Frauenaurach
Ermittlungen

Kinder aus weißen Lieferwagen fotografiert? Angst vor Pädophilen in den Kreisen Erlangen und Forchheim

Fotografieren Unbekannte fremde Kinder? Versuchen sie sogar, Kinder in ihren Lieferwagen zu locken? Mehrere Vorkommnisse in den Kreisen Erlangen und Forchheim verunsichern Eltern. Die Polizei reagiert.
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Versuchen Unbekannte in Franken Kinder zu belästigen? Die Polizei ermittelt. Symbolbild: Matthias Beetz
Versuchen Unbekannte in Franken Kinder zu belästigen? Die Polizei ermittelt. Symbolbild: Matthias Beetz

Belästigen Unbekannte Kinder in Mittelfranken und Oberfranken? Treiben Pädophile ihr Unwesen vor fränkischen Schulen? Gleich mehrere Fälle verdächtiger Verhaltensweisen beschäftigen zur Zeit die Polizei. Im neusten Fall sollen zwei Frauen in Frauenaurach bei Erlangen Kinder fotografiert haben. Die Polizei nimmt die Vorfälle ernst, sieht gleichwohl aber keinen Grund für Panik.

Bereits am Freitag (3. Mai) wurde der Erlanger Polizei bekannt, dass Kinder im Bereich der Brückenstraße in Frauenaurach möglicherweise von zwei Frauen fotografiert worden sein sollen.

Fotoaufnahmen aus weißem Lieferwagen?

Nachdem der Vorfall im Ort bekannt wurde, gingen in den Folgetagen weitere Mitteilungen besorgter Eltern ein. In diesem Zusammenhang sollen auch aus einem weißen Lieferwagen heraus Fotoaufnahmen von Kindern gemacht worden sein.

Ein weißer Lieferwagen spielt auch bei einem Vorfall in Neunkirchen am Brand eine zentrale Rolle: In dem Ort im Landkreis Forchheim wurden bereits im April mehrere verdächtige Wahrnehmungen gemeldet. Demnach sollen zwei Männer in einem weißen Lieferwagen Kinder an einer Bushaltestelle angesprochen haben - und versucht haben, sie zum mitfahren zu bewegen.

Thomas Ochs, Kommissar bei der Polizei Forchheim erklärt: "Die Ermittlungen sind mittlerweile abgeschlossen und wir haben nichts Konkretes gefunden. Wir haben auch den Fall, wo Unbekannte versuchten ein Mädchen in einen Lieferwagen zu ziehen untersucht und keinen Tatverdächtigen gefunden." Seit den Osterferien habe es jedoch keine Hinweise mehr zu solchen Vorfällen gegeben, sagt der Polizeikommissar. Er betont, dass es wichtig sei die Kinder zu sensibilisieren. "Trotzdem sollten sie nicht übersensibilisiert werden und in alle solche Situationen eine Bedrohung hinein interpretieren. Manchmal fragen ja Autofahrer nur nach dem Weg oder ähnliches."

Gerüchte und Sorgen - Gefahr durch die sozialen Medien?

Die Schule reagierte und schrieb einen Brief an die Eltern, in dem sie über die Gerüchte informierte. Auch die Schüler wurden nochmals sensibilisiert. Sowohl in Erlangen als im Kreis Forchheim ermitteln die Polizisten. Bisher gibt es bei allen Fällen keine Ermittlungserfolge.

Dabei befindet sich die Polizei in einem Zwiespalt: Natürlich nehme man die Hinweise sehr ernst, bestätigte ein Sprecher der Polizei Mittelfranken gegenüber inFranken.de. So seien Beamte in den letzten Tagen verstärkt - teilweise auch in zivil - in den fraglichen Gebieten im Einsatz gewesen. Bislang konnten jedoch keine Erkenntnisse gewonnen werden, welche die Vorwürfe bestätigen.

Dabei sei zu beachten, dass solche Geschichten eine Eigendynamik gewinnen: Sowohl in Neunkirchen am Brand als auch jetzt in Erlangen wurden im Nachgang von weiteren Vorfällen berichtet. Oft handele es sich jedoch um Geschichten vom "Hörensagen", deren Wahrheitsgehalt leider oft fraglich sei.

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