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Höchstadt a. d. Aisch
Einsatzkräfte

Jetzt fehlt den Höchstadter Rettern nur noch ein Boot

Bei der Höchstadter Wasserwacht gibt es seit dem Wochenende offiziell eine Schnelle Einsatzgruppe (SEG).
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Von links: Norbert Reiß, Oliver Krauß, Hannes Thoma, Timo Krauß, Stefan Müller in Behandlung von Alexander Reiß, dahinter Gerald Brehm und Alexander Tritthart, Felix Weiß, Frank Herberger, Daniel Blank im Fahrzeug und Hans-Jürgen Seeg     Foto: Britta Schnake
Von links: Norbert Reiß, Oliver Krauß, Hannes Thoma, Timo Krauß, Stefan Müller in Behandlung von Alexander Reiß, dahinter Gerald Brehm und Alexander Tritthart, Felix Weiß, Frank Herberger, Daniel Blank im Fahrzeug und Hans-Jürgen Seeg Foto: Britta Schnake

"Im Herzen des Aischgrunds" steht auf den neuen Flyern der Wasserwacht, Ortsgruppe Höchstadt, zu lesen. Und der neue Leitspruch "Mit Sicherheit am Wasser", welcher durchaus Programm ist, wurde doch am Samstag die Schnelle Einsatzgruppe (SEG) der Wasserwacht in einer kleinen Feier in der Rettungswache in Dienst gestellt. Schon vor 2016 war da dieses kleine Flämmchen, der Gedanke an eine SEG, doch erst 2017 wurde aus dem Flämmchen ein Feuer und über entsprechende Möglichkeiten nachgedacht.

"Für uns war relevant, dass wir uns in das momentane Rettungssystem von Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz und DLRG mit Mehrwert integrieren lassen", so der Vorsitzende der Wasserwacht-Ortsgruppe, Ale-xander Pauls. So war es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass Abordnungen von DLRG, THW, Feuerwehr Höchstadt, ASB und den Hausherren, dem BRK, sowie des Patenvereins der Ortsgruppe Heroldsberg den Weg in die Rettungswache gefunden hatten. "Uns geht es um die Wahrnehmung von Aufgaben gegen den Ertrinkungstod. Es gibt Teichwirtschaft bei uns. Höchstadt und das Umland sind Überschwemmungsgebiete, dadurch besteht Gefahrenpotenzial", beschreibt Pauls die Intention für eine SEG.

30 Aktive in Höchstadt

Der Kreisvorsitzende des Roten Kreuzes und MdB Stefan Müller (CSU) brachte das Einsatzgebiet der SEG mit einem "besonders ist, dass die Rettung nicht an Land erfolgt, sondern aus dem Wasser, im Wasser und am Wasser" auf den Punkt. "Vor einem Jahr feierten wir hier die Indienststellung und Weihe des neuen Fahrzeugs", resümierte Müller und erklärte, dass ein Fahrzeug aber nur eine der Voraussetzungen für eine SEG sei. "Eine weitere Grundvoraussetzung ist immer noch, dass man Leute hat", erklärte er, "aber daran mangelt es Höchstadt nicht, haben sie doch 30 Aktive. Jetzt fehlt euch nur noch ein Boot. Wer also nicht weiß, wohin mit seinem Geld ..."

"Die SEG kommt den Bürgern zugute, wenn sie in eine gefährliche Situation geraten", fasste Landrat Alexander Tritthart (CSU), auch Vorsitzender des Zweckverbands des Rettungsdienstes, zusammen, dann zückt er einen Umschlag, "Vielleicht eine kleine Rate für das Boot, aber eine ganz kleine ...", erklärte er schmunzelnd. Dann ging er auf die aktuelle Lage ein und damit auch auf das Thema, welches die Gespräche in den Pausen beherrscht: Corona. "Wir haben eine koordinationsbedürftige Lage, aber keine Katastrophenlage", stellte er klar, "Keine Panik, wir haben alles im Griff."

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) ging auf die vielfältigen Tätigkeiten der Wasserwacht ein: "Die Wasserwacht ist ja nicht nur Rettung, sondern auch Schulung und Ausbildung. Ich würde ein neues Boot unterstützen", erklärte er, "das muss nur rechtzeitig beantragt werden."

Der Vorsitzende der Kreiswasserwacht, Hans-Jürgen Seeg lobte das Engagement der Mitglieder der Ortsgruppe. Und auch er spielte in seiner Rede auf das fehlende Boot an. Kreisbereitschaftsleiterin Elke Hartmann überreichte der Ortsgruppe schließlich eines. Ein ganz kleines. Da Hartmann zudem Rettungshundeführerin ist, denkt sie zugleich an die Zukunft. "Wir stellen auch gerne Hunde zur Verfügung", sagte sie, "die können im Boot mitfahren, um zu testen, ob sie tauglich sind."

Daniel Blank, Technischer Leiter der Ortsgruppe, stellte im Anschluss an die Festreden noch die einzelnen Bereiche der SEG wie Bootsführer, Taucher, Wasserretter und Truppführer vor. "Wir sind Entwicklungshelfer, Konfliktlöser, Motivatoren, Vorgesetzter und am Ende des Tages hoffentlich Vorbilder", erklärte Felix Weiß, einer der beiden Truppführer, voller Überzeugung. Kein Zweifel, die neue SEG-Truppe ist mit Herz und Seele dabei.