Einsatz

Keine Panik, wenn der Kamin brennt ...

Feuerwehrleute im Kreis Erlangen-Höchstadt raten Betroffenen, besonnen zu reagieren. Feuchtes Holz und zu wenig Sauerstoff sind Ursachen für den Kaminbrand.
Artikel drucken Artikel einbetten
Feuchtes Holz und zu wenig Sauerstoff beim Verbrennen führen zu Ablagerungen im Kamin, die sich leicht entzünden.  Foto: sjo
Feuchtes Holz und zu wenig Sauerstoff beim Verbrennen führen zu Ablagerungen im Kamin, die sich leicht entzünden. Foto: sjo
+1 Bild

Wenn jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit wieder Kachelöfen und Kamine angeschürt werden, müssen die Feuerwehren auch immer wieder zu Kaminbränden ausrücken. Schlagen aus einem Kamin Flammen und Funkenregen, ist das aber nicht gleich ein Grund zur Panik.

Die meisten Kaminbrände verlaufen relativ harmlos. Zu den Ausnahmen zählte am Mittwochabend ein Kaminbrand in der Leithenstraße in Hemhofen. Hier erhitzte sich der brennende Kamin so stark, dass die hölzerne Dachkonstruktion um den Kamin Feuer fing. Mehrere Feuerwehren aus der Umgebung hatten den Brand schnell unter Kontrolle. Die Adelsdorfer Wehr konnte mit Hilfe ihrer Drehleiter ein Ausbreiten des Feuers verhindern.

"Unsere Hauptaufgabe ist es, aufzupassen, dass sich der Kaminbrand nicht ausbreitet", sagt Stefan Brunner, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Erlangen-Höchstadt. Die Feuerwehr misst die Temperaturen, die bis 1000 Grad erreichen können, kontrolliert mit der Wärmebildkamera, wo es besonders heiß ist. Dies sei vor allem bei älteren Gebäuden wichtig, wo Holzbalken oder Stahlträger in den Kamin eingebaut sind, sagt Brunner. Auch wenn ein solcher Brand vor allem nachts spektakulär aussieht, lässt die Feuerwehr den Kamin kontrolliert weiterbrennen.

Auf keinen Fall sollte laut Brunner versucht werden, einen Kaminbrand mit Wasser zu bekämpfen. Ein Liter Wasser in den Kamin gespritzt würde sich schlagartig in 1700 Liter Wasserdampf verwandeln und den Kamin sofort sprengen.

Ablagerungen im Kamin - die Feuerwehr spricht von Glanzruß - sind es, die immer wieder mal Feuer fangen. Ursache ist falsches Schüren, sagt der Höchstadter Kommandant Wolfgang Glotz. Zu nasses Holz produziere ebenso Ablagerungen, wie Papier oder Plastik und andere Sachen, die nicht in den Ofen gehören.

Sollten dann mal die Funken aus dem Kamin schlagen, brauche man aber nicht gleich in Panik zu verfallen, sagt Glotz. Man sollte aber schon die Feuerwehr rufen und auch den Schornsteinfeger hinzuziehen.

Es ist unverbrannter Kohlenstoff, der sich wie ein Lack im Kamin ablagert, sagt der Etzelskirchener Bezirksschornsteinfeger Hannes Lober. Neben zu feuchtem Holz sorgt auch zu wenig Sauerstoff bei der Verbrennung für Glanzruß. "Wenn die Leute meinen, das Holz verbrennt zu schnell, machen sie den Fehler und drosseln die Luftzufuhr", sagt Schornsteinfeger Lober.

Er appelliert an alle, die Holzöfen betreiben, sich genau an die Bedienungsanleitungen zu halten. Das sei heute viel wichtiger als früher, da die Abgastemperatur früher deutlich höher war. Lober: "Wird die Luftzufuhr bei modernen Öfen gedrosselt, hat man schnell Ablagerungen."

Hat sich der Ruß im Kamin festgesetzt, gibt es für den Schornsteinfeger zwei Möglichkeiten, ihn wieder los zu werden. Entweder durch kontrolliertes Ausbrennen von oben, oder durch mechanisches Abkratzen der Teerbeschichtung mit speziellem Schlagwerkzeug.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren