Heßdorf
Jugendkonferenz

Junge Heßdorfer lassen die Köpfe rauchen

Kinder und Jugendliche überlegen gemeinsam, was die Gemeinde Heßdorf für sie noch attraktiver machen würde.
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Bürgermeister Horst Rehder (4. v. r.) dachte mit den jungen Heßdorfern über die Zukunft der Gemeinde nach.    Foto: Richard Sänger
Bürgermeister Horst Rehder (4. v. r.) dachte mit den jungen Heßdorfern über die Zukunft der Gemeinde nach. Foto: Richard Sänger

"Wow, wie geil ist das denn?", zeigten sich die Kinder und Jugendlichen bei der zweiten Heßdorfer Jugendkonferenz überrascht, als sie die Aula der Grundschule in Hannberg betraten. Denn sie kamen zum ersten Mal wieder die Grundschule, die sie bis zur vierten Klasse besucht hatten, und waren vom Ergebnis der Sanierung begeistert. Denn nicht nur die Aula präsentiert sich komplett umgestaltet, sondern auch Flure, Gänge und Klassenzimmer strahlen in neuem Glanz und in neuen Farben. Bürgermeister Horst Rehder (BB), freuten sich sichtlich über die positive Resonanz der jungen Besucher.

Im November des vorigen Jahres hatte die erste Jugendkonferenz in der benachbarten Sporthalle Seebachgrund stattgefunden, bei der zahlreiche Wünsche und Anregungen gesammelt worden waren. Kinder und Jugendliche wollen Mitsprache in ihrer Gemeinde, das ist längst bei Politik und Verwaltung angekommen. Allerdings erfolgt als Reaktion oft der bekannte Einwand der Bezahlbarkeit von Wünschen.

Schon bei der ersten Auflage der Veranstaltung war es erst einmal darum gegangen, Vorstellungen so konkret wie möglich zu formulieren. Inzwischen wurde die Ideensammlung von Bürgermeister und Verwaltung ausgewertet, auf Machbarkeit geprüft und jetzt diskutiert. Dazu hatte Rehder auch wieder den Kreisjugendpfleger und Geschäftsführer des Kreisjugendrings, Traugott Goßler, eingeladen, der in rechtlichen, pädagogischen und organisatorischen Fragen rund um die Kinder- und Jugendarbeit berät.

Weitere Treffpunkte realisieren

Die erste Jugendkonferenz hatte zur Folge, dass sich die Heßdorfer Jugendlichen am Projekt "Landkreishelden - Engagiert in ERH" beteiligten und sich in der Gemeinde Heßdorf die zwölfköpfige Gruppe "Die Dorfhelden" formierte. Nachdem sich die Jugendlichen, wie in nahezu jeder Gemeinde, Treffpunkte wünschen, wurde dieser auf dem Sportgelände des FC Niederlindach von den Jugendlichen selbst realisiert. Da Heßdorf noch mehr Ortsteile hat, sollen noch weitere Treffpunkte in Eigenregie geschaffen werden, und der Bürgermeister, der schon einige Ecken im Auge hat, sicherte seine Unterstützung zu.

Im kommenden Jahr soll dann auch die Freizeitanlage zwischen Heßdorf und Untermembach in Betrieb gehen, die wegen der zwei heißen Sommer vergeblich angesät wurde. Dort sollen noch weitere Attraktionen installiert werden. "Die Anlage wurde trotz Absperrung von der Jugend schon in Beschlag genommen, ich habe halt ein Auge zugedrückt", erklärte der Bürgermeister schmunzelnd. Er regte auch an, dass die Jugendlichen in Niederlindach an einem Wochenende etwas stattfinden lassen können. Mit seinem Vorschlag "Was haltet ihr von einem Zeltlager?" stieß er gleich auf Begeisterung. Er forderte die Jugendlichen auf, ein Programm zu entwickeln, denn das Wochenende sollte nicht einfach nur "vergammelt" werden. Ideen kamen dann auch gleich, so sollen die Feuerwehr und die Bogenschützen mit einbezogen und gegrillt werden.

Wegen der Mitsprache regte der Bürgermeister an, einen Arbeitskreis zu bilden, der sich regelmäßig trifft und auch Anträge an den Gemeinderat formuliert. Auch müssten die Jugendlichen bei Problemen nicht bis zur nächsten Jugendkonferenz warten, denn er sei jederzeit ansprechbar. Die Jugendlichen können auch die Sitzungen des Gemeinderates besuchen, "nur wenn ihr alle auf einmal kommen wollt, dann müsst ihr warten, bis das Feuerwehrhaus fertig ist, denn im Sitzungssaal haben wir nicht so viele Stühle", riet der Bürgermeister den rund 40 Kindern und Jugendlichen. Dem Wunsch nach einem Jugendparlament, um die Gemeindepolitik aktiv mitzugestalten, steht Kreisjugendpfleger Traugott Goßler zwar nicht ablehnend, aber etwas kritisch gegenüber, denn dessen Einrichtung bedeute für die Verwaltung im Rathaus einen nicht unerheblichen Aufwand. Ein Jugendparlament muss organisiert sein und auch regelmäßige Sitzungen abhalten. Deswegen solle vorerst die Einrichtung eines Arbeitskreises weiterverfolgt werden.

In der Pause gab es vom Bürgermeister "Pizza satt" und anschließend warb die Feuerwehrjugendkapelle Großenseebach für sich. Ein kleines Orchester unter Leitung von Michael Schmidt ließ nicht nur moderne Lieder erklingen, sondern die Instrumente konnten auch ausprobiert werden, und sogar der Bürgermeister entlockte der Querflöte Töne.

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