Herzogenaurach
Schädlinge

Kampf gegen hartnäckige Spinner

Entlang der Eichenallee am Radweg zwischen Beutelsdorf und Herzogenaurach werden die Gespinste des Eichenprozessionsspinners entfernt.
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Schutzanzug ist Pflicht: Die Gespinste des Eichenprozessionsspinners entlang der Kreisstraße zwischen Beutelsdorf und Herzogenaurach werden beseitigt.
Schutzanzug ist Pflicht: Die Gespinste des Eichenprozessionsspinners entlang der Kreisstraße zwischen Beutelsdorf und Herzogenaurach werden beseitigt.
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Es ist eine langwierige Angelegenheit, und irgendwie auch ein Kampf gegen Windmühlen. Die Beseitigung der lästigen und gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners beschäftigt die Mitarbeiter des Kreisbauhofs wenigstens zweimal im Jahr. Zum ersten Mal, wenn die Raupen ihre Prozession beginnen. Und jetzt, im Herbst, wenn die Gespinste beseitigt werden müssen.

Am Flugplatz

Am gestrigen Montag war die Kreisstraße zwischen Beutelsdorf und Herzogenaurach an der Reihe. Dort stehen auf beiden Seiten der Straße Eichen, und die sind von dem Schädling befallen. Die Arbeiten dürften auch heute noch andauern, sagte Ertl. Und dann warte man ab, welche neuen Hilferufe im Landkreis eintreffen. Vor allem in Höhe des Flugplatzes ist an der ERH 14 der Befall massiv, wie der Leiter des Kreisbauhofes, Jürgen Ertl, berichtet. Dort sind die Nester mit bloßem Auge zu erkennen. Beauftragt wurde die Firma Emmerich aus Höchstadt.

Teststrecke

Entlang der Eichen führt ein Radweg, der angesichts der vielen Bäume einen gewissen Alleecharakter hat. Schon deshalb wurden dort im Frühsommer vorsorglich Schilder aufgestellt, die vor den Spinnern und der Allergiegefahr warnen, die von deren Härchen ausgeht. Diese Teststrecke bleibt vorerst aufrecht erhalten. Pressesprecherin Hannah Reuter-Özer sagte im Juli gegenüber dem FT: "Damit soll verhindert werden, dass Fußgänger die Raupen anfassen, da deren Brennhaare allergische Reaktionen auslösen können."

Gestern nun wurde den Gespinsten auf den Leib gerückt. Erst wurden die Nester aus den Bäumen gekratzt und in luftdichte Säcke verpackt, sagte Ertl. Diese gelangen dann schnurstracks in die Müllverbrennung. Etwaige Reste wurden noch abgefackelt, damit nichts von dem gefährlichen Gespinst übrig bleibt. Der Nieselregen zu Wochenbeginn war für die Arbeiten nützlich. Bei Trockenheit fliegen die Haare nämlich besser. Nicht so ideal war allerdings der Wind zu Beginn.

Drei vis vier Jahre, so berichtet Ertl, können die Brandhaare aktiv bleiben, auch wenn die Falter längst ausgeflogen sind.

Sobald im Frühsommer die Prozessionen beginnen, sich die Raupen also im Gänsemarsch auf Nahrungssuche begeben, sind die Brennhaare gefährlich, da sie ein Nesselgift enthalten und beim Menschen allergische Reaktionen auslösen können. Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Bauhof gefordert, um die Raupen abzusaugen. Der Einsatz von Pestiziden ist nicht erlaubt, da diese auch nützliche Insekten beseitigen.

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