Adelsdorf

Kavaliere der Straße

Die Adelsdorfer Familie Bogdán hat auf dem Weg nach Ungarn einem älteren Ehepaar geholfen, das mit seinem Wagen verunglückt war.
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Sie schauen nicht weg und fahren nicht einfach weiter, die "Kavaliere der Straße". Seien es lebensrettende Erste-Hilfe-Einsätze oder umsichtige Einsätze bei der Pannenhilfe, es gibt Gott sei Dank noch genug Menschen, die sich besonders rücksichtsvoll und partnerschaftlich im Straßenverkehr verhalten. Auch in Adelsdorf lebt eine Familie, die zu diesen Kavalieren der Straße zählt.

Die Familie Lásló und Tanja Bogdán war mit ihren beiden Kindern Milan (11 Jahre) und Leonie (8 Jahre) und dem kleinen Hund Sammy am 24. August 2012 unterwegs nach Ungarn zu Láslós Vater. "Lásló und ich haben uns 1997 kennen gelernt und gleich ein Jahr darauf zog mein Mann, der Ungar ist, nach Deutschland", erzählt Ehefrau Tanja.

Seitdem besuchen die Bogdáns jedes Jahr im Sommer die Verwandten in Ungarn, so auch im August 2012.
Lásló Bogdán erinnert sich noch genau an den denkwürdigen 24. August: "Wir sind damals ab der ungarischen Grenze hinter einem deutschen Auto gefahren, in dem ein älteres Ehepaar saß. Die beiden waren auf dem Weg zu ihrem Urlaubsort Alsobahok, wo sie sich mit Freunden treffen wollten. Es war ein schrecklich heißer Tag. Das weiß ich noch wie heute." Reger Verkehr machte es dem Familienvater unmöglich, das etwas langsame Gefährt zu überholen. Die Straße war holprig und obendrein erschwerte eine Spurrille das Fahren. Die Familie aus Adelsdorf beobachtete mit Sorge, wie das Auto vor ihr öfter nach links abdriftete und Lásló Bogdán hielt deshalb besonders viel Sicherheitsabstand. Wieder einmal bewegte sich der Pkw vor uns zu weit nach links.

 


"Auf der Höhe von Rabapaty-Sarvár kam uns plötzlich wie aus dem Nichts ein Transporter entgegen. Beide Fahrzeuge streiften sich - alles passierte in Sekundenschnelle! Der Transporter schleuderte und drehte sich um die eigene Achse. Ich konnte Gott sei Dank noch rechtzeitig bremsen und unser Auto nach rechts lenken, denn sonst hätte uns der Lieferwagen auch noch erwischt! Als unser Vordermann - der Unfallverursacher - zum Stehen kam, sprangen wir sofort aus unserem Auto, um zu helfen." Milan und Leonie und Sammy mussten, obwohl es wahnsinnig heiß war, brav im Auto bleiben. Zuerst sah es so aus, als würde das deutsche Auto brennen - aber es war Gott sei Dank nur der geplatzte Airbag, der die Helfer irritierte! Lásló weiter: "Ich sicherte sofort die Unfallstelle ab - als langjähriger Busfahrer bin ich schon auf so was trainiert - und meine Frau kümmerte sich um die Insassen der Unfallautos.

 


Die Beifahrerin unseres Vordermannes hatte starke Prellungen im Brustbereich - und natürlich Schmerzen." Der Fahrer des Transporters stand unter Schock. Sein Auto war auf der linken Seite völlig zerstört - ein Totalschaden. Das Auto des Vordermannes war erheblich beschädigt und das linke Vorderrad war abgerissen. Bald hielt ein weiterer Autofahrer an und rief sofort die Polizei. "Wir blieben selbstverständlich an der Unfallstelle und kümmerten uns weiter um die Verunglückten.
Außerdem war auch meine Hilfe gefragt, denn als Deutsch sprechender Ungar konnte ich den Dolmetscher machen." Erst als die ungarische Hilfe eingetroffen war, die Unfallopfer versorgt waren und alles abgeklärt war, machten sich die Bogdán auf die Weiterfahrt. Zuvor aber wollten die dankbaren Deutschen noch ihre Adresse.

"Zu Weihnachten bekamen wir eine Karte aus Stulln im Landkreis Schwandorf, in der sich das Ehepaar noch einmal bei uns als ihre ,Engeln der Landstraße' bedankte, erinnert sich die Familie.

Auch für die Kinder Milan und Leonie war dies ein unvergessliches Erlebnis. "Meine kleine Schwester hat bei Papas Vollbremsung fürchterlich geschrien und ich bin wahnsinnig erschrocken, denn ich saß vorne", erzählt Milan. "Das war echt hart!"

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