerwehrler Rechnung. "Die wollten die 'Candy's' wieder haben", sagt er. Die Herzogenauracher Kultband hat in früheren Jahren, bis zu ihrer Auflösung, traditionell den Kirchweihmontag in Burgstall gestaltet. Die "Candy's" gibt es immer noch, wenn auch in kleinerer Besetzung und unter dem Namen "Die drei depressiven Vier". Wolfgang "Otto" Krejsa, Georg "Felder" Ort, Werner "Pfanni" Pfannerer und Rudi Bauerfeld werden nun bereits am ersten Abend einheizen.

Das alles kann Klaus Förtner nicht locken. "Mich sehen die nicht auf der Kerwa", sagt er. Und verweist auf das Straßenfest im Michelbacher Weg eine Woche später. Dann wird vor der Haustür gefeiert. Und dann gibt's selbstverständlich Hellerbier, sagt Förtner.

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