Höchstadt a. d. Aisch
Wohnraum

Kein Seeside am Greiendorfer Weg

Reihenhäuser statt Industriebrache - hört sich gut an. Trotzdem stößt Gerald Brehms Plan für Höchstadt-Süd nicht bei jedem Stadtrat auf Gegenliebe.
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Keine Einbahnstraße - oder gar Sackgasse - sollen die Pläne für ein Wohngebiet am Greiendorfer Wege werden. Foto: Franziska Rieger
Keine Einbahnstraße - oder gar Sackgasse - sollen die Pläne für ein Wohngebiet am Greiendorfer Wege werden. Foto: Franziska Rieger

Mit der Gegenstimme von Martin Oberle (JL) beschloss der Höchstadter Stadtrat am Montag die Umwandlung des Bebauungsplans "Hutwiesen - Sondergebiet SB-Warenhaus" in ein allgemeines Wohngebiet.

Wie bereits berichtet (FT vom 29. Juni) handelt es sich dabei um den ehemaligen Edeka am Greiendorfer Weg. Einem Investor soll der Abriss des "Schandflecks", so Bürgermeister Gerald Brehm (JL), und der Neubau von Reihenhäusern ermöglicht werden. Grundsätzlich begrüßten auch alle Stadträte die Schaffung von Wohnraum.

Nachbarn berücksichtigen

Jedoch gab es einige Stimmen, die auf die Rechte der umgebenden land- und teichwirtschaftlichen Betriebe hinwiesen. Oberle warnte vor Lärmemissionen - zum Teil auch nachts - durch den Betrieb der benachbarten Versuchsanlage für Karpfenteichwirtschaft. "Das ist für die Zucht oder zu Versuchszwecken erforderlich und ich möchte das uneingeschränkt aufrecht erhalten." Der Investor müsse wissen, dass es sich "eigentlich um ein Mischgebiet" handelt. Man könne ja auch gleich ein solches ausweisen, damit für Land- oder Teichwirtschaft hinterher keine Nachteile entstünden.

Brehm ließ daraufhin in die Beschlussfassung einen Passus aufnehmen, dass die Nachbarinteressen im Rahmen des Emissionsschutzrechts gewahrt werden müssen.

Mögliche Probleme durch Hochwasser

Alexander Schulz (CSU) wies noch auf das angrenzende Hochwassergebiet hin und darauf, dass der Kanal möglicherweise schon an seiner Kapazitätsgrenze sei. Beides sei bekannt, meinte der Bürgermeister. Das Wasserwirtschaftsamt und das Landratsamt seien bereits eingebunden, um nötige Maßnahmen zu treffen. Eine Neuerschließung der Kanalisation sei außerdem möglich, falls nötig.

Irene Häusler (JL), Andreas Hänjes (SPD) und auch Martin Oberle störten sich zudem an der engen Bebauung: 32 Reihenhäuser inklusive Stellplätzen und Carports auf 7500 Quadratmetern erinnerten so manchen an das Seeside in Adelsdorf. Ohne Grünfläche, Bänke oder Spielplatz werde das kein lebenswerter Ort, waren sie sich einig. "Das ist eine Notgeburt. Der beste Platz ist das nicht - zwischen Gewerbe, Landwirtschaft und Bundesstraße", meinte Hänjes.

Brehm erwiderte, dass auch eine Einzelhandelsruine nicht im Sinne der Stadt und grundsätzlich Verdichtung sowie zusätzlicher Wohnraum gewünscht seien. Zur Güte fügte er in den Beschluss noch einen zweiten Hinweis ein: Dem Stadtrat kommt die Bebauung zu verdichtet vor und dass sie noch aufgelockert werden könnte. "Wir werden uns damit ohnehin noch fünf- oder sechsmal beschäftigen müssen."

Unter den beiden zusätzlichen Prämissen konnten sich am Ende dann fast alle Räte zur Zustimmung durchringen - bis auf Martin Oberle.

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