Interview

Junge Irin macht Praktikum in Höchstadt

Sinéad Price kommt aus Höchstadts Partnerstadt Castlebar in Irland und hat zwei Monate lang im Paul-Gerhardt-Kindergarten mitgearbeitet.
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Sinéad Price (3. v. r.) hat sich im Kindergarten wohlgefühlt, auch wenn sie beruflich in eine andere Richtung gehen will.     Foto: Johanna Blum
Sinéad Price (3. v. r.) hat sich im Kindergarten wohlgefühlt, auch wenn sie beruflich in eine andere Richtung gehen will. Foto: Johanna Blum
In den vergangenen zwei Monaten absolvierte Sinéad Price, die Tochter der Bierbrauer Iain und Caroline Price aus Höchstadts irischer Partnerstadt Castlebar, ein Praktikum im evangelischen Paul-Gerhardt-Kindergarten in Höchstadt. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählte Sinéad von sich, ihrer Familie und von ihren Eindrücken während ihres Aufenthaltes im Frankenland.


Wie alt sind Sie und wie ist Ihr bisheriger Lebensweg?
Sinéad Price: Ich bin 19 Jahre alt. Nach der Grundschule besuchte ich das Davitt College in Castlebar. Anschließend wechselte ich auf die Universität in Limerick, um Geisteswissenschaften zu studieren. Im Herbst komme ich ins dritte Semester.

Welchen Beruf möchten Sie einmal ergreifen?
Da bin ich mir nicht so sicher, vielleicht möchte ich in den Buchhandel gehen.

Warum wollten Sie nach Deutschland, speziell nach Höchstadt?
Höchstadt ist doch die Partnergemeinde von Castlebar, und da lag es einfach nahe, bei Dagmar Wennmacher, der Vorsitzenden des Freundeskreises Castlebar, anzufragen. Sie organisierte dann meinen Besuch und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Vor allem bin ich aber hier, um mein Deutsch zu verbessern. Pfarrer Fritz Schäfer gab mir einen Praktikumsplatz in seinem Kindergarten und das ist nicht die Regel. Many thanks!

Wo wohnen Sie in den zwei Monaten?
Ich wohne bei Familie Kaspar in Höchstadt. Jay und seine Frau Renate sind wie Eltern zu mir. Ich fühle mich sehr wohl und willkommen. Aber auch Dagmar Wennmacher lud mich nach Nürnberg ein und in Adelsdorf durfte ich an manchen Wochenenden Gast bei Bekannten meiner Eltern sein.

Was haben Sie denn alles unternommen?
Wir haben Bamberg besucht, den Dom besichtigt, das alte Rathaus, Klein-Venedig und mehr habe ich bewundert. Alles ist sehr schön. Auch Würzburg ist eine tolle Stadt mit dem Kiliansdom, der Residenz, dem Käppele, der Marienburg und der alten Steinbrücke, auf der man gemütlich einen Wein trinken kann. Adelsdorf ist ebenfalls ein wirklich netter Ort. Hier konnte ich bei einer Führung mit dem Schlossfräulein Yvonne das Schloss und den Schlosspark bewundern. Auch der Storchenbrunnen am Marktplatz und die beeindruckende Stephanskirche gefallen mir. Am schönsten fand ich hier aber den Besuch des Schlossgartenfestes. Die Illumination, die Atmosphäre, die netten Menschen, das gute Essen. So etwas gibt es bei uns in Irland nicht. Franken ist sehr schön!

Wie finden Sie das Praktikum im Kindergarten?
Die Kinder sind einfach süß. Ich lerne viel Deutsch von ihnen. Die Erzieherinnen sind sehr nett und hilfsbereit, aber auch mein Chef, Florian Dreyer, kümmert sich um mich - und ich glaube, er ist zufrieden mit mir. Diese schöne Zeit mit den Kindern werde ich immer in Erinnerung behalten.

Wäre denn nicht ein erzieherischer Beruf etwas für Sie?
Lieber nicht. Ich mag zwar Kinder, aber ich glaube das Unterrichten liegt mir nicht besonders.

Wie gefällt Ihnen Höchstadt?
Das ist eine sehr schöne Stadt. Ich fahre mit dem Fahrrad jeden Tag zur Arbeit - rechts fahren ist nicht schwierig -, und dann sehe ich das Schloss und den Marktplatz mit dem schönen Brunnen. Hier erlebte ich zum ersten Mal eine Kirchweih. Einfach super! Die Stimmung der Menschen, die vielen Angebote, die Musik. So etwas vermisse ich bei uns in Castlebar ebenfalls.

In Irland regnet es ja viel. Wie finden Sie das deutsche Wetter?
Es ist eine schöne Abwechslung und ich mag die Wärme sehr. Ein kleines Gewitter oder ein dicker Regenguss machen mir nichts aus.

Haben Sie Heimweh nach Irland?
Nein gar nicht. Ich kann mit meinen Eltern, meinem Bruder James und meinen Freundinnen über Messenger kommunizieren. Um das schöne Wetter beneiden sie mich allerdings schon. Aber ich habe mitbekommen, dass es bei uns auch zeitweise sehr warm war und sogar das Wasser knapp wurde. Das gab es früher nicht.

Bleibt es bei diesem einen Besuch oder wollen Sie wiederkommen?
Oh, ich würde gerne wieder einmal kommen, aber dann mit meinen Freundinnen und ihnen zeigen, wie schön es hier bei euch ist und wie nett die Menschen sind.

Das Gespräch führte
Johanna Blum.


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