Was ist eigentlich im Weisendorfer Ortsteil mit seinen 604 Einwohnern so besonders? Man hat fast den Eindruck, in Buch leben irgendwie andere Menschen als in vergleichbaren Dörfern. Das "Besondere" in Buch ist der Zusammenhalt, bestes Beispiel dafür ist die Dorfgemeinschaft. Da wird angepackt und etwas für die Allgemeinheit geschaffen.

Auch wollten sich die Bucher von Weisendorf politisch nicht einfach so vereinnahmen und über sich bestimmen lassen. Und deshalb gründete man zusammen mit den Nankendorfern (79 Einwohner) die "Unabhängige Wählergemeinschaft Buch-Nankendorf" (UWG). Genauso wie bei der Dorfgemeinschaft kommen bei den Versammlungen Jung und Alt der beiden Ortsteile zusammen, diskutieren die Probleme der beiden Dörfer und planen die nächsten Vorhaben.

So war es nicht verwunderlich, dass bei der gut besuchten Jahresversammlung der UWG im Gasthof Süß alle Altersgruppen vertreten waren. Schließlich sitzen zwei Vertreter der UWG im Gemeinderat, Andreas und Heinrich Süß - Letzterer als zweiter Bürgermeister.

Noch was Besonderes: Es wird nicht einfach irgendetwas bestimmt, sondern gemeinsam diskutiert und auch beschlossen, die Bürger reden mit. So sitzen in der Runde die früheren Gemeinderäte ebenso wie die Vertreter der Dorfgemeinschaft und die Feuerwehr. Des Weiteren hat man mit Friedrich Geyer einen rührigen Vertrauensmann.


Berichte aus dem Gemeinderat


Heinrich und Andreas Süß berichteten ausführlich aus den Sitzungen des Gemeinderates, die in den letzten Monaten nicht so nach ihren Vorstellungen verliefen. "Das sind keine normalen Sitzungen mehr, es wird teils absichtlich Stimmung gemacht, eigentlich ist das schon wieder Wahlkampf". So lautete das Fazit des zweiten Bürgermeisters. In die Schusslinie der beiden UWG-Vertreter geriet dabei insbesondere die Fraktion der Grünen im Gemeinderat.

Natürlich waren die Vorhaben in Buch in der Versammlung von besonderem Interesse. Die Dorfgemeinschaft hat einen Bolzplatz angelegt, weil der Spielplatz am nordwestlichen Ortsrand mehr den Kindern vorbehalten werden soll. Allerdings forderte das Landratsamt für den Bolzplatz einen Bebauungsplan (der FT berichtete) und die UWG hofft jetzt, dass es im April weitergeht und die Genehmigung bis dahin vorliegt.

Auch soll in diesem Jahr im Ortsteil die Kanalsanierung abgeschlossen werden. Bis auf zwei Stellen konnte die Sanierung schon durchgeführt werden. Die Bucher hoffen, dass dann in diesem Jahr noch die ziemlich marode Ortsdurchfahrt erneuert wird.

Dass dich die Vertreter der UWG auch aktiv im Gemeinderat einbringen, zeigen die Anträge die im Gemeinderat eingebracht wurden. "Wir stellen keine unsinnigen Schaufenster-Anträge wie andere Gemeinderäte, sondern sachliche und solche, die auch umsetzbar sind", erklärte Andreas Süß.

Für den Schulsportplatz


So wurde die Änderung zur Belegung der Grabkammern in der Urnenwand bereits umgesetzt. Auch der Antrag zur Energiewende wurde positiv entschieden und die UWG will jetzt die Überarbeitung des Regionalplanes 7 abwarten, um dann wieder aktiv zu werden. Ein Gräuel sind den UWG-Räten die langen und unsinnigen Debatten im Marktgemeinderat, so zum Beispiel zu den Themen Schulsportplatz, Ortskernsanierung und Sanierung des Schulgebäudes.

"Den größten Nutzen an der Erweiterung des Schulsportplatzes, und das wird ja von den Kritikern nicht erwähnt, haben die Kinder und Jugendlichen, die in ihrer Freizeit Sport treiben wollen und gerade in Vereinen wichtige Erfahrungen für das Leben in der Gemeinschaft machen", brach Heinrich Süß eine Lanze für die Kinder und Jugendlichen.

Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) zollte den Buchern Respekt und bezog dabei die Dorfgemeinschaft mit ein. "Wenn in allen Ortsteilen solch einen Zusammenhalt geben würde, vieles in der Gemeinde wäre einfacher", lobte Tritthart den Gemeinschaftsgeist.