Nein, orangefarben wie das Don-Bosco-Kinderhaus wird er nicht werden. Auch die Farbe Rot scheidet aus. So viel konnten Bürgermeister German Hacker (SPD) und Architekt Erich Popp über die Farbgebung für den geplanten Kindergarten im neuen Wohngebiet auf der Herzo Base bereits sagen. Nachdem Doris Wüstner (CSU) und Renate Schroff (SPD) angefragt hatten.

In allen anderen Punkten hingegen ist das Projekt, das im September 2013 bezogen werden soll, bereits durchgeplant. Erich Popp stellte in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend seine Pläne vor, die vom Gremium einstimmig befürwortet wurden.

2,4 Millionen Euro kostet die Tagesstätte, die zwei Gruppen für den Kindergarten und ebenso viele für die Kinderkrippe vorsieht. Zweifellos "ein stattlicher Betrag", wie der Bürgermeister einräumte. "Aber für wen könnte man Zukunftsinvestitionen besser vornehmen als für die, die die längste Zukunft haben?"

Es ist eine großzügige offene Gestaltung, die der Herzogenauracher Architekt gewählt hat. Beispielsweise kann der Mehrzweckraum mit Schiebewänden zum Foyer hin geöffnet werden, damit man einen Veranstaltungsraum erhält. Ebenso ist das einen Stock höher vorgesehen, wo die Wände der Gruppenräume flexibel sind.


Zwei Flügel


Der Gebäudetrakt sieht zwei gegenüberliegende Flügel mit Stichflur vor, je einen für Krippe und Kindergarten. Dazwischen befindet sich eine Spielfläche im Freien. Und auch zum benachbarten Spielplatz des bisherigen Wohngebietes ist ein Zugang möglich, Auch eine Erweiterungsmöglichkeit ist problemlos machbar.

Erläutert wurde auch, dass im dortigen Baugebiet ein Flachdach vorgeschrieben sei, das für eine Photovoltaikanlage genutzt werden könne. Außerdem habe die Kindertagesstätte Passivhaus-Standard.

In der Diskussion äußerten die Redner Gefallen an der Gestaltung. Elke Bauer (SPD) lobte den "besonderen Kindergarten mit einem großen Hof und vielen Fenstern". Auch Zweite Bürgermeisterin Renate Schroff (SPD) freute sich über "schöne helle und freundliche Räume mit großen Fenstern". Das moderne Konzept mit den offenen Bereichen bezeichnete die Lehrerin als zukunftsorientiert und es sei pädagogisch zu befürworten. Pfiffig nannte Schroff außerdem den Zugang zum öffentlichen Spielplatz.

Allerdings wurde auch Kritik geäußert. Und zwar darüber, dass keine Parkplätze für die Eltern eingezeichnet sind. CSU-Fraktionschef sprach das als erster an: "Alle praktische Lebenserfahrung sagt, die Eltern bringen ihre Kinder zeitlich oft knapp". Wenn sie dann erst hundert Meter zum Kindergarten gehen müssten, sei das nicht ideal. Das sollte man sich doch noch mal überlegen. SPD-Fraktionsvorsitzender Curd Blank teilte die Bedenken: "Da bin ich ganz bei der Konkurrenz drüben".

Bürgermeister Hacker bemerkte, dass kein anderer Kindergarten in der Stadt im öffentlichen Bereich mehr Parkplätze um sich herum habe. Man könne es den Eltern zumuten, entlang der Straße zu parken. "Das ist erlaufbar", auch für Eltern mit kleinen Kindern, sagte Hacker.



Erwerb des Wohngebietes


Der Stadtrat von Herzogenaurach hat im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung am Donnerstag eine historische Entscheidung getroffen. Offiziell wurde jetzt der Erwerb der beiden noch unbebauten Bauabschnitte des Wohngebietes Herzo Base von der GEV KG durch die Stadt Herzogenaurach einstimmig beschlossen. Das berichtet Bürgermeister German Hacker (SPD) .

Ebenfalls einstimmig zugestimmt hat das Gremium, dass der zehnprozentige städtische Kommanditanteil an der Grundstücksgesellschaft Herzogenaurach mbH & Co. KG (GEV KG) im Gegenzug an die Adidas AG veräußert wird. Da der Aufsichtsrat der Adidas AG der Transaktion bereits im Vorfeld zugestimmt hatte, sind die noch ausstehenden Beschlüsse der Gesellschafterversammlung der GEV KG nur noch eine reine Formsache.

Damit wird der Vertrag, der am Dienstag, 20. März, von Seiten der GEV KG bzw. Adidas AG und der Stadt Herzogenaurach notariell beurkundet wurde, wirksam. Der Eigentumsübergang der Grundstücke auf die Stadt Herzogenaurach findet laut Hacker statt, sobald die noch zu Gunsten des ausgeschiedenen Investors eingetragenen Auflassungsvormerkungen gelöscht sind.